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Förderschulen

Als Förderorte sind in Nordrhein-Westfalen drei verschiedene Möglichkeiten vorgesehen:

  • Förderschulen, verschiedener "Förderschwerpunkte"
  • Gemeinsamer Unterricht an einer allgemeinen Schule oder
  • Integrative Lerngruppen an einer allgemeinen Schule in der
    Sekundarstufe I


Die besonderen Lern-Bedingungen, d.h. die Schwerpunkte einer schulischen Förderung für Ihr Kind, könnten lauten:

  • Körperliche und motorische Entwicklung
  • Sprache
  • Sehen
  • Hören und Kommunikation 
  • Emotionale und soziale Entwicklung 
  • Lernen 
  • Geistige Entwicklung
  • Autismus (hier gibt es keine eindeutige Zuordnung zu einer bestimmten Schulform)

Förderschwerpunkt "Körperliche und motorische Entwicklung"

(besonderes Lernangebot im Bereich der körperlichen und der motorischen Entwicklung)

Ihr Kind ist in seinen Bewegungsfähigkeiten soweit eingeschränkt, dass die Lernangebote einer normalen Grundschule die Fähigkeiten Ihres Kindes nicht ausreichend weiterfördern/weiterentwickeln würden, z.B. weil die räumlichen, personalen oder medialen Voraussetzungen nicht gut genug sind.

Schulpflicht

Es besteht eine elfjährige Vollzeitschulpflicht.

Organisation des Unterrichts

Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ist in der Regel eine Ganztagsschule. Unterricht, Therapie und Pausen können im jeweils richtigen Verhältnis auf den Tag und die Woche verteilt werden.

Die Kinder besuchen im ersten Schulbesuchsjahr eine Eingangsklasse. Hier werden die Kinder auf die speziellen Methoden und Formen des Lernens im Förderschwerpunkt `Körperliche und motorische Entwicklung` vorbereitet. Daran schließt sich die Klasse 1 an. Lehrkräfte für Sonderpädagogik, FachlehrerInnen sowie TherapeutInnen und Pflegekräfte entwickeln im Team für jedes Kind einen individuellen Förderplan. Aufgabe dieses Teams ist es, sich der individuellen Fähigkeiten und Grenzen des Kindes zu vergewissern. So können sie angemessene Forderungen an das Kind stellen und dabei Überforderungen vermeiden.

Im Durchschnitt werden 10 Kinder in einer Klasse unterrichtet.

Unterrichtsinhalte

Zu Beginn des schulischen Lernens gilt es, wichtige Lernvoraussetzungen für das Lesen, Schreiben und Rechnen aufzubauen. Eine bewusste Planung und das Training von Bewegungsabläufen (z.B. Treppen steigen, Betätigen von Schaltern, Schuhe binden oder Knöpfe schließen) sind wichtige Bestandteile der Förderung. Einzelne Kinder brauchen intensives Training mit speziellen Hilfsmitteln (z.B. Stehständer, Spezialfahrrad, Bauchliegebrett). Andere lernen, sich mehr zuzutrauen und ihre Umgebung zu erforschen.

Pädagogische und therapeutische Arbeit greifen ineinander. Oft arbeiten KrankengymnastInnen im Klassenraum mit. Die Gestaltung des Klassenraums oder die Möbelausstattung sind auf die besonderen Bedürfnisse abgestimmt. Speziell auf das Kind bezogene Übungen verhelfen ihm zu einer besseren Körperhaltung, so kann es selbstständiger und eigenaktiver werden. Zusätzlich können Ergotherapie (Arbeits- und Beschäftigungstherapie) oder Logopädie (Sprachheilförderung) für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen oder Sprachstörungen (s.o.) angeboten werden.

Die Förderschule, Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung besuchen Kinder mit sehr unterschiedlichem Lernniveau. Daher ist die jeweilige Schullaufbahn für jedes Kind offen.

Schule für Bottrop

Die für Bottrop zuständige Förderschule mit dem Schwerpunkt der körperlichen und motorischen Entwicklung ist die

Löchterschule
Westfälische Förderschule
Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung
Lasthausstr. 8
45894 Gelsenkirchen
Telefon: 02 09/ 93 05 112
Telefax: 02 09/ 93 95 133
Email:

Die Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung ist eine Ganztagsschule.

Förderschwerpunkt "Sprache"

(besonderes Lernangebot im Bereich Sprache)

Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Bereich Sprache sind in ihrer Kommunikation beeinträchtigt. Oft fällt es ihnen schwer, mit Anderen sprachlichen Kontakt aufzunehmen, ihre Gedanken, Wünsche und Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Die Beeinträchtigungen im sprachlichen Bereich können auch Auswirkungen auf die personale und soziale Entwicklung, das schulische Lernen und das individuelle Erleben haben.


Schulpflicht
Es besteht eine elfjährige Vollzeitschulpflicht.

Organisation des Unterrichts
Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache umfasst in Nordrhein-Westfalen den Primarbereich und den Bildungsbereich der Sekundarstufe I, in Bottrop allerdings nur den Primarbereich.

Wird ein Kind in der Förderschule, Förderschwerpunkt Sprache eingeschult, so besucht es zunächst eine Eingangsklasse. Im Anschluss an die Eingangsklasse besucht das Kind die Klasse 1. Der Lehrplan der Schule für Sprache orientiert sich an den Vorgaben für die Grundschule; es sind aber fünf Schuljahre angesetzt für den Primarbereich.

In vielen Fällen können SchülerInnen in die Grundschule wechseln. Wenn nach der 4. Klasse jedoch feststeht, dass die sprachlichen Probleme nicht abgebaut werden konnten, wird ein Förderortwechsel an die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen empfohlen.

