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Jugendliche entdecken bei "komm auf Tour" ihre Stärken

"Komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft" ist ein innovativer Erlebnisparcours für Schüler zur Berufsorientierung und Lebensplanung. Drei Tage lang konnten sich Heranwachsende in der Lohnhalle austesten.

© Stadt BottropEröffnung im Plenum in der Lohnhalle.

"Du kannst mehr, als du bislang weißt. Probiere aus, was dir Spaß macht, zu Hause, in der Schule und im nächsten Praktikum." So lautet eine zentrale Botschaft von „komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Bernd Tischler entdeckten rund 500 Siebt- und Achtklässler aus Bottroper Schulen vom 4. bis zum 6. Oktober in einem 500 Quadratmeter großen Erlebnisparcours ihre Stärken.

© Stadt BottropStation Bühne. Verschiedene Kurzszenen aus der Lebenswirklichkeit sollen gespielt werden.

Das Projekt konnte in diesem Jahr dank der Finanzierung der Agentur für Arbeit und der RAG-Stiftung erstmals nach drei Jahren wieder realisiert werden. Teilgenommen hatten Schülerinnen und Schüler der Willy Brandt Gesamtschule, der Sekundarschule Kirchhellen, der Hauptschule Kirchhellen, der Gustav Heinemann Realschule und der Förderschule an der Bergmannsglückstraße (Teilstandort Bottrop). Bürgermeister Klaus Strehl begrüßte bei einem Besuch die Schüler im Parcours und dankte im Namen der Stadt Bottrop den Förderern für ihre Unterstützung.

© Stadt BottropStation "Sturmfreie Bude". Gerade ist eine Party zu Ende gegangen und gleich kommen die Eltern zurück. Schnell soll alles wieder in Ordnung gebracht werden.

Bottrop ist die zweite Station von „Komm auf Tour“ im Ruhrgebiet. Durch die Zusage der RAG-Stiftung für eine gemeinsame Förderung haben sechs Kommunen die Möglichkeit erhalten, sich an dem Projekt zu beteiligen. "In meiner Funktion als Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung und als Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr liegt es mir besonders am Herzen, junge Talente im Ruhrgebiet zu fördern", so Bärbel Bergerhoff-Wodopia. "Dabei geht es uns vor allem darum, berufliche Perspektiven für alle Kinder und Jugendlichen im Revier zu eröffnen. Eine frühzeitige Berufsorientierung hilft den jungen Talenten und gleichermaßen der Region. Mit „Komm auf Tour“ können Schüler ihre eigenen Stärken auf kreative Weise entdecken. Wir unterstützen das Angebot mit großer Überzeugung."

Stärken und Chancen kennenlernen

Die Jugendlichen erleben auf dem Erlebnisparcours einen temporeichen Lauf durch sechs Stationen: vom Reiseterminal über den Zeittunnel ins Labyrinth und von der sturmfreien Bude über die Bühne in die Auswertung. Je nach Wahl von Aufgabe und Lösungsweg vergibt die Moderation verschiedene Stärken an die Schülerinnen und Schüler. An sogenannten „Stärkeschränken“ mit spannenden Materialcollagen erfahren die Jugendlichen am Schluss, welche Tätigkeiten und Berufsfelder zu  ihren Stärken passen könnten. Auf diese Weise werden alle Jugendlichen, aber vor  allem auch die mit schlechteren Startchancen, frühzeitig und handlungsorientiert dabei unterstützt, verschiedene Wahlmöglichkeiten für die Gestaltung ihrer beruflichen und ihrer persönlichen Zukunft zu erkennen.

„Das Projekt „komm auf tour“ bildet somit im 7. Schuljahr ein ergänzendes Angebot noch vor der Durchführung des ersten Elements des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“, der Potenzialanalyse, auf dem Weg zur für alle Schüler verbindlichen  und standardisierten Berufsorientierung ab dem 8. Schuljahr,“ sagt Wolfgang Wuwer, Leiter der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule/Beruf bei der Stadt Bottrop.

