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Alles eine Frage der Hygiene – Beratung, Kontrollen und "Belehrungskurse"

Sind die Deutschen wirklich Reinlichkeitsfanatiker? Jenseits der Antwort auf diese Frage würde wohl jeder befürworten, dass Mitmenschen, die beispielsweise in der Gastronomie tätig werden wollen, eine Belehrung zu Hygienetatbeständen und Verhaltensvorgaben zur Hygienewahrung erhalten. Diese Kurse werden vom Gesundheits

© Stadt BottropHygienekontrolleurin Ursula Grote (links), Gesundheitsamtsleiter Dr. Christian Marga und Hygienekontrolleurin in Ausbildung Tanja Becker vor Plakaten mit Viren und Bakterien, deren Ausbreitung durch vernünftige Hygiene vermieden werden kann.

Was haben Tätigkeiten im Lebensmittelbereich, das Verhalten bei meldepflichtigen Krankheiten, "Seuchenwohnungen" und die Kontrolle unseres Trinkwassers miteinander zu tun? Nun, die gemeinsame Schnittmenge ist die Arbeit der drei städtischen Hygienekontrolleure im Gesundheitsamt, die früher eimal auch Gesundheitsaufseher hießen.

"Doch verstehen wir uns hier eigentlich nicht als 'Gesundheitspolizei', sondern sehen bei aller notwendigen Kontrolle unsere Ausrichtung mehr in Richtung Beratung", betont der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Christian Marga, der beim letzten Sommer-Medientermin gemeinsam mit Hygienekontrolleurin Ursula Grote und der Kontrolleurin in Ausbildung Tanja Becker den umfangreichen Aufgabenkatalog dieser insgesamt fünf Personen umfassenden Fachabteilung vorstellt. Gehandelt wird dabei im weiten Feld zwischen der individuellen Beratung, über öffentliche "Belehrungen" (Kurse im Gesundheisamt an der Gladbecker Straße) bis hin zum überwachenden Bevölkerungsschutz.

Zum Tätigkeitsfeld von Ursula Grote und ihren Kolleg(inn)en gehören im Wesentlichen vier Bereiche: Einmal pro Woche (freitags) werden für 30 bis 50 Leute "Belehrungen nach dem Infektionsschutzgesetz" angeboten. Hier erhalten Personen, die im Umgang mit Lebensmitteln tätig sind, alle wichtigen Dinge erläutert, die bei diesem diffizilen Umgang zu beachten sind. Im Schulungsraum sitzt dann der Koch im Altenheim ebenso wie die Bäckerei-Verkäuferin, der Hamburger-Brater oder die Aushilfe in der Gastronomie. "Zwischen 1.800 und 2.000 Personen jährlich sitzen in unseren Kursen", verdeutlicht Dr. Marga den Umfang der Schulungs- und Beratungstätigkeiten. Nach Gesetzeslage findet dabei nur die Erstbelehrung im Gesundheitsamt statt. Auffrischungsveranstaltungen müssen danach die Arbeitgeber alle zwei Jahre selbst organisieren.

Masern oder Windpocken, Noroviren oder Salmonellen, Hepatitis oder Krätze - das sind einige der Stichworte im Bereich der meldepflichtigen Krankheiten, bei denen die Hygienekontrolleure aktiv werden. Das reicht von der Feststellung und Eingrenzung von Fallhäufungen zum Bevölkerungsschutz bis hin zur individuellen Beratung zu Verhaltensweisen beispielsweise im Umgang mit Durchfallerkrankungen. Steht eine Krankheitswelle ins Haus, ist im Fall der Fälle dann auch schnell das gesamte Gesundheitsamtsteam mit im Boot. "Im Schnitt um die 1.000 Meldungen im Jahr erhalten wir hier", bilanziert Ursula Grote. Die Meldungen kämen hierbei über die Hausärzte, nach der Auswertung von Laborergebnissen direkt von Untersuchungseinrichtungen (wie dem Hygiene-Institut in Gelsenkirchen) und über Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder Altenheime.

Bei den Folgen mangelhafter Hygiene in Wohnungen müssen die Bottroper Kontrolleure ungefähr in 40 bis 50 Fällen pro Jahr ausrücken. Die Hinweise auf solche "Seuchenwohnungen", wie diese vermüllten, stinkenden Zimmerfluchten amtsintern genannt werden, kommen aufgrund von Geruchsbelästigungen oder Ungezieferbefall oft von Haus-Mitbewohnern, Nachbarn oder Besuchern. "Messi"-Wohnungen, Zimmer mit 23 Katzen, Badewannen voll mit Fäkalien  - Ursula Grote hat da schon viel erlebt. "Wobei letztlich nicht die Wohnungszustände, sondern die sie verursachenden Personen das Problem sind", erläutern Marga und Grote. Solche Ausnahmezustände entwickelten sich oft bei Drogenkonsum, Demenz oder psychischen Erkrankungen.

Das vierte Arbeitsgebiet für Kontrolleure wie Tanja Becker nach Beendigung ihrer zweijährigen Ausbildung, die auf einer anderen Berufsausbildung im medizinischen Bereich, aus der Pädagogik oder dem gesundheitstechnischen Bereich aufsattelt, ist die Trinkwasserkontrolle. Hier ist nicht nur die Zusammenarbeit mit dem regionalen Wasserversorgungsunternehmen RWW gemeint, sondern insbesondere auch die Beaufsichtigung privater Brunnen mit Schwerpunkt in Kirchhellen. Denn dort gibt es über 600 solcher Anlagen, während in Alt-Bottrop nur knapp ein Drittel davon auf die Einhaltung vorgegebener Grenzwerte zu prüfen sind .  

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