Unterrichtsinhalte
Ziel der Eingangsklasse ist es, Entwicklungsrückstände in allen grundlegenden Bereichen, die zur Sprachentwicklung beitragen, aufzuholen. Zu diesen Bereichen gehören vor allen Dingen Bewegung, Wahrnehmung, Konzentration, Arbeits- und Lernverhalten. Für jede Schülerin und jeden Schüler werden in einem individuellen Förderplan Lernziele und Fördermöglichkeiten entwickelt.

Der Unterricht in den Klassen 1 bis 4 ist vor allem auf die Sprachförderung ausgerichtet. Ziel ist es, die Freude am Lernen zu erhalten und Misserfolge zu vermeiden. Besonders wichtig ist der Erwerb der Schriftsprache in Verbindung mit rhythmisch-musikalischer Erziehung, mit darstellenden Spielformen und durch die Verbindung von Bewegung, Handeln und Sprache.

In Ergänzung zum Unterricht wird in Einzelförderung oder in kleinen Gruppen Sprachförderung erteilt, zu der u. a. auch spezielle Hörschulungen, Atem- und Entspannungsübungen gehören.


Schule für Bottrop
Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache ist in Bottrop die

Schule am Stadtgarten
Städtische Förderschule Förderschwerpunkt Sprache
Böckenhoffstr. 39
46236 Bottrop
Telefon: 0 20 41/ 2 86 85
Telefax: 0 20 41/ 1 30 74

Die Förderschule Sprache bietet eine Halbtagsbetreuung an (wie Grundschulen).

Förderschwerpunkt "Sehen"

Für Kinder mit besonderen Problemen im Bereich des Sehens wird eine besondere Art der Frühförderung angeboten, die sog. Pädagogische Frühförderung.

Die pädagogische Frühförderung von Kindern mit Sehschädigungen obliegt den Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen. Ziel der pädagogischen Frühförderung ist es, Kinder mit einer Sehschädigung so zu fördern, dass zu Beginn der Schulpflicht ein gemeinsames Lernen im Klassenverband möglich ist.

Je früher eine Sehschädigung erkannt wird, desto größer sind die Erfolge in der Frühförderung. Die Frühfördermaßnahmen finden für die Kinder unter 3 Jahren als Hausfrüherziehung, für die 3-6-jährigen Kinder im Förderschulkindergarten oder in einem allgemeinen Kindergarten mit sonderpädagogischer Unterstützung statt.

Hausfrüherziehung (bis 3 Jahre)
Bis zum dritten Lebensjahr erfolgt die pädagogische Frühförderung hauptsächlich als Fördermaßnahme im Elternhaus. Eine Lehrkraft für Sonderpädagogik kommt zur Familie und fördert das Kind im Elternhaus. Die Fachkraft fördert gemeinsam mit den Eltern das Kind vom frühest möglichen Zeitpunkt an in seinem Sehverhalten bzw. in seiner Wahrnehmung, seiner Sprache und Kommunikation sowie in seiner sonstigen Entwicklung.

Die Hausfrüherziehung ist für die Eltern kostenlos. Sie können bei der nächstgelegenen Förderschule, Förderschwerpunkt Sehen (für Bottrop zuständig s.u.) einen Antrag auf Frühförderung für ihr Kind stellen.

Kindergarten (3 - 6 Jahre)
Mit dem dritten Lebensjahr endet die Hausfrüherziehung. Das Kind kann jetzt entweder in einen allgemeinen Kindergarten mit sonderpädagogischer Unterstützung, in einen Sonderkindergarten (Kindergarten für behinderte Kinder) oder einen Förderschulkindergarten gehen.

Informationen über Fördermöglichkeiten in einem allgemeinen Kindergarten oder Sonderkindergarten (Kindergarten für behinderte Kinder) erhält man bei den Trägern dieser Einrichtungen, z.B. den Städten und Gemeinden, Kirchen und Verbänden.

Förderschulkindergarten
Förderschulkindergärten befinden sich an Förderschulen, Förderschwerpunkt Sehen. Hier werden nur sehgeschädigte Kinder von speziell ausgebildeten ErzieherInnen oder von Lehrkräften für Sonderpädagogik der jeweiligen Förderschule betreut. Mobilitätstraining und spezifische Bewegungsförderung stehen neben den allgemeinen Grundfertigkeiten im Vordergrund der Förderung.

Frühförderzentren für Sehgeschädigte
Für sehgeschädigte Kinder sind an allen Förderschulen, Förderschwerpunkt Sehen Frühförderzentren für Sehgeschädigte eingerichtet. Sie beraten Eltern z.B. bei der Entscheidung, in welchen Kindergarten das Kind gehen soll.

Schulpflicht
Es besteht eine elfjährige Vollzeitschulpflicht.

Je nachdem, ob die Sehschädigung die vorrangige Beeinträchtigung Ihres Kindes ist, empfiehlt sich der Besuch einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Sehen oder aber mit einem anderen Schwerpunkt (z.B.: geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung).

Organisation des Unterrichts und Unterrichtsinhalte
der Förderschule mit dem Schwerpunkt Sehen:

Zu Beginn ihrer Schulzeit besuchen sehgeschädigte Kinder eine Eingangsklasse. Hier werden die Kinder auf die speziellen Methoden und Formen des Lernens als sehgeschädigtes Kind vorbereitet. So haben sehgeschädigte Kinder mehr Zeit und mehr Erfahrungsmöglichkeiten, um durch die Sehschädigung bedingte Entwicklungsverzögerungen aufzuarbeiten. An die Eingangsklasse schließt sich die Schuleingangsphase mit der Klasse 1 an.