Weichen für Beruf und Lebensplanung stellen

Berufsorientierung und Lebensplanung sind zwei Themen, die unbedingt zusammen gehören. So belegen etwa Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass eingeschränkte Berufsperspektiven vor allem bildungsbenachteiligte Jugendliche in ihrer persönlichen Lebensgestaltung negativ beeinflussen. In der Tendenz riskieren sie häufiger ungeplante Schwangerschaften und haben eher Schwierigkeiten, gleichberechtigte Beziehungen aufzubauen. Die Entwicklung realisierbarer Zukunftsperspektiven ist neben sexueller Aufklärung der wirkungsvollste Beitrag zur Prävention unerwünschter Schwangerschaften. Dazu gehören die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und das Vertrauen in die eigenen Stärken. Diese zu kennen, hilft weiter: im Alltag, in Beziehungen und natürlich vor allem, wenn die Berufswahl ansteht.

Bei mehr als 350 dualen Ausbildungswegen sowie zahlreichen schulischen Ausbildungen und Studienmöglichkeiten ist es für Jugendliche nicht einfach, sich zu orientieren. Die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit engagiert sich daher auf vielfältige Weise für eine frühzeitige berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler. Unter dem Motto „Prävention statt Reparatur“ unterstützen darüber hinaus Berufsberaterinnen und Berufsberater aus den landesweit 30 Agenturen für Arbeit „tatkräftig“ das Projekt „komm auf Tour“- so auch die Agentur für Arbeit Gelsenkirchen/Bottrop. „Bei `komm auf Tour‘ können die Jugendlichen spielerisch mehr darüber erfahren, welche Stärken sie haben. Und genau das ist der richtige Einstieg in die  berufliche Orientierung. Denn am Anfang müssen die Fragen stehen:  „was will ich?“ und „was kann ich?“. Erst danach kommt die Frage „welche Berufe passen zu meinen Stärken und damit vielleicht auch zu mir?“. Ich freue mich, dass wir junge Menschen mit diesem Projekt für das bedeutende Thema der richtigen Berufswahl sensibilisieren können“, so Karl Tymister, Leiter der Agentur für Arbeit Gelsenkirchen.

„komm auf Tour 2017“

Über den Erlebnisparcours hinaus fördert „komm auf Tour“ die Zusammenarbeit von Schulen, Eltern sowie außerschulischen Akteurinnen und Akteuren der Berufsorientierung und Lebensplanung. Die Erziehungsberechtigten und Bezugspersonen der teilnehmenden Jugendlichen erfahren bei einem Informationsabend im Erlebnisparcours, wie sie junge Menschen bei dem Prozess der Berufswahl und Lebensplanung bis zum Schulabgang konkret unterstützen können. Die Lehrkräfte erhalten Anregungen, wie sie die Themen in der Schule nachhaltig vertiefen und mit Elementen aus dem Landesprogramm von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ verknüpfen können.

In diesem Jahr arbeiten bei „komm auf Tour“ in Essen folgende regionale Akteurinnen und Akteure der Berufsorientierung und  der Lebensplanung zusammen:

  • Agentur für Arbeit  Gelsenkirchen/Bottrop
  • Alfred-Delp-Haus
  • ASV-Sportcenter Bottrop
  • Berufskolleg der Stadt Bottrop
  • Diakonisches Werk - Arbeit und Bildung
  • Handwerkskammer Münster
  • Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen
  • Jugendhilfe e. V. Bottrop
  • Stadt Bottrop
    • Fachbereich Jugend und Schule
    • Gleichstellungsstelle
    • Kommunale Koordinierung Übergang Schule/Beruf
    • Kommunales Integrationszentrum
    • Netzwerk „Offene Kinder- und Jugendarbeit“
    • Regionales Bildungsbüro
  • Verband Evangelischer Kirchengemeinden Bottrop
    • Beratungsstelle für Lebensfragen, Schwangerschaft und Schwangerschaftskonfliktberatung
    • Evangelische Jugendberatung Übergang Schule Beruf

Auch für Eltern bieten die Organisatoren einen Informationsabend zu „komm auf Tour“ an: Am Donnerstagabend konnten sich interessierte Eltern in der Lohnhalle gezielt über die Angebote und Kooperationsmöglichkeiten des Projekts „komm auf Tour“ informieren.

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