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Der Demographischer Wandel und die Konsequenzen für das Gesundheitswesen waren Thema

Die Kommunale Gesundheitskonferenz diskutierte die Konsequenzen einer alternden Gesellschaft für die ambulante und stationäre gesundheitliche Versorgung.

Am Donnerstag in der vergangenen Woche, 16. Mai, fand die Kommunale Gesundheitskonferenz statt, an der alle Akteure und Institutionen des örtlichen Gesundheitswesens regelmäßig teilnehmen. Schwerpunkt war diesmal die Auswirkung des demographischen Wandels auf die Versorgungssituation in Bottrop.

Der Sozialplaner der Stadt Bottrop, Moritz Brunecker, stellte die Zahlen für Bottrop vor und führte aus, dass der demographische Wandel sich trotz Zuwanderung und gestiegener Geburtenzahlen durch eine zunehmende Alterung der Gesellschaft fortsetzt. Die daraus zu erwartenden Folgen auf die gesundheitliche Versorgung betrachtete die kommunale Gesundheitskonferenz sowohl von der Versorgerseite als auch mit Blick auf die zu Versorgenden.

Dr. Klaus Rembrink informierte aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, dass nicht befürchtet werden müsse, dass in Bottrop Praxen wegen Überalterung der Hausärzte geschlossen werden: "Eventuell erreicht uns der Mangel hier erst etwas später“, so Rembrink. Zudem werde sich die Anzahl der Praxen aller Voraussicht nach noch einmal verändern, da sich auch die Rahmenbedingungen änderten. Durch die Öffnung der Sonderzone Ruhrgebiet, in der die Praxendichte geringer ist als anderenorts in NRW, werde sich eine neue Berechnungsgrundlage ergeben.

Für den stationären Bereich beleuchtet Dr. Svenja Hennigs vom Knappschaftskrankenhaus die Folgen des demografischen Wandels insbesondere unter dem Aspekt der Mitarbeitergewinnung in der ärztlichen Versorgung und in der Pflege. Hier entwickeln die Krankenhäuser in vielerlei Hinsicht Aktivitäten, benötigen aber auch Unterstützung von kommunaler Seite, um beispielsweise entsprechenden Wohnraum und Kinderbetreuung der meist jungen und qualifizierten Mitarbeiter sicher zu stellen.

Dr. Thomas Voemel vom Marienhospital berichtete vor allem über die Situation der älter werdenden Menschen im stationären Bereich. Er betonte, dass Menschen in der Geriatrie „ganzheitlich“ gesehen und behandelt werden sollten. Das sei interdisziplinär und über die Fachbereiche hinweg oder über konsiliarische Dienste zu organisieren.

Ähnliche Problemlagen und Strategien sehen auch die leitende Ärztin des Antonius-Krankenhauses Dr. Astrid Rudel, Michael Ganz von der Zahnärztekammer und Birgit Lauer von der Apothekerkammer. Zahnärzte und Apotheker sehen zudem in der Bildung von größeren Einheiten die Möglichkeit, den Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten anbieten zu können, um gerade jungen Fachkräften die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern, betonen hier auch noch einmal die Bedeutung einer ausreichenden Versorgung mit Kita-Plätzen und im Offenen Ganztag, insbesondere in der Grundschule.

Gesundheitsdezernent Willi Loeven verwies auf die großen Anstrengungen der Kommune, in den letzten Jahren zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen, sieht aber auch einen weiter sich entwickelnden Bedarf. Hinsichtlich der Fachkräftegewinnung gäbe es seit einiger Zeit eine Initiative der städtischen Wirtschaftsförderung gemeinsam mit Akteuren der Gesundheitswirtschaft im Projekt MediNet. Loeven regte an, eine Vertreterin der städtischen Wirtschaftsförderung in eine der nächsten Gesundheitskonferenzen einzuladen.

Am Ende der Sitzung informierte Andrea Multmeier vom Paritätischen über die „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, die in diesem Jahr an den Start gegangen ist. Bottroper Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung und Angehörige können in der Einrichtung neben oder anstatt der Beratung direkt bei den Kostenträgern über ihre Fragen sprechen und Angebote kennenlernen.

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