Im Durchschnitt werden 11 Kinder in einer Klasse durch besonders ausgebildete Lehrkräfte für Sonderpädagogik unterrichtet. Für jede Schülerin und jeden Schüler werden in einem individuellen Förderplan Lernziele und Fördermöglichkeiten entwickelt.

Wenn von den Eltern kein Antrag auf Teilnahme am Gemeinsamen Unterricht an einer allgemeinen weiterführenden Schule in Nordrhein-Westfalen gestellt wird oder die Voraussetzungen zur Teilnahme am Gemeinsamen Unterricht nicht vorhanden sind oder geschaffen werden können, bietet sich als nächstgelegene Möglichkeit einer weiterführenden speziellen Förderschule das Aufbaugymnasium (ab Klasse 5) der Carl-Strehl-Schule, Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg / Hessen an. Auskünfte über Aufnahmemöglichkeiten erhalten Interessierte von der Schule (Adresse: Blindenstudienanstalt Marburg, Carl-Strehl-Schule, Am Schlag 6a, 35037 Marburg, Internetadresse s. unten).

Hochgradig sehgeschädigte Kinder erlernen die Blindenschrift in ihren unterschiedlichen Versionen. Alle erhalten regelmäßig Unterricht im Schreiben am PC. Einzelne Förderschulen, Förderschwerpunkt Sehen beginnen damit auch schon in der Grundschule.

Fertigkeiten im Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationsmedien stellen eine große Chance zur Verbesserung der Integration in Alltag und Beruf dar.

Schulabschlüsse
Der Unterricht in Förderschulen, Förderschwerpunkt Sehen führt zu den Abschlüssen der allgemeinen Schulen, des Förderschwerpunktes Lernen und des Förderschwerpunktes geistige Entwicklung. Spezielle weiterführende Förderschulen, Förderschwerpunkt Sehen im Bereich der Realschule oder des Gymnasiums gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht.

An den Förderschulen, Förderschwerpunkt Sehen können folgende Schulabschlüsse erworben werden:

  • Hauptschulabschluss
  • Hauptschulabschluss nach Klasse 10
  • Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) - ggf. in Verbindung mit der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe
  • Abschluss des Bildungsgangs im Förderschwerpunkt Lernen
  • Abschlusszeugnis im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung


Berufliche Bildung
Die Sekundarstufe II umfasst das Berufskolleg mit voll- und teilzeitschulischen Bildungsgängen und die gymnasiale Oberstufe.

Die Fachhochschulreife sowie die allgemeine Hochschulreife können erworben werden

  • an einem allgemeinen Gymnasium mit sonderpädagogischer Unterstützung durch das Förderzentrum für blinde und hochgradig sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler an Gymnasien in Soest (FIBS)
  • an der Deutschen Blindenstudienanstalt für Blinde in Marburg.
    Ferner gibt es folgende Einrichtungen zur beruflichen Bildung von Jugendlichen mit einer Sehschädigung:
  • Westfälisches Berufskolleg für Blinde und Sehbehinderte, Soest
  • Berufsbildungswerk, Soest
  • Berufsförderungswerk, Düren


Schule für Bottrop
Die für Bottrop zuständige Förderschule mit dem Schwerpunkt Sehen befindet sich in Gelsenkirchen:

Focus-Schule
LWL-Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sehen
Lasthausstr. 10
45894 Gelsenkirchen
Telefon: 02 09/ 93 05 241
Telefax: 02 09/ 93 05 255

Förderschwerpunkt "Hören und Kommunikation"

(besonderes Lernangebot im Bereich Hören und Kommunikation)

Auch für gehörlose Kinder gibt es ähnlich wie für stark sehbehinderte Kinder die besondere Art der Frühförderung, die sog. Pädagogische Frühförderung.

Je früher eine Hörschädigung erkannt wird, desto größere Erfolge sind zu erwarten. Deshalb führen die Förderschulen, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation die pädagogische Frühförderung durch. Ziel ist es, Kinder mit einer Hörschädigung so zu fördern, dass zu Beginn der Schulpflicht ein gemeinsames Lernen im Klassenverband möglich ist.

Für Kinder bis 3 Jahre findet diese Förderung als Hausfrüherziehung statt, für die 3-6-jährigen Kinder im Förderschulkindergarten oder in einem allgemeinen Kindergarten mit sonderpädagogischer Unterstützung.

Hausfrüherziehung (bis 3 Jahre)
Bis zum dritten Lebensjahr erfolgt die pädagogische Frühförderung hauptsächlich als Fördermaßnahme im Elternhaus oder in einer Frühförderstelle. Eine Lehrkraft für Sonderpädagogik kommt zur Familie und fördert das Kind im Elternhaus. Die Fachkraft fördert gemeinsam mit den Eltern das Kind vom frühestmöglichen Zeitpunkt an in seinem Hörverhalten bzw. in seiner Wahrnehmung, seiner Sprache und Kommunikation sowie in seiner sonstigen Entwicklung.

Die Hausfrüherziehung ist für die Eltern kostenlos. Sie können bei der nächstgelegenen Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation einen Antrag auf Frühförderung für ihr Kind stellen.

Kindergarten ( 3 - 6 Jahre)
Mit dem dritten Lebensjahr endet die Hausfrüherziehung. Das Kind kann jetzt entweder in einen allgemeinen Kindergarten, in einen Sonderkindergarten (Kindergarten für behinderte Kinder) oder einen Förderschulkindergarten gehen.

