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Seit 20 Jahren gibt es eine Ambulante Sucht-Rehabilitation

Veranstaltung mit Referaten und Diskussion im Kammerkonzertsaal. Auch Ex-Fußballprofi Uli Borowka wird kommen.

© Stadt BottropDr. Astrid Danneberg, Dr. Claudia Postberg-Flesch, Raffaela Wenk (Gesundheitsamt Stadt Bottrop) und Eva Schweer (Antonius-Krankenhaus).

Mit einer Informationsveranstaltung rund um Alkohol und Abhängigkeit begeht die Stadt Bottrop gemeinsam mit ihren Partner das 20-jährige Jubiläum zur ambulanten Suchtberatung in dieser Stadt. Am Montag, 6. Mai, wird es im Kammerkonzertsaal am 15.30 Uhr eine Reihe von Referaten zum Thema geben und auch Gelegenheit zur Diskussion.

Kommen wird auch Uli Borowka, ehemaliger Fußballprofi, der selbst von der Sucht betroffen war. "Wir freuen uns, dass er zugesagt hat und aus seinen Erfahrungen erzählen wird", sagt Dr. Astrid Danneberg, Abteilungsleiterin im Gesundheitsamt. Uli Borowka stehe für einen Menschen, von dem man zu seiner aktiven Zeit als Fußballprofie nicht erahnen konnte, dass er einmal psychologische Hilfe in Anspruch nehmen würde.

Der robuste Verteidiger von Werder Bremen wurde von seine Fans nur "Die Axt" genannt. In den 80er- und 90er-Jahren war er in der Liga gefürchtet. Zweimal Meister und Pokalsieger mit Werder Bremen sowie Sieger des Europapokals der Pokalsieger. Kann so jemand Probleme mit der Sucht haben? Kann so jemand mit Alkohol und Abhängigkeit in Verbindng stehen? Undenkbar, denn wer so hinlangt steht nicht in dem Ruf, psychische Probleme zu haben.

Ein Irrtum, wie sich herausstellte, denn den sportlichen Höhepunkten folgten Abstürze. 2000 wurde der einst umjubelte Held in eine Entzugsklinik eingewiesen.

Dass selbst "Die Axt" vom Alkohol gefällt werden kann und heute öffentlich mit seinem Schicksal umgeht, erleichtert den Einstieg in ein Thema, dass immer noch schwierig ist und mit dem sich die meisten Betroffenen schwer tun. Das Eingeständnis, Alkoholkrank oder Suchtkrank zu sein, ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

"Der Weg ist oft ein langer", sagt Raffaela Wenk, Therapeutin im Gesundheitsamt der Stadt Bottrop. "Die Patienten sind zum großen Teil zwischen 40 und 60 Jahre alt, haben aber oft eine lange Lebensgeschichte mit Alkoholkonsum." Erst wenn die Lebensumstände keinen Ausweg mehr bringen, wenn die Trennung vom Partner droht oder der Verlust des Arbeitsplatzes, ist der Leindesdruck so groß, dass man sich zu einer Therapie entschließt. Zweidrittel der Alkoholkranken in der Therapie, so zeigen Erfahrungswerte, sind Männer. Bei Frauen hingegen liegt das Problem eher bei einer Abhängigkeit von Medikamenten.

Dem Willen, die Krankheit aktiv zu bekämpfen, muss dann zunächst eine Entgiftung des Körpers folgen. Erst wenn der Körper giftfrei ist, was zwei Wochen dauern kann, beginnt die eigentliche Reha mit einer Therapie, um mit seinem Alltag - ohne Alkohol und Drogen - fertig zu werden.

Ambulante Therapie möglich

Ein Klinikaufenthalt mit Rehabilitationsmaßnamen zur Bewältigung des Suchtproblems dauert in der Regel acht bis 14 Wochen. Das ist nicht immer von Vorteil für die Betroffenen, denn in dieser Zeit sind sie aus ihrem familiären Umfeld oder aber auch von ihrer Arbeitsstelle isoliert. Es gibt aber die Alternative, eine ambulante Behandlung durchzuführen.

Die Ambulante Rehabilitation kommt immer dann in Frage, wenn eine stationäre Behandlung nicht erforderlich ist oder wenn die Behandlung nach einem Klinikaufenthalt ambulant fortgesetzt werden kann. Zudem kann sie greifen, wenn mehr Unterstützung notwendig oder erwünscht ist, als allein durch Beratung und durch Selbsthilfegruppen geleistet werden kann. "Die Ambulante Rehabilitation ist daher sowohl eine Alternative als auch eine Ergänzung der Behandlung in einem Fachkrankenhaus", sagt Dr. Astrid Danneberg.

In Bottrop und Gladbeck gibt es ein solches Angebot seit 20 Jahren. Zu diesem Zweck hatten sich 1999 die Suchtberatungsstelle der Caritasverbände Bottrop und Gladbeck, das St. Antonius-Krankenhaus in Kirchhellen und der Sozialpsychiatrische Dienst im Gesundheitsamt Bottrop zu dem Trägerverbund Bottrop/Gladbeck zusammengeschlossen. In den beiden Städten kann ein solches Angebot durch einen einzelnen Träger nicht erbracht werden, weil ein multiprofessionelles Team aus Suchtberatern, Psychologen und Ärzten eine Voraussetzung ist. Sowohl die Deutsche Rentenversicherung als auch die Krankenkassen tragen das Konzept mit.

Ziele der ambulanten Rehabilitation sind:

  • eine dauerhaften Abstinenz zu erreichen,
  • die Erwerbsfähigkeit zu verbessern und wieder herzustellen,
  • eine soziale und berufliche Wiedereingliederung,
  • die Beziehung zum Lebenspartner und Angehörigen zu verbessern
  • soweit es möglich ist, körperliche Störungen zu beheben
  • und die therapeutische Bearbeitung der Sucht und ihrer seelischen Hintergrundstörung.
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