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Betreuung bei Volljährigkeit

Was passiert, wenn mein Kind Volljährig wird?

Gerade bei Jugendlichen mit geistiger Behinderung stellt sich die Frage, ob und was er/sie selber regeln kann. Sie kennen Ihr Kind am Besten und können mit Sicherheit eine gute Einschätzung abliefern. Sprechen Sie aber auch mit den Lehrern Ihres Kindes und mit einem Arzt, dem Sie vertrauen. Gerade Dritte sehen oft Dinge, die sich einem selber verschließen. Sollten Sie aber gemeinsam zu dem Entschluss kommen, dass eine weitere Betreuung Ihres Kindes sinnvoll ist, müssen Sie rechtliche Schritte einleiten damit Sie die Betreuung weiter übernehmen können.

Was ist "gesetzliche Betreuung"?

Bei der gesetzlichen Betreuung dürfen nur Aufgaben übernommen werden, die der zu Betreuende nicht (mehr) allein regeln kann. Laut Gesetz dürfen Bereiche nicht übertragen werden, die der Betroffene (noch) selber regeln kann.

Welche Arten von Betreuung gibt es?

Es werden zwei Betreuungsarten unterschieden. Zur Regelung der persönlichen Angelegenheiten gibt es die „Personensorge“ und zur Regelung der finanziellen Bereiche die „Vermögenssorge“.

Personensorge/Gesundheitssorge

Sofern der zu Betreuende nicht in der Lage ist, sich um seinen Gesundheitszustand ausreichend zu kümmern, wird eine Personensorge/Gesundheitssorge eingerichtet. Darunter fällt vor allen Dingen:

  • Die ärztliche Versorgung / Arztwahl
  • Die Einleitung und Zustimmung zu therapeutischen Maßnahmen
  • Die Zustimmung zu Operationen

Zu beachten ist hier allerdings, dass der Betreuer sich für bestimmte Angelegenheiten die Zustimmung des Vormundschaftsgerichtes holen muss. Dieses ist vor allen Dingen der Fall, wenn die begründete Gefahr besteht, dass der Betreute aufgrund der Maßnahme stirbt oder einen schweren und länger dauernden gesundheitlichen Schaden erleidet. Ohne die Genehmigung darf die Maßnahme nur durchgeführt werden, wenn mit dem Aufschub Gefahr verbunden ist.

Vermögenssorge

Wie aus dem Namen bereits erkennbar, kümmert sich der Betreuer hier um alle Vermögensangelegenheiten. Er muss dem Vormundschaftsgericht sämtliche vermögensrechtliche Angelegenheiten anhand eines Berichtes nachweisen.

Wo beantrage ich die gesetzliche Betreuung?

Grundsätzlich muss die gesetzliche Betreuung von dem Betroffenen selber beantragt werden. Sofern dieser nicht in der Lage ist, seinen Willen frei zu bekunden, kann die Einrichtung einer Betreuung von dritten Personen (Eltern, Nachbarn, Behörden) angeregt werden.

Den Antrag stellen Sie beim Vormundschaftsgericht (Amtsgericht). Vor der endgültigen Entscheidung, ob eine Betreuung eingerichtet wird, muss das Gericht den Betroffenen persönlich anhören. Dieses Gespräch findet in der Regel beim Antragsteller zu Hause statt. Das Gericht verschafft sich so einen ersten Eindruck über den Antragsteller. Auf Wunsch des Antragstellers kann noch eine Vertrauensperson (oder mehrere) an dem Gespräch teilnehmen.

Damit die Betreuung eingerichtet werden kann, holt das Gericht sich noch ein Sachverständigengutachten ein. Aus diesem muss sowohl die Notwendigkeit sowie die Art und der Umfang der Betreuung als auch das voraussichtliche Maß der Hilfsbedürftigkeit hervorgehen.

Für welchen Zeitraum wird eine Betreuung eingerichtet?

Wenn eine Betreuung eingerichtet wird, geschieht dieses erst einmal immer für ein halbes Jahr (vorläufige Betreuung). Nach diesem halben Jahr wird überprüft, ob eine weitere Betreuung erforderlich ist. Sofern eine endgültige Betreuung eingerichtet wird, überprüft das Vormundschaftsgericht diese nach sieben Jahren. Betreuungen können jederzeit auf Anregung des Betroffenen oder Betreuers aufgehoben werden.

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