Förderschulkindergarten
Förderschulkindergärten befinden sich an den Förderschulen, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation. Hier werden hörgeschädigte Kinder von speziell ausgebildeten ErzieherInnen oder Lehrkräften für Sonderpädagogik der jeweiligen Förderschule betreut.

Pädagogisch-audiologische Beratungsstellen
Für hörgeschädigte Kinder sind an allen Förderschulen, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation Pädagogisch-audiologische Beratungsstellen eingerichtet. Sie beraten Eltern z.B. bei der Entscheidung, in welchen Kindergarten das Kind gehen soll oder bei der Beschaffung und praktischen Anwendung von Hörhilfen.

Schulpflicht
Neben dem Gemeinsamen Unterricht für SchülerInnen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen und dem Unterricht in einer Integrativen Lerngruppe können Kinder mit einer Hörschädigung eine Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation besuchen.

Es besteht eine elfjährige Vollzeitschulpflicht.

Organisation des Unterrichts und Unterrichtsinhalte
Zu Beginn ihrer Schulzeit besuchen schwerhörige und gehörlose Kinder eine Eingangsklasse. Hier werden die Kinder auf die speziellen Methoden und Formen des Lernens als gehörloses bzw. schwerhöriges Kind vorbereitet. So haben hörgeschädigte Kinder mehr Zeit und mehr Erfahrungsmöglichkeiten, um durch die Hörschädigung bedingte Entwicklungsverzögerungen aufzuarbeiten. An die Eingangsklasse schließt sich die Schuleingangsphase mit der Klasse 1 an.

Im Durchschnitt lernen 10 Kinder (Gehörlose) bzw. 11 Kinder (Schwerhörige) in einer Klasse an der Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation. Sie werden von LehrerInnen für Sonderpädagogik (Schwerhörigen- bzw. Gehörlosenpädagogik) unterrichtet. Die Klassenräume sind mit den technischen Einrichtungen für Höranlagen ausgestattet.

Ein Schwerpunkt der Arbeit in der Förderschule, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation liegt in der Hör- und Spracherziehung, der Förderung des kommunikativen Verhaltens und des sprachlichen Handelns. Für jede Schülerin und jeden Schüler werden in einem individuellen Förderplan Lernziele und Fördermöglichkeiten entwickelt.

Die Kinder werden in der Regel in der Lautsprache unterrichtet, wobei gehörlose oder hochgradig schwerhörige SchülerInnen durch lautsprachbegleitende Gebärden (LBG) und - sofern die Lehrkräfte dazu befähigt sind - durch die Deutsche Gebärdensprache (DGS) unterstützt werden.

Der Lautspracherwerb ist für die Lebensbewältigung anzustreben, da ein gehörloser Mensch in einer Welt der Hörenden lebt. In dieser Welt sollte er sich möglichst ohne fremde Hilfe verständigen können.

Die Gebärdensprache ermöglicht gehörlosen Menschen eine differenzierte und entspanntere Kommunikation mit anderen Gehörlosen. Beide Kommunikationsformen überschneiden sich in der täglichen Praxis. Es sind gleichberechtigte Kommunikationsformen in der Schule.


Schule für Bottrop
Für Bottrop ist die nächstgelegene Schule mit diesem Förderschwerpunkt in Gelsenkirchen:

Glückauf-Schule
LWL-Förderschule mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation
Marler Str. 41
45894 Gelsenkirchen
Telefon: 02 09/ 93 05 261
Telefax: 02 09/ 93 05 266

Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation ist eine zuverlässige Schule von 8.00 Uhr bis 13.15 Uhr.

Spezielle schulische und berufliche Bildungsmöglichkeiten gibt es im Rheinisch-Westfälisches Berufskolleg für Hörgeschädigte - Förderschule im berufsbildenden Bereich - in Essen, Kerckhoffstraße 100, 45144 Essen, Telefon: 02 01/ 87 67 0, Telefax: 02 01/ 75 10 21. SchülerInnen aus allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland und dem benachbarten Ausland besuchen diese Schule.

Taubblinde Schülerinnen und Schüler

Taubblinde Kinder und Jugendliche werden in Hannover- Kirchrode gefördert. Diese Schule ist eine bundesweite Einrichtung. Sie verfügt über ein Internat. Hochspezialisierte ErzieherInnen und sonderpädagogische Lehrkräfte übernehmen die Förderung dieser Kinder. Informationen erhalten Interessierte bei den Förderschulen, Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation oder der Schule für Taubblinde in Hannover, Albert-Schweitzer-Hof 27, 30559 Hannover, Telefon: 05 11/ 51 00 80, Telefax: 05 11/ 51 00 857.

Förderschwerpunkt "Emotionale Entwicklung"

(besonderes Lernangebot im Bereich emotionale Entwicklung)

Kinder und Jugendliche mit einem Förderbedarf im Bereich des Verhaltens haben oft Schwierigkeiten, ihre Umwelt angemessen wahrzunehmen, oder werden durch familiäre oder soziale Probleme überfordert. So ziehen sie sich in sich selbst zurück oder reagieren mit Aggressionen oder Clownerien. Dadurch werden sie meist von ihren MitschülerInnen abgelehnt. So benötigen diese Kinder und Jugendlichen Hilfen, um ihre Umwelt anders wahrnehmen zu können, angemessene Verhaltensweisen und ein positives Selbstwertgefühl aufbauen zu können. Dazu bieten die kleinen Klassen in der Förderschule schon oft eine bessere Voraussetzung.

Schulpflicht
Es besteht eine zehnjährige Vollzeitschulpflicht.

