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Neue Projektreihe der Lebendigen Bibliothek gestartet

Im Bottroper Süden sollen an Kindergärten und Grundschulen Vorurteile abgebaut und tolerantes Handeln gefördert werden.

© Stadt BottropExpertin fürs Lesen Annegret Zeiger (v. l.), Bibliotheksmitarbeiterin Dietlinde Kamp-Kalus, Lese- und Literaturpädagogin Heike Wulf und Gabriele Kühlkamp von der Lebendigen Bibliothek stellen gemeinsam Willkommenskisten samt Bücher vor.

„Willkommen in Bottrop – Flüchtlingskinder und Integration“ heißt die neue Projektreihe des Teams Stadtteilarbeit der Lebendigen Bibliothek. Mit Büchern, Spielen und interaktiven Vorlesungen sollen Schul- und Kindergartenkinder aus den Stadtteilen Eigen, Boy, Welheim, Weilheimer Mark und Ebel an den deutschen Alltag und die Sprache herangeführt werden. Ziel ist es, ein Miteinander zu gestalten, Vorurteile abzubauen und Ausgrenzung zu vermeiden. Der Regionalverband Ruhr finanziert das Projekt aus seinem Förderfond „Interkultur Ruhr“ mit 4.000 Euro.

Bücher erleben in Grundschulen

„Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir die Lehrer sinnvoll unterstützen können“, so Bibliotheksmitarbeiterin Gabriele Kühlkamp. Dabei entstand die Idee der Willkommenskisten, die mit mehrsprachigen Büchern, Fotokarten und Bilderbüchern gefüllt den Schulunterricht dauerhaft ergänzen sollen. Bibliotheksleiter Jörg Dieckmann wird in den nächsten Wochen acht Grundschulen neben den Kisten auch Flyer mit weiteren interkulturellen Literaturangeboten überreichen. „Wir sind mit unserer Idee auf großes Interesse gestoßen“, sagt Kühlkamp.

Lese- und Literaturpädagogin Heike Wulf aus Dortmund wird im Unterricht die Geschichte „Am Tag, als Saida zu uns kam“ über ein Flüchtlingsmädchen aus Marokko vorstellen. „Kinder sollen Bücher erleben. So können Situationen geschaffen werden, welche sie besser nachempfinden“, so Wulf. Sie stellt Fragen wie „Was ist Heimat für dich?“, die zur Diskussion anregen und macht die Schüler auf ihre Rechte aufmerksam. Während vorgelesen wird, darf gemalt werden. „Wir möchten eine lockere, spielerische Atmosphäre schaffen“, so Kühlkamp.

Miteinander reden in Kindergärten

In 16 Kindertagesstätten wird Annegret Zeiger mit Vorschulkindern die Geschichte „Der wunderbarste Platz auf der Welt“ behandeln. Der Frosch "Boris" wird darin von seinem Teich verjagt und muss sich eine neue Heimat suchen. „Miteinander reden hilft an vielen Stellen im Leben. Das wird in der Geschichte ganz deutlich“, so Zeiger.

Der persönliche Kontakt zu den Kindern sei die beste  Möglichkeit, Werte wie Toleranz und Empathie zu vermitteln, so Bibliotheksmitarbeiterin Dietlinde Kamp-Kalus. „Kinder sind sehr offen für das Thema. Sie hinterfragen gerne und hören sich andere Meinungen an“, so Kamp-Kalus. Das Projekt läuft bis März 2017. Kamp-Kalus: „Wir freuen uns, wenn wir mit unserem Projekt Denkanstöße für weitere Behandlungen im Kindergartenalltag und Schulunterricht geben können.“

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