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Kinder und Schule

"Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit"

Oberbürgermeister Bernd Tischler empfängt knapp 50 Sternsinger im RAG-Gebäude

"Segen bringen Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit" heißt das Leitwort der Sternsingeraktion 2018, unter dem auch Oberbürgermeister Bernd Tischler knapp 50 Bottroper Sternsinger und ihre etwa 20 Begleiter heute (4. Januar) empfangen hat. Für den Oberbürgermeister ist diese Begegnung immer einer der ersten festlichen Termine im neuen Jahr, für die Kinder und Jugendlichen, die in diesem Jahr sich gegen Kinderarbeit einsetzen, ist das Treffen (diesmal im Rathausausweichquartier, dem RAG-Gebäude) ein aufregendes Ereignis.

Das Motto der diesjährigen Aktion aufgreifend wandte sich der Oberbürgermeister an die jungen Bottroper: "Die Kinderarbeit, die Millionen von Jungen und Mädchen in der ganzen Welt Tag für Tag verrichten müssen, ist auch in Indien ein großes Thema. Dort arbeiten fast 60 Millionen Kinder auf den Feldern, in Steinbrüchen oder in Fabriken. Sie tun dies nicht etwa, um ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, sondern, um damit die Familie mit zu ernähren. Es ist stundenlange, harte Arbeit, die oftmals schlimme Spuren in der Entwicklung und der Gesundheit dieser Kinder hinterlässt." Die Sternsingeraktion unterstütze nun Projektpartner, die sich auf der ganzen Erde für Kinderarbeiter einsetzen. Gemeinsam werde versucht, ausbeuterische Kinderarbeit, beispielsweise als Kindersoldat oder Zwangsarbeiter, zu bekämpfen. Gleichzeitig würden arbeitende Kinder gefördert und begleitet, damit diese regelmäßig zur Schule gehen können und auch Freizeit in ihrem Leben haben.

Bernd Tischler lobte die Sternsinger für ihren Einsatz bei Wind und Wetter und ihre Solidarität mit den Altersgenossen weltweit, denen es oft nicht so gut geht. Tischler: "Eure Hilfe ist wichtig, um Not in der Welt zu lindern. Und hier in Bottrop freuen sich viele Menschen über und auf Euren Besuch." Bernd Tischler wünschte den Kindern bei ihren Hausbesuchen offene Türen und offene Herzen. "Ich bin stolz auf Euch", rief Tischler den bunt gewandeten Sternsingern zu. Zur Unterstützung der Aktion warf der OB dann einen eigenen Spendenbeitrag in eine Sammelschatulle.

Stadtdechant Paul Neumann, der die Königsgruppen aus den verschiedenen Gemeinden begleitete, bedankte sich ebenfalls bei den Sternsingern "für den großartigen Einsatz für die gute Sache" und betonte weiter: "Gutes tun macht Freude! Freude und Gottes Segen für das Jahr 2018 bringt Ihr auch den Bottropern." Der Geistliche dankte dem Oberbürgermeister für den jährlichen Empfang und betonte: "Das Sie sich am Jahresanfang immer so viel Zeit für uns nehmen, ist ein Zeichen der Wertschätzung für das Engagement der Kinder und die Sternsinger-Aktion insgesamt!"

Nach den kurzen Ansprachen und gesungenen Liedern im obersten Konferenzraum des RAG-Gebäudes zogen die Sternsinger zum Gebäudeportal, wo je eine Gruppe aus Alt-Bottrop und Kirchhellen den traditionellen Segensspruch (20*C+M+B*18) erstmals rechts und links neben dem Haupteingang anschrieben. Das "C+M+B" steht dabei nicht für die Namen der heiligen drei Könige (Caspar, Melchior und Balthasar), wie viele Menschen glauben, sondern für den lateinischen Segen "Christus mansionem benedicat", was übersetzt heißt "Christus segne dieses Haus".

Festlich gekleidet, den Stern vorneweg, ziehen rund um den 6. Januar, den Drei-Königs-Tag, wieder Bottroper Kinder und Jugendliche durch die Stadt. Sie singen das Sternsingerlied, bringen ihren Segen und sammeln für Kinder in Not. Die 60. Sternsingeraktion seit 1959 lenkt in diesem Jahr den Blick unter dem Motto "Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit" insbesondere auf den indischen Subkontinent. Mit ihrem Motto machen die Sternsinger so überall in Deutschland auf die vielen schädlichen Folgen von Kinderarbeit aufmerksam.

Sangam, so heisst das Mädchen auf dem Plakat zur Aktion "Sternsingen 2018", ist eines von rund 200.000 Kindern in Indien, die als Teppichknüpfer arbeiten müssen. Sie tut dies zehn Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Eigentlich hätte Sangam das Recht auf eine kostenlose Schulbildung, denn diese ist seit 2010 in Indien gesetzlich festgelegt. Doch leider gehört sie zu den vielen Kindern (in Indien ist es fast jedes dritte Kind, weltweit jedes vierte Kind), welche die Schule nie besucht haben oder sie abbrechen mussten. Grund dafür ist die Armut vieler Familien. Sie können Bücher oder den Transport für die Schule nicht bezahlen. Gerade Mädchen sind besonders benachteiligt. Der Teufelskreis beginnt zu drehen, denn schlecht bis gar nicht ausgebildete Menschen finden wiederum nur schlecht bezahlte Arbeit und sind später selbst auf die Mitarbeit ihrer eigenen Kinder angewiesen.

Doch nicht nur Kinder im Beispielland Indien profitieren auch zukünftig vom Einsatz der kleinen und großen Könige in Deutschland. Straßenkinder, Flüchtlingskinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser und Nahrung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in mehr als 100 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.

Im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger bundesweit 46,8 Mill. Euro für Projekte in der ganzen Welt. Träger der Aktion sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und das Kindermissionswerk, die helfen möchten, gerechte Strukturen vor Ort aufzubauen, und die Bildungsprojekten einen besonderen Stellenwert einräumen. Ein weiterer Aspekt der Aktion mit Blick auf Deutschland ist die Freude, die der Sternsingerbesuch besonders bei alten, kranken und einsamen Menschen auslöst.

Die Bottroper Sternsingeraktion ist seit vielen Jahren die größte und erfolgreichste Hilfsaktion Bottroper Kinder für Kinder in Not. In 2017 erbrachte die Aktion in Bottrop 119.558,81 Euro. Das war noch einmal ein Plus von 26.177 Euro oder fast 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt waren damals 667 Sternsinger aktiv, die von 246 jugendlichen und erwachsenen Helfern unterstützt wurden, die die Gruppen begleiten, Gewänder vorbereiten und die Logistik in den Gemeindeheimen organisieren.

Stadt Bottrop

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46236 Bottrop

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