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Bottroper Sozialprojekt bekommt Auszeichnung der Brost-Stiftung

EULE unter den ersten Drei des Wettbewerbs „Kooperation Ruhr“

© Stadt BottropDas Bottroper EULE-Team präsentiert den Preis und den Pokal.

Die Brost-Stiftung hat einen Ideen-Wettbewerb unter dem „Titel Kooperation Ruhr -Demografischer Wandel als Fortschrittsmotor" ausgelobt. Mit insgesamt 100.000 Euro sind am Montag, 19. Oktober 2015, in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg" in Mülheim an der Ruhr die besten Kooperationen im Ruhrgebiet und den angrenzenden Gebieten für ihr Engagement und ihre guten Ideen prämiert worden. Ausgezeichnet wurde auch ein Projekt aus Bottrop. Die „EULE", bei der Schüler Senioren unterrichten, belegte den dritten Platz.

© Stadt BottropDer Pokal, der jetzt im Heinrich Heine Gymnasium einen Ehrenplatz bekommt.

Bei der feierlichen Preisverleihung haben die ersten drei Projekte in je zwei Teilnahme-Kategorien Preisgelder von insgesamt 90.000 Euro erhalten, nach Bottrop fließen davon 10.000 Euro als Preisgeld für den dritten Platz in der der Kategorie A, Kooperationen von Kommunen, Kreisen und kommunalen Einrichtungen. Weitere zweimal 5.000 Euro wurden für Sonderpreise ausgelobt.

Die Bottroper EULE steht für Erleben, Unterrichten, Lernen und Experimentieren. Schüler und Schülerinnen schlüpfen in die Rolle des Lehrers und unterrichten in ihrer Freizeit Seniorinnen und Senioren ab 50. Im Rollentausch sollen die beide Seiten, die sich in unterschiedlichen Lebensphasen befinden, profitieren. Das geschieht durch den Lerneffekt voneinander und durch den respektvollen Umgang miteinander. „Zusammenhalten zwischen Jung und Alt entsteht tagtäglich aufs Neue. Ein beeindruckendes Projekt", sagte Dr. Michael Schlagheck, Dierektor der katholischen Akademie „Die Wolfsburger", in seiner Laudatio.

In diesem Schuljahr nehmen mehr als 100 Seniorinnen und Senioren im Alter ab Mitte 50, an vier Computer- und fünf Englischkursen teil. Sie werden von elf Schülerinnen und sieben Schülern ab der Jahrgangsstufe 8 des Heinrich-Heine-Gymnasiums unterrichtet. Projektpartner sind der Seniorenbeirat der Stadt Bottrop, das Sozialamt und das Heinrich-Heine-Gymnasium.

Dier ersten Beiden Plätze in dieser Kategorien gingen nach Schwelm (30.000 Euro) und nach Essen (20.000 Euro). Ausgezeichnet mit dem ersten Platz wurde das Projekt „arbeiten-pflegen-leben", bei der die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Mittelpunkt steht. Der zweite Platz ging an das Projekt „Senioren-Technikbotschafter", bei dem es darum ging älteren Menschen Technik näher zu bringen. Auch hier gab es Kooperationen zwischen kommunalen Institutionen mit Ehrenamtlichen als Träger der Initiativen. Das Projekt „Dortmunder Wunschgroßeltern" bekam einen Sonderpreis.

In Kategorie B, Kooperationen von gemeinnützigen Vereinen, Verbänden, Stiftungen und Bürgergruppen, belegt die Ehrenamt Agentur Essen mit dem Projekt „17/70 – Junge Paten für Senioren" den ersten Platz, gefolgt von „Meerbecks munteren Männern" (Platz 2) sowie der „Patenschaft Jung+Alt" (Platz 3). Den Sonderpreis erhielt der „Seniorenkulturbus Mühlheim a. d. Ruhr". In dieser Kategorie wurden Preisgelder von 15.000, 10.000 und 5.000 Euro verliehen.

Neben dem Preisgeld, das in Bottrop in die technische Ausstattung für den Unterricht investiert werden soll, bekamen die Sieger auch einen Pokal verliehen. Außerdem wurden die ersten vier Projekte über einen speziell angefertigten und erstmals ausgestrahlten Film besonders gewürdigt. Allen Wettbewerbsteilnehmern wurde eine Urkunde für ihr Engagement überreicht. Eingereicht worden waren 129 Projekte, über die die Jury zu entscheiden hatte.

Bischof Franz-Josef Overbeck freute sich über das Engagement des Wettbewerbs: „Der Wettbewerb hat gezeigt, dass der demografische Wandel nicht etwas ist, was Angst machen muss. Die zahlreichen erfolgreichen Initiativen zeigen, dass sich die Menschen im Ruhrgebiet den Herausforderungen stellen und neue, eigene Ideen entwickeln. Er zeigt auch: Man muss nicht alles behördenseitig regeln. Viele Lösungen entstehen vor Ort aus eigener Initiative."

Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbands Ruhr und Schirmherrin des Wettbewerbs unterstrich nochmals die Bedeutung der Zusammenarbeit über die Verwaltungsgrenzen hinweg: „Die Kommunen im Ruhrgebiet sind auf den demografischen Wandel nicht nur vorbereitet. Sie entdecken neue Chancen in ihm und gestalten ihn aktiv. Aus dem Ruhrgebiet entstehen Modelle für andere Regionen, die erst später von der demografischen Entwicklung eingeholt werden."

Bodo Hombach, stellvertretender Vorsitzender der Brost-Stiftung und Vorsitzender der Wettbewerbsjury, lobte die Kreativität und den Ideenreichtum der Wettbewerbsteilnehmer: „Wieder sind wir überrascht von der Vielzahl und Qualität der Ideen. Das Themenfeld hat angesprochen. Der demografische Wandel und die Alterung der Gesellschaft brennen auf den Nägeln. Sie sind aber nur dann ein bedrohliches Problem, wenn man sie ignoriert. Nimmt man sie als Herausforderung und Chance, erscheinen sie als Fortschrittsmotor und lösen eine Menge kreativer Konzepte und Ideen aus."

Die Preisverleihung war bis zum letzten Platz besetzt und über 200 Teilnehmer und Gäste feierten gemeinsam mit den Siegern. Bei der Diskussionsrunde diskutierten der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler und Karola Geiß- Netthöfel, Direktorin des Regionalverbands Ruhr, über eine der wichtigsten Zukunftsfragen in unserer Region, den demografischen Wandel, und die Notwendigkeit von Kooperationen, die auch über kommunale Grenzen hinweg zusammenarbeiten.

Um den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, braucht es neue Konzepte und Bündnisse zwischen den gesellschaftlichen Institutionen, Kommunen und privaten Unternehmen. Diese wollte die Essener Brost-Stiftung mit dem diesjährigen Ideenwettbewerb Kooperation Ruhr fördern und legte dabei den Schwerpunkt bewusst auf die Jugend- und Altenhilfe.

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