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Emigranten

Veranstaltungsinformationen

Schauspiel im Filmforum

© Theater Essen Süd

Der zentrale Ansatz der Inszenierung ist es, beide Schauspieler für beide Rollen zu besetzen. Zu Beginn jeder Aufführung wird dann das Publikum per Zufallsprinzip (Münzwurf) entscheiden, wer welche Rolle spielt.
Zwei namenlose Emigranten desselben Landes teilen sich einen Kellerraum als Unterkunft. Der eine ist ein politischer, der andere ein wirtschaftlicher Flüchtling. Der Intellektuelle und der Gastarbeiter konnten kaum unterschiedlicher sein, und doch finden sie sich in derselben Situation mit denselben Problemen wieder. Sie gehen sich gegenseitig auf die Nerven und unterstützen sich wieder, sie fantasieren und ergeben sich dem Fatalistischen, sie wollen vorankommen, aufsteigen, und suchen immer verzweifelter ihren Weg aus der Trostlosigkeit. Eine Beschreibung, die man heute wohl auch in einem (poetisch angehauchten) Report über ein Flüchtlingsheim – oder  Ankerzentrum“? - lesen konnte.
Die Herkunftsgeschichte der Protagonisten des 1974 uraufgeführten Dramas bleibt abstrakt und ist damit universell, ihre Situation wirkt absurd und ist doch –leider –realistisch. Wir mochten dieses in Deutschland selten gespielte absurde Theaterstuck in unsere Zeit zwischen Flüchtlingsbewegungen, Rechtspopulismus, „Ausländer raus“ und neuem Nationalismus überfuhren und diese gesamtgesellschaftliche Debatte und deren Auswirkungen anhand der Schicksale zweier so gegensätzlicher Individuen aufzeigen.

Es spielen: Moritz Mittelberg-Kind, Raphael Batzik
Regie: Raphael Batzik, Moritz Mittelberg-Kind
Dauer: 110 Minuten

  

© Konjungtur

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