Inhalt anspringen

Ablauf der Ereignisse

Im Fall um die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen einen Bottroper Apotheker hat sich die Stadt Bottrop früh um eine Information aller Beteiligten bemüht.

  • Durch das städtische Gesundheitsamt sind bisher vier Schreiben an alle belieferten Ärzte und Krankenhäuser versandt worden. Die beiden letzten Schreiben gingen zusätzlich an alle Ärzte in Bottrop.
  • Es wurden die übergeordneten Behörden sofort und jeweils im Verlauf informiert.
  • Das Gesundheitsamt führte bisher mehr als 1.200 Gespräche mit Betroffenen alleine über die Hotline der Stadt (Stand: November 2017). Hinzu kommen zahlreiche persönliche Gespräche im Gesundheitsamt.
  •  Der jeweils bekannte Kenntnisstand wurde umgehend auf der Internetseite der Stadt Bottrop veröffentlicht und aktuell gehalten.
  • Darüber hinaus wurden mehrere Pressemitteilungen versandt.

Im Folgenden ein Ablauf der Ereignisse:

November 2016

Staatsanwaltschaft informiert über Verdacht

  • Die Staatsanwaltschaft Essen informiert die zuständige Amtsapothekerin über den Verdacht gegen einen Bottroper Apotheker. Dies geschieht nur informell ohne Details.
  • Es gibt die dringende Aufforderung der Staatsanwaltschaft, keine weiteren eigenen Maßnahmen einzuleiten und Stillschweigen zu bewahren.
  • Die Amtsapothekerin soll als Fachberaterin und zur Planung der konkreten Umsetzung der "Stilllegung" des Zyto-Labors hinzugezogen werden.

29. November 2016

Durchsuchung der Apotheke und Stilllegung des Zyto-Labors

  • In der Apotheke findet eine Durchsuchung durch die Staatsanwaltschaft Essen statt. Es werden Proben vom Tag und sämtliche Akten beschlagnahmt. Bei der Aktion ist auch die Amtsapothekerin anwesend.
  • Es erfolgt eine Anordnung der "Stilllegung" (korrekt: Entzug der Betriebserlaubnis) des Zyto-Labors durch die Amtsapothekerin.
  • Der Haftbefehl und der Durchsuchungsbeschluss sagen aus, dass die Ermittlungen im Jahr 2012 einsetzen, es ist von 40.000 Einzelfällen die Rede. Der Vorwurf lautet auf: Fehldosierungen und eine hygienisch unzureichende Herstellung der Mittel
  • Die Dramatik der Situation ist im Gesundheitsamt der Stadt Bottrop sofort klar: Eine "niedrige vierstellige Zahl" von Patienten und deren Angehörige sind möglicherweise betroffen mit den Folgen von Angst und Verunsicherung.
  • Vor diesem Hintergrund wird seitens der Stadt Bottrop die Notwendigkeit zur Information gesehen: Nach Abwägung wird als bester Weg die Informationsweitergabe über die von dem Beschuldigten belieferten Ärzte und Krankenhäuser angesehen, zumal der Stadtverwaltung keine weitergehenden Informationen vorliegen
  • Die Staatsanwaltschaft Essen übersendet eine Liste der Ärzte und Krankenhäuser. Es finden Absprachen zum weiteren Vorgehen mit der Bezirksregierung Münster und dem NRW-Gesundheitsministerium (MAGS) statt.

2. Dezember 2016

Ärzte werden informiert

  • Ein Schreiben an die behandelnden Ärzte übermittelt den damaligem Erkenntnisstand:
    • Betroffen sind "vor allem Präparationen mit monoklonalen Antikörpern"
    • es ist "kein System erkennbar", nach dem der Beschuldigte gehandelt haben könnte
    • Die Ärzte werden gebeten, ihre jeweiligen Patienten zu informieren über den Sachstand zu informieren
    • Die Stadt Bottrop sagt zu, weitergehende Informationen zu übermitteln, sobald diese der Stadt Bottrop vorliegen. (Diese Vorgehensweise wird auch von der damaligen NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bekräftigt: Patienten mögen sich an behandelnde Ärzte wenden)
    • Das Schreiben des städtischen Gesundheitsamtes erhielten auch:
      • die Apothekerkammer Westfalen-Lippe / Nordrhein
      • die Ärztekammer Westfalen-Lippe / Nordrhein
      • die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
      • das Landeszentrum Gesundheit NRW
      • der Ärzteverein Bottrop

