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Jugendliche gestalten Lärmschutzmauer im Ehrenpark

Nach drei Tagen Theorie rund um legales und illegales Sprühen und Gesundheitsschutz hieß es am vierten Tag des Kulturrucksack-Projekts: "Ran an die Sprühdosen!" Unter professioneller Anleitung verewigten 11 Jungen ihre Kunstwerke auf der kahlen Lärmschutzwand an der Skateanlage im Ehrenpark.

© Stadt BottropMit Atemschutzmasken machen sich die Jugendlichen an die Arbeit. Es dauert etwa sechs Stunden bis ihre Kunstwerke fertig sind.

Gekonnt schüttelt Timo die Graffiti-Dose. Mit ein paar Strichen sprüht der Bottroper schwarze Umrisse eines lachenden Wasserhydranten auf die Mauer. „Um die Feinheiten kannst Du dich später kümmern“, rät Graffiti-Couch Frederik. Der 34-jährige Gladbecker leitet zusammen mit dem städtischen Sozialpädagogen und Organisator Thomas Baltes den Workshop „Graffiti – Wir verschönern die Skateanlage im Ehrenpark“: Jugendliche lernen in dem einwöchigen Workshop ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und die kahle Betonwand im Ehrenpark nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Statt illegaler Schmierereien schmücken Comic-Helden, coole Künstlernamen und dreidimensionale Formen und Figuren von jetzt an die städtische Steinwand.

© Stadt BottropMit dem richtigen Equipment und einer selbstgemalten Vorlage bringen die Teilnehmer ihre Ideen an die Wand.

Eine Woche dreht sich alles um Graffiti

Zu Beginn der Workshop-Woche vermittelte Graffiti-Couch Frederik Hellmann im Spielraum des Jugendamtes Grundkenntnisse rund um das Thema Graffiti: Vom Entwurf über die gezeichnete Skizze bis hin zum fertig besprühten Objekt. Zur Theorie gehören Rechts- und Sicherