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Storchenwagen bietet Frühchen einen sicheren Transport

Der Storchenwagen des Marienhospitals Bottrop kommt zum Einsatz, wenn ein zu früh geborener Säugling im Notfall oder nach einer spontanen Geburt medizinisch versorgt werden muss. Speziell ausgebildete Mediziner begleiten den Einsatz und sorgen für eine fachgerechte Behandlung von Kind und Eltern.

© Stadt BottropChefarzt Dr. Martin Günther (links) und Oberarzt Sezgin Ata versorgen extrem Frühgeborene und Säuglinge.

Speziell ausgestatteter Baby-Notfallwagen ist auch für Dorsten und Haltern zuständig.

Wird ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren, gilt es als Frühgeburt. Das Kind ist dann noch nicht vollständig entwickelt und benötigt eine besondere und sanfte Pflege. „Wir betreuen Kinder die ab der 23. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Diese Kinder sind extreme Frühstgeburten, haben aber durchaus Überlebenschancen", sagt Dr. med. Martin Günther, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Marienhospital. "Unsere Klinik erfüllt die Anforderungen für die höchste Versorgungsstufe." Perinatalzentrum Level I heißt diese Stufe und bedeutet, dass wir hier Säuglinge mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm versorgen können.

© Stadt BottropDer transportable Brutkasten bieten Frühchen einen sicheren Transport.

Tritt eine frühzeitige Geburt spontan ein, wird das Kind vom Einsatzort abgeholt und in die spezialisierte Kinderklinik, in die Neonatologie, im Marienhospital gebracht. „Muss ein Säugling verlegt werden, wird der Transport natürlich vorher geplant. Wenn aber schnell gehandelt werden muss, greifen wir auf den Baby-Notfallwagen zurück", sagt Sezgin Ata, Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Von außen handelt es sich bei dem Storchenwagen um einen normalen Rettungswagen der Feuerwehr. Dieser wird vor dem Einsatz speziell ausgestattet. „Die Trage im Inneren wird durch einen transportablen Brutkasten ausgewechselt, in dem das Kind dann versorgt wird", sagt Christoph Lang, Pressesprecher der Bottroper Feuerwehr. Der transportable Brutkasten (Inkubator) ist notwendig um die Beatmung und die Temperatur des Säuglings zu kontrollieren und Infusionen zu legen. „In dem Brutkasten herrscht ein besonderes Klima, welches zur Stabilisierung des Kindes beiträgt. Im Prinzip wie eine bewegliche Intensivstation für einen Säugling", sagt Sezgin Ata. Zudem ist der Inkubator Schallgeschützt, damit möglichst wenig Lärm eindringt. Jeder Rettungswagen der Bottroper Feuerwehr lässt sich schnell in einen solchen Storchenwagen umrüsten.

© Stadt BottropDer Brutkasten kann in jedem Rettungswagen der Bottroper Feuerwehr untergebracht werden.

Eine große Rolle spielt auch die richtige Fahrweise des Rettungswagens bei einem Einsatz. Denn obwohl der Wagen mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs ist, darf er oftmals nur sehr langsam fahren. „Durch Schlaglöcher oder Bremsmanöver entsteht sonst eine Gefahr für das Baby. Wir versuchen stark beschädigte Straßen komplett zu meiden", erklärt Christoph Lang. Dafür werden auch kleinere Umwege in Kauf genommen. Die Fahrer der Feuerwehr sind auf die speziellen Fahrten vorbereitet und wissen mit der Situation umzugehen. „Aber die Bevölkerung aufzuklären ist noch ein sehr wichtiger Punkt, denn viele Verkehrsteilnehmer können die Situation nicht deuten und beschweren sich über die Fahrweise des Rettungswagens", sagt der Pressesprecher der Feuerwehr.

Um die Versorgung des Säuglings zu gewährleisten ist das Pflegepersonal speziell geschult und ausgebildet. „Einem Frühgeborene fehlen ja einige Wochen Entwicklung im Mutterleib. Da kann es je nach Woche sein, dass die Lunge oder die Haut noch nicht vollständig entwickelt sind. Dann muss man besondere Vorkehrungen treffen", so Dr. Martin Günther. 310 Gramm wog das kleinste Baby, das der Chefarzt und Oberarzt Sezgin Ata behandelt haben.

„Hin und wieder kommt es bei einem Einsatz auch mal vor, dass ein Kind direkt im Rettungswagen zur Welt kommt. Erst vor zwei Tagen ist das passiert. Das ist immer ein schönes und besonderes Erlebnis", sagt Christoph Lang. Auch in Dorsten und in Haltern ist der Storchenwagen im Notfall unterwegs, denn das Marienhospital arbeitet eng mit den Kliniken St. Elisabeth Dorsten und St. Sixtus Haltern zusammen.

Weitere Informationen zum Storchenwagen:

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