Stadt Bottrop richtet Hotline ein

  • Das Gesundheitsamt der Stadt Bottrop richtet an diesem Tag eine Hotline ein und besetzt diese mit eigens dafür geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Um zeitnah reagieren zu können, wird die Hotline mit einem Großteil der in der Dienststelle tätigen Mitarbeiter besetzt, die diese Gespräche im Wechsel annehmen. Die Mitarbeiter nehmen die Aufgabe freiwillig und neben ihren originären Aufgaben wahr.
  • In den Gesprächen zeigt sich eine große persönliche Betroffenheit. Neben Patienten melden sich auch Angehörige und Freunde. Bis zum 31. August 2017 zählte das Gesundheitsamt mehr als 1.100 Anrufe.
  • Neben den Auskünften über die Hotline finden auch persönliche Gespräche im Gesundheitsamt mit Betroffenen und Angehörigen statt.
  • Ab Anfang des Jahres 2017 werden nach vorheriger Absprache Betroffene auch auf die Beratungsangebote und die Arbeit der Selbsthilfe verwiesen.
  • Die beschlagnahmten 117 Proben werden analysiert durch das Landeszentrum Gesundheit NRW und das Paul-Ehrlich-Institut. Die Untersuchungen sind sehr komplex und müssen "gerichtsfest" sein. Sie sind daher sehr zeitintensiv.

Februar 2017

Erste Ergebnisse nach Beschlagnahme erhärten Verdacht

  • Die Stadt Bottrop bekommt von der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass erste Ergebnisse der Analysen der 117 Proben, die am 29. November 2016 beschlagnahmt wurden, den Anfangsverdacht erhärten. Daraufhin leitet die Stadt Bottrop am 10. Februar 2017 das Verfahren ein, dem Beschuldigten die Erlaubnis zur Führung der Apotheken in Bottrop und Düsseldorf zu entziehen. (Das "Zyto-Labor" wurde bereits am 29. November 2016 geschlossen. Siehe oben.)
  • Im Februar gab es telefonische Absprachen mit der Bezirksregierung Münster und am 20. Februar 2017 eine Besprechung, bei der ein Überblick über den damaligen Stand der Untersuchung der beschlagnahmten Proben gegeben wurde. Dadurch ausgelöst wurde durch die Stadt bei der Staatsanwaltschaft ein Zwischenbericht angefordert. Die Zwischenergebnisse wurden Ende März vom Landeszentrum Gesundheit NRW übersandt.
  • Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass diese Ergebnisse noch nicht öffentlich kommuniziert werden dürfen.
  • Nach weiterer Abstimmung werden allerdings die belieferten Ärzte und Krankenhäuser im Mai 2017 durch das Gesundheitsamt informiert.

Juni 2017

Ergebnisse nach Auswertung der Buchhaltung

  • Die Staatsanwaltschaft Essen übermittelt Ergebnisse der buchhalterischen Analyse, bei der sie Einkaufsmengen und Abgabemengen der Apotheke verglichen hatte. Dadurch geraten eine Vielzahl weiterer Wirkstoffe in den Verdacht, unterdosiert zu sein.
  • Das Gesundheitsamt der Stadt Bottrop richtet umgehend ein erneutes Schreiben an die belieferten Ärzte, auch auf Wunsch der Staatsanwaltschaft Essen.
  • Ein Schreiben mit den Informationen ging auch an die übergeordneten Behörden.
  • Die Informationen werden auf der Internetseite der Stadt Bottrop veröffentlicht und in einer Pressemeldung an die Medien weiter gegeben. Die Liste der anfänglich genannten fünf Medikamente wird erweitert auf 49.