In Bottrop gibt es nur eine Förderschule mit diesem Schwerpunkt für den Primarbereich (Adresse).

Organisation des Unterrichts
Durchschnittlich 11 Schülerinnen und Schüler lernen gemeinsam in einer Klasse. (In Bottrop sind die Klassen deutlich kleiner.) Ein/e KlassenlehrerIn erteilt in der Regel die meisten Stunden in der Klasse. So kann sie oder er am ehesten über eine tragfähige Beziehung zu den SchülerInnen eine Lernmotivation aufbauen. Diese Beziehung ist für die Entwicklung der Kinder besonders bedeutsam, da das Auftreten von Verhaltensauffälligkeiten immer auch ein Zeichen dafür ist, dass die Kinder und Jugendlichen nicht mehr aus eigener Kraft bestehende Konflikte und Spannungen bewältigen können. Für jede Schülerin und jeden Schüler werden in einem individuellen Förderplan Lernziele und Fördermöglichkeiten entwickelt.

Unterrichtsinhalte
Im Unterricht werden Möglichkeiten geschaffen, die Situation und die Gefühle der SchülerInnen zu thematisieren und einen gesellschaftlich anerkannten Umgang damit zu erarbeiten. Außerdem bietet die schulische Arbeit vermehrt Situationen an, die dazu beitragen, Interaktions- und Kommunikationsfähigkeiten aufzubauen und somit eine Stabilisierung des Sozialverhaltens zu ermöglichen. Individualisierte Unterrichtsformen erleichtern das Aufarbeiten von Lern- und Entwicklungsrückständen und können so das Selbstwertgefühl der SchülerInnen verbessern.

Ziel der sonderpädagogischen Förderung ist die Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen. Sie sollen nach Möglichkeit an eine Grund- oder Hauptschule zurückkehren. Dies kann zunächst probeweise für ein halbes Jahr erfolgen. In dieser Zeit hält die Lehrkraft für Sonderpädagogik den Kontakt zu der Schülerin oder dem Schüler und zu der allgemeinen Schule aufrecht.

Die Eltern werden in die schulische Arbeit so weit wie möglich einbezogen. Regelmäßige Kontakte zwischen Familie und Schule finden über Telefonate, Hausbesuche und Veranstaltungen für Eltern (Elterntreffen und Gesprächsrunden) statt. So erfahren sie auch von den Sorgen und Nöten anderer Betroffener. Sie erleben, wie andere Familien versuchen, schwierige Probleme mit ihrem Kind zu lösen.


Schule in Bottrop
Die Michael-Ende-Schule mit dem Förderschwerpunkt „Emotionale Entwicklung" ist in Bottrop für die Primarstufe eingerichtet. Kann der sonderpädagogische Förderungsbedarf auch nach Abschluss der Klasse 4 nicht aufgehoben werden, verbleibt das Kind in der Sekundarstufe der Michael-Ende-Schule. Nach Abschluss des 6. Schuljahres wechseln die Schüler in den Gemeinsamen Unterricht einer Haupt- oder Gesamtschule. 

Michael-Ende-Schule
Mühlenstr. 16
46238 Bottrop
Telefon: 0 20 41/ 69 85 05
Telefax: 0 20 41/ 65 84 16
Email: michael-ende-schulebottropde

Die Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale Entwicklung ist eine Halbtagsschule (wie Grundschulen) und orientiert sich inhaltlich am Lehrplan für die Grundschulen.

Förderschwerpunkt "Lernen"

(besonderes Lernangebot im Bereich Lernen)

Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen des Lern- und Leistungsverhaltens haben oft Probleme mit der Wahrnehmung, der Merkfähigkeit, der Aufmerksamkeit, dem Lerntempo der anderen Grundschüler oder der Ausdrucksfähigkeit. Sie benötigen häufig Unterstützung beim Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls und einer realistischen Selbsteinschätzung.

Dem kommt die Förderschule Lernen durch stärkere Differenzierung des Unterrichts und der Materialien, durch kleinere Klassen und durch ein individuell angepasstes Lerntempo entgegen.

Schulpflicht
Es besteht eine zehnjährige Vollzeitschulpflicht.

Organisation des Unterrichts
In der Förderschule, Förderschwerpunkt Lernen können Kinder in der Regel von Klasse 1 bis 10 unterrichtet werden. Oft werden jahrgangsübergreifende Klassen gebildet. Im Durchschnitt werden 16 SchülerInnen in einer Klasse unterrichtet.

Unterrichtsinhalte
In der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen erhält ein Kind eine individuelle ganzheitliche Förderung im schulischen, emotionalen und lebenspraktischen Bereich. Lernerfolge sollen dem Kind helfen, Selbstvertrauen und Lernmotivation aufzubauen. Angestrebt wird, das Kind zu größtmöglicher Selbstständigkeit zu führen, seine Lernbereitschaft zu stärken, schulische Leistungen zu fördern und zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu befähigen.

Für jede Schülerin und jeden Schüler werden in einem individuellen Förderplan Lernziele und Fördermöglichkeiten entwickelt.

Schwerpunkte der Arbeit in den Klassen 1 bis 4 sind unter anderem die Wahrnehmungsförderung, das Erlernen und Festigen von Arbeitstechniken, das Erlernen und Einüben von Regeln, der Abschluss des Leselehrgangs und der Umgang mit Mengen und Größen.

Wichtige Prinzipien des Unterrichts sind das Lernen mit konkreten Unterrichtsmaterialien, das Lernen mit allen Sinnen, Handlungsorientierung und vielfältiges Üben.

