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Bottrop will keinen Raum für Missbrauch dulden

In der Hauptschule Welheim fand die örtliche Auftaktveranstaltung der Bundesinitiative "Schule gegen sexuelle Gewalt" statt. Die Bottroper Schulen sollen ein eigenes Konzept zu dem Thema entwickeln oder ein bereits bestehendes Konzept fortschreiben.

© Stadt BottropDiskusssion auf der Fachtagung in der Hauptschule Welheim.

Am 8. März 2018 fand in Bottrop der örtliche Start zur Bundesinitiative "Schule gegen sexuelle Gewalt" des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, statt. Der Unabhängige Beauftragte wurde 2010 durch die Bundesregierung geschaffen. Ort der Auftaktveranstaltung war die Hauptschule Welheim.

"Sexuelle Gewalt ist eine gesellschaftliche Realität. Sie kann das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen erheblich belasten und sich auf Ihr ganzes Leben auswirken", so Schulrätin Heike Sulimma. Mit dem Fachtag "Schule gegen sexuelle Gewalt" wollen die Regionale Schulberatungsstelle, die untere Schulaufsicht und das regionale Bildungsnetzwerk der Stadt Bottrop gemeinsam dazu beigetragen, dass alle Schulen in Bottrop ein eigenes Konzept zu diesem Themenbereich entwickeln oder ein bereits bestehendes anpassen können.

© Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Die Veranstalter werteten den Auftakt als großen Erfolg, zumal es es gelungen war, mit Diplom-Pädagogin Milena Bücken vom Institut für soziale Arbeit (ISA e.V.) eine hochklassige Referentin zu gewinnen. Welche Herausforderungen bei der Thematik auf die Schulen warten, machte sie in ihrem Vortrag deutlich. "Realistischer Weise muss man davon ausgehen, dass in Deutschland jedes siebte Kind sexuelle Gewalt erlebt. Es macht wenig Sinn, drum herum zu reden." Milena Bücken unterstrich dabei die Wichtigkeit, dass jeder einen Teil der Verantwortung im Rahmen der Prävention übernehmen müsse, damit Prävention auch gelingen könne. Ein grenzwahrender Umgang sei hierbei die Basis eines Präventions- und Schutzkonzeptes, wofür man Kreativität, Empathie und Fehleroffenheit brauche, erläuterte die Referentin.

Ergänzend zum Vortrag von Milena Bücken informierte die Kriminalpolizeidirektion Recklinghausen mit Diether Michalak über Erfahrungen und Anlaufstellen polizeilicher Prävention. Danach gab Elisabeth Bocianiak-Balogh von Gegenwind, eine Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, einen Einblick in die Beratungs- und Hilfsangebote des unabhängigen Vereins. Abschließend berichtete Dr. Oliver Hendricks über die Arbeit und Erfahrungen der Kinderschutzambulanz am Marienhospital in Bottrop. "Denken Sie böse", betonte Hendricks dabei, "Täter kommen nicht als Monster daher."

Im Anschluss informierte der Leiter der Regionalen Schulberatungsstelle, Romualdo Martin Pelegrina, über die Möglichkeiten der Schulpsychologen, Schulen in Krisen mit sexuellem Gewalthintergrund durch Beratung der Schulleitung und Mitwirkung in der Nachsorge Betroffener zu unterstützen. In ihrem Schlusswort bedankte sich Schulrätin Heike Sulimma noch einmal bei allen Beteiligten und betonte, dass das gebündelte Fachwissen nun in die Breite getragen werden könne.

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