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Fräulein Julie

Veranstaltungsinformationen

Theaterreihe A - Kulturamt Bottrop

© Manu Theobald

Das Stück hat vordergründig eine einfach konstruierte Geschichte: Julie, Tochter eines Gra­fen und Gutshofbesitzers, lässt sich in der erregenden Atmosphäre der Mittsommernacht mit dem Diener Jean ein. Am nächsten Morgen ist der Reiz verflogen: Reue, Verzweiflung, Selbstmord des adligen Fräuleins sind die Folgen. Wie diese Begegnung jedoch von Strindberg sensibel, realistisch, spannend und überraschend in der Charakterzeichnung er­zählt wird, macht verständlich, warum dieser Einakter zum berühmtesten und meistgespiel­ten Drama des Dichters wurde. Da ist Julie: unbefriedigt, unbeherrscht, auf der Suchte nach etwas Sinnvollerem als der standesgemäßen Heirat. Und da ist Jean: der Untergebene, Fremde, Erregende. Julie provoziert Jean, er reagiert mit romantisch-ritterlichen, verträumt-poetischen Gesten und Worten, warnt Julie jedoch vor sich: Er tauge nicht als Spielzeug. Nach der gemeinsamen Nacht haben sich die Machtverhältnisse verschoben. Jean zeigt seine brutale Seite, beschimpft Julie als „Domestikendirne“, bietet ihr aber die gemeinsame Flucht an, wenn sie genug Geld zu beschaffen imstande sei. Als der Graf zurückkehrt, wird Jean sofort wieder zum devoten Diener. Julie sieht keinen Ausweg mehr, nimmt das Rasier­messer, das ihr Jean aufdrängt, und geht „entschlossen zur Tür hinaus“, wie es in der Re­gieanweisung heißt.

Naturalistisches Trauerspiel von August Strindberg mit Judith Rosmair,
Dominique Horwitz u.a.
Gastspiel der Konzertdirektion Landgraf

Eintritt

 

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