In den Klassen 5 bis 7 wird auf den erworbenen Grundkenntnissen und Fähigkeiten aufgebaut. Die Festigung von Arbeitstechniken und sozialen Fähigkeiten spielt eine wichtige Rolle im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler lernen zunehmend selbstständig und selbstbestimmt zu arbeiten.

In den Klassen 7 bis 10 sind die Unterrichtsinhalte auf die Zeit nach der Schule ausgerichtet. Durch Betriebspraktika und Betriebserkundungen, die in unterschiedlichen Organisationsformen und zeitlich ausgedehnt stattfinden können, sammeln die Jugendlichen eigene Erfahrungen mit der Berufswelt. Ferner lernen die SchülerInnen, wie konkrete Lebenssituationen geplant und durchgeführt werden können (z.B. Planung und Durchführung einer Klassenfahrt, Haushaltsführung). Die Jugendlichen erhalten Anregungen und Hilfen auf ihrem Weg zur selbstständigen Lebensführung.

Die Berufswahlvorbereitung geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der regionalen Agentur für Arbeit.

Die Klasse 10 bietet auch die Möglichkeit eines qualifizierten Abschlusses (= Hauptschulabschluss) an.

Schulen in Bottrop
Die Förderschule Lernen ist in der Regel eine Halbtagsschule, inzwischen nehmen die beiden Bottroper Förderschulen an dem Programm "offene Ganztagsschule" mit einer Nachmittagsbetreuung teil.

Schule Boy
Städtische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen
Braukstr. 263
46240 Bottrop
Telefon: 0 20 41/ 4 15 50
Telefax: 0 20 41/ 4 85 88


Adolf-Kolping-Schule
Städtische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen
Windmühlenweg 3
46236 Bottrop
Telefon: 0 20 41/ 2 51 79
Telefax: 0 20 41/ 2 01 34

Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung"

(besonderes Lernangebot im Bereich geistige Entwicklung)

Ihr Kind braucht kleine Lerngruppen und persönliche Ansprache, möglichst auch Einzelförderung. Große Lerngruppen könnten eine Reizüberflutung und Überforderung bedeuten. Ihr Kind hat Schwierigkeiten im Bereich der Verarbeitung von Sprache und im Verstehen von Zusammenhängen und braucht noch Hilfen im Alltagsablauf. Hier bietet die Schule mit dem Förderschwerpunkt `Geistige Entwicklung` kleine Klassen, eine Ganztagsbetreuung und ein am praktischen Erleben und Mitvollziehen des Alltags orientiertes Lernen.

Kinder und Jugendliche mit diesem Förderbedarf zeigen unterschiedliche Fähigkeiten und Kompetenzen in den verschiedenen Entwicklungsbereichen. Sie benötigen besondere Hilfen bei der Entwicklung von Wahrnehmung, Sprache, Denken und Handeln sowie Unterstützung zur selbstständigen Lebensführung und bei der Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit.

Schulpflicht
Es besteht eine elfjährige Vollzeitschulpflicht.

Organisation des Unterrichts
Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung ist in der Regel eine Ganztagsschule. Die SchülerInnen werden in den meisten Fällen mit Bussen oder Taxen zur Schule und wieder nach Hause gebracht. Die Kosten für die Fahrt zur nächstgelegenen Förderschule übernimmt der Schulträger, sofern das Kind in Nordrhein-Westfalen wohnt.

Das Lehrerkollegium an einer Förderschule, Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, setzt sich aus Fachkräften unterschiedlicher Berufsgruppen zusammen. LehrerInnen für Sonderpädagogik sowie FachlehrerInnen mit einer heilpädagogischen Zusatzausbildung sind für die Erteilung des Unterrichts zuständig. Je nach Bedarf kann der Schulträger weitere Kräfte zur Verfügung stellen: KrankengymnastInnen, TherapeutInnen für Arbeits- und Beschäftigungstherapie (= Ergotherapie), LogopädInnen und Pflegekräfte.

Die Schule gliedert sich in fünf Stufen: Vorstufe, Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Berufspraxisstufe. Unabhängig von Art und Schwere der Behinderung durchläuft jede/ SchülerIn in aller Regel alle Stufen. Für jede/n SchülerIn werden in einem individuellen Förderplan Lernziele und Fördermöglichkeiten entwickelt.

Im Durchschnitt bilden zehn SchülerInnen eine Lerngruppe. In der Vorstufe sind die Klassen deutlich kleiner, damit individuelle Bedingungen besser berücksichtigt werden können.

Unterrichtsinhalte
In der Vor- und Unterstufe liegt der pädagogische Schwerpunkt auf dem Sozialverhalten und in der Anbahnung von kognitiven Lernprozessen. Ausgehend von dem individuellen Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes wird zunächst eine Klassengemeinschaft mit engem Gruppenzusammenhalt angebahnt. Gemeinschaftliche Aktivitäten (Morgenkreis, Frühstück, Spiele, Lernangebote, usw.) werden besonders betont. Auch auf das Einhalten bestimmter Regeln, z.B. Waschen der Hände vor dem Essen, Aufräumen des eigenen Arbeitsplatzes wird besonderer Wert gelegt.

Weitere Kernbereiche des Unterrichts in Vor- und Unterstufe sind neben der Förderung der sprachlichen Kompetenz auch die Anbahnung der Schriftsprache und mathematischer Grundlagen, die Förderung der Selbstständigkeit, das Verrichten alltäglicher Tätigkeiten (Tischdecken, Spülen, Aus- und Ankleiden usw.) und das Ansprechen aller Sinne im Unterricht.

Die Förderung der Selbstständigkeit ist wesentliches Ziel des Unterrichts in der Mittelstufe. Darüber hinaus geht es um die Festigung der angebahnten und eingeübten Verhaltensweisen, die Einblicke in komplexere Zusammenhänge durch fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben und um die Förderung von Kenntnissen in den Kulturtechniken.

In der Oberstufe werden die SchülerInnen stärker in die Planung und Gestaltung des Unterrichts einbezogen. Projektorientiertes Arbeiten und Lernen wird weiter ausgebaut. Ziele der Förderung sind Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit. Die Unterrichtsthemen werden aus der unmittelbaren Erfahrungswelt der SchülerInnen gewählt.

Die Berufspraxisstufe schafft die Grundlagen für die spätere berufliche Tätigkeit. Im Rahmen eines Betriebspraktikums erhalten die Jugendlichen u. a. Einblick in die Werkstatt für Behinderte oder eine ähnliche Einrichtung. Im Mittelpunkt des Unterrichts in der Berufspraxisstufe stehen der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten, die auf den Arbeitsplatz bezogen sind; die Verbesserung des Arbeitsverhaltens, das Freizeitverhalten, die Themen Leben und Wohnen, Partnerschaft und die Gestaltung der Gesamtpersönlichkeit.

In der Schule am Tetraeder, der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung in Bottrop (Adresse s.unten), gibt es zwei zusätzliche außergewöhnliche Lernangebote:

  • für alle SchülerInnen, die motorisch dazu in der Lage sind, werden Ski-Kurse (in Mittenwald bzw. Österreich) angeboten
  • für die oberen Klassenstufen steht eine Trainingswohnung zur Verfügung, in der das selbstständige Leben besonders eingeübt werden kann.


Schule in Bottrop
In Bottrop ist die oben genannte Schule am Tetraeder die entsprechende Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung:

Schule am Tetraeder
Städt. Förderschule
mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
In der Welheimer Mark 62
46238 Bottrop
Telefon: 0 20 41/ 6 07 75
Telefax: 0 20 41/ 70 74 72
Email:   schule-am-tetraederbottropde

Gemeinsamer Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf

Wenn für Ihr Kind ein punktuelles besonderes Lernangebot ausreichend ist und es mit auch größeren Gruppen gut zurecht kommt, im Alltag recht selbstständig ist und vom Lernen mit sog. normalen Kindern profitieren könnte, dann empfiehlt sich der sog. „Gemeinsame Unterricht" in einer Integrationsklasse.

In Bottrop ist mit der Ludgerusschule (Homepage s. unten) eine Grundschule benannt worden, an der eine Sonderschullehrerin (Teilzeit) arbeitet, sodass zurzeit alle vier Jahre eine integrative Klasse eingerichtet werden kann, in der bis zu vier SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufgenommen werden können. Darüber hinaus wird ggf. je nach Anzahl der Anträge von interessierten Eltern eine weitere Klasse einer anderen Grundschule für den "Gemeinsamen Unterricht" ausgewählt und ein/e Sonderschullehrer/in einer der fünf Bottroper Förderschulen mit dem entsprechenden Stundenanteil dorthin abgeordnet.
Jedem Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf stehen in Bottrop ca drei Stunden spezielle Förderung pro Woche zu.

Die Entscheidung darüber klären Sie in einem Gespräch mit dem Schulverwaltungsamt (Adresse s. unten).

In jedem Fall sollten Sie, wenn Sie am "Gemeinsamen Unterricht" interessiert sind, früh genug einen entsprechenden Antrag an das Schulamt richtgen (d.h., wenn Sie Ihr Kind an der Grundschule Ihrer Wahl anmelden wollen und Sie bzw. die Schulleitung eine Überprüfung nach AO-SF vorschlagen)

Im Gemeinsamen Unterricht lernt ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf zusammen mit Kindern ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in einer allgemeinen Schule. Hierzu erhält die Lehrkraft der allgemeinen Schule Unterstützung durch eine Lehrkraft für Sonderpädagogik. Beide erstellen gemeinsam einen individuellen Förderplan für das Kind. Sie unterrichten zeitweise zusammen in der Klasse und überprüfen regelmäßig die Lernfortschritte des Kindes.

Der Gemeinsame Unterricht der Grundschule (§ 20 Abs. 7 Schulgesetz) kann an einer allgemeinen Schule der Sekundarstufe I fortgeführt werden.

Für SchülerInnen, die aufgrund ihres sonderpädagogischen Förderbedarfs nach anderen Unterrichtsvorgaben als denen der allgemeinen Schule lernen und voraussichtlich das Bildungsziel der allgemeinen Schule nicht erreichen, können mit Zustimmung des Schulträgers in der Sekundarstufe I Integrative Lerngruppen eingerichtet werden. Voraussetzung für die Einrichtung einer Integrativen Lerngruppe ist, dass die Schule entsprechend ausgestattet ist und Lehrkräfte für die sonderpädagogische Förderung zur Verfügung stehen.

In Bottrop gibt es diese Möglichkeit an der Willy-Brandt-Gesamtschule; für den Förderbedarf emotionale Entwicklung ist eine individuelle Betreuung an den Bottroper Hauptschulen möglich.

Über den sonderpädagogischen Förderbedarf und den Förderort entscheidet die Schulaufsicht. Der sonderpädagogische Förderbedarf ist jedes Jahr durch die Schule zu überprüfen. Bei Bedarf wird der Förderort neu festgelegt.

Zusätzlich zu den genannten Förderschulen gibt es noch die Schule für Kranke.


Wenn Ihr Kind längere Zeit stationär im Krankenhaus bleiben muss, hat es ein Recht darauf, auch dort schulisch gefördert zu werden.
Im Allgemeinen nehmen die LehrerInnen im Krankenhaus zu der vorher besuchten Schule Kontakt auf, ggf. mit Ihrer Hilfe.