Juli 2017

  • Das Gesundheitsamt nimmt als Ansprechpartner an einem Fachgespräch zum Thema "Medikamentensicherheit" teil, das vom DPWV und der Selbsthilfe organisiert wird.

19. Juli 2017

  • Die Staatsanwaltschaft Essen gibt eine Pressemeldung heraus, in der sie erklärt, sie habe am 11. Juli 2017 Anklage "gegen einen 47-jährigen Apotheker aus Bottrop" erhoben.
  • Die Stadt Bottrop veröffentlicht den Wortlaut der Pressemitteilung am selben Tag auf ihrer Internetseite.

Juli und August 2017

  • Die Pressestelle der Stadt Bottrop beantwortet verstärkt überregionale Anfragen zum Thema.
  • Es werden Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz beantwortet und Akteneinsicht gewährt.

September 2017

  • Es finden Gesprächsrunden des Oberbürgermeisters mit Betroffenen statt
  • Die Stadt gibt weitere Pressemitteilung zum Thema heraus
  • Die Stadt Bottrop beantwortet Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz

21. September 2017

Vager Hinweis im Jahr 2013

  • Der Kreis Recklinghausen teilt der Stadt Bottrop mit, dass es zwischen der Amtsapothekerin und den Ermittlungsbehörden im Jahr 2013 einen telefonischen Kontakt gegeben hatte.
  • Bei diesem Kontakt mit der Kripo Recklinghausen handelte es sich allerdings um ein allgemeines Rechtsauskunftsersuchen in einem anonymen Fall ohne einen Hinweis auf den betreffenden Ort oder den betreffenden Betrieb. Bis zu diesem Zeitpunkt (21. September 2017) hatte deshalb das Gesundheitsamt der Stadt Bottrop von einem Telefonat dieses Inhaltes keine Kenntnis.
  • Die Amtsapothekerin hatte 2013 der Kripo die maßgeblichen Rechtsgrundlagen benannt. Darüber hinaus wurde die Amtsapothekerin nicht weiter tätig. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelte nicht weiter.

10. Oktober 2017

  • Die Stadt Bottrop organisiert zum Thema eine Pressekonferenz, um den aktuellen Sachstand darzustellen und um Fragen der Journalisten ausführlich zu beantworten.
  • Das Thema ist an diesem Tag auch auf der Tagesordnung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Familie. Ein Sprecher der Betroffenen erhält Rederecht, um die Angelegenheit aus seiner Sicht darstellen zu können. Sozialdezernent Willi Loeven und der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Christian Marga geben einen Sachstandsbericht zu den bisherigen Ereignissen und stehen dem Ausschuss Rede und Antwort.

November 2017

  • Das Landgericht Essen teilt in einer Pressemitteilung vom 11. Oktober mit, dass der Prozess am 13. November 2017 eröffnet wird.
  • Am 4. November findet im Marienhospital ein Patiententag zum Thema statt. Bei der Veranstaltung stehen der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Christian Marga, und der Chefarzt und Leiter des Brustzentrums des Marienhospitals, Dr. Hans-Christian Kolberg, für Fragen zur Verfügung.
  • Der Hörfunksender WDR 5 veranstaltet am 9. November eine Livesendung in der Aula des Josef Albers Gymnasiums in Bottrop. Auf dem Podium vertreten sind neben Heike Gebhard (Vorsitzende Gesundheitsausschuss Landtag NRW), Prof. Dr. Stephan Schmitz (Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland), Dr. Klaus Peterseim (Verband der Zytostatika herstellenden Apotheker) auch Oberbürgermeister Bernd Tischler.
${html.arvedui.search.moreLikeThis.label}
${html.arvedui.search.form.label}

Cookies erleichtern die Bereitstellung von Diensten auf dieser Webseite. Mit der Nutzung der Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass die Stadt Bottrop Cookies verwendet. Weitere Informationen finden Sie unter dem nebenstehenden Link zum Datenschutz.

Datenschutz