Kinder und Jugendliche mit Autismus

Bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus liegt eine tiefgreifende Entwicklungsstörung vor. Die schulische Situation ist erschwert durch Verhaltensweisen, die von ihrer Umwelt nicht verstanden werden. Die Fähigkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren, soziale Verhaltensweisen zu entwickeln, Strategien zur Alltagsbewältigung zu gebrauchen und Erfahrungen auf neue Situationen zu übertragen ist erschwert.

Daher benötigen die Kinder und Jugendlichen sonderpädagogische Förderung und Lern- und Unterstützungsangebote für die Entwicklung größtmöglicher Beziehungsfähigkeit zur Welt, für eine aktive Lebensgestaltung in ihrem sozialen Umfeld und für ein Leben in weitgehender Selbstständigkeit und Selbstbestimmung.

Schulbesuch für Kinder mit Autismus
Neben dem Gemeinsamen Unterricht und dem Unterricht in einer Integrativen Lerngruppe können SchülerInnen mit Autismus die Förderschule besuchen, die ihrem vorrangigen Förderbedarf entspricht. Die Dauer der Schulbesuchspflicht richtet sich nach der Schule, in der ein Schüler oder eine Schülerin mit Autismus unterrichtet wird.

Wird ein/e autistische/r SchülerIn mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der allgemeinen Schule unterrichtet, so erhalten die Lehrkräfte Unterstützung durch sonderpädagogische Lehrkräfte.

Bei SchülerInnen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) liegt jedoch häufig gar kein sonderpädagogischer Förderbedarf vor. Dann wird der Autismus als seelische Behinderung verstanden und zur Erleichterung des schulischen Lernens kann über das Gesundheitsamt, das die Diagnose bestätigt, beim Jugendamt ein sog. Integrationshelfer beantragt werden (Sozialgesetzbuch VIII, § 35a)

Dabei handelt es sich im Gegensatz zum Sonderschullehrer in einer integrativen Klasse um eine individuelle Hilfe, die dem Schüler persönlich zugeteilt wird.

Unterricht für Kinder mit Autismus
Im Unterricht ist das Bildungsziel der jeweiligen Schulform, wenn nötig, unter Einbeziehung des Nachteilsausgleichs, anzustreben. Zu den Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs zählen u.a.:

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit,
  • mediale Aufarbeitung der Aufgabenstellungen bzw. Arbeitsmittel,
    Gebrauch unterstützender Kommunikationshilfen,
  • personelle Assistenz in Form der Schulbegleitung.

Unabhängig von der besuchten Schulform ist für die Erziehung und den Unterricht bei SchülerInnen mit Autismus die wechselseitige Anbahnung und Gestaltung einer Beziehung zu den Lehrkräften und den MitschülerInnen von besonderer Bedeutung. Aufgrund ihres besonderen Förderbedarfs benötigen die SchülerInnen eine Lernumgebung, die ihnen ein hohes Maß an Vorhersehbarkeit, Verlässlichkeit, Eindeutigkeit und Konstanz hinsichtlich personeller, räumlicher und zeitlicher Bedingungen ermöglicht.

Hierzu gehören ein eindeutiges Erziehungsverhalten, ein vertrauter Lernplatz in möglichst reizarmer Umgebung, verlässliche Rückzugsmöglichkeit in Unterrichts- und Pausenzeiten sowie bei Bedarf Hilfen zur Orientierung im Schulgebäude. Die Sicherstellung eines überschaubaren und vorhersehbaren Ablaufes des Schulalltages ist von besonderer Bedeutung.

Schulabschlüsse
Die für SchülerInnen mit Autismus vermittelten Abschlüsse richten sich nach dem Leistungsvermögen der einzelnen SchülerInnen. Sie können alle Schulabschlüsse erreichen.

SchülerInnen mit Autismus finden Sie an allen Bottroper Schulen; nicht für alle autistischen SchülerInnen muss ein sonderpädagogischer Förderbedarf ermittelt werden. Dies ist angeraten, wenn das betreffende Kind zusätzliche Hilfe beim Lernen braucht, die über einfache organisatorische Maßnahmen hinausgeht.

Auf Initiative der Bezirksregierung hin gibt es seit dem Schuljahr 2007/08 in jedem Schulamtsbezirk einen Lehrer / eine Lehrerin als besondere Ansprechpartnerin für Fragen zum Thema „Autismus und Schule“. In Bottrop können Sie sich an Frau A. Kömen an der Schule am Tetraeder wenden (Telefon: 0 20 41/ 6 07 75 tagsüber).

Nutzen Sie immer die Möglichkeit, an Schulen zu hospitieren, um die genauen Lern- und Arbeitsbedingungen kennenzulernen. Denn Sie kennen Ihr Kind besser als jeder Gutachter und die Schulen mit gleichem Förderschwerpunkt können doch wieder ganz unterschiedliche Ausgangsbedingungen bieten, die es sorgfältig gegeneinander abzuwägen gilt.

Vom Sozialamt der Stadt Bottrop wird ca vier mal jährlich ein Elterngesprächskreis durchgeführt. Dort kann man sich in entspannter Runde über anstehende Themen unterhalten. Auch werden von Zeit zu Zeit Referenten zu bestimmten Themen eingeladen oder Workshops durchgeführt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an das Sozialamt der Stadt Bottrop.

Ansprechpartner beim Sozialamt Bottrop

Claas Trippe
Tel.: 02041/70-3825
Fax: 02041/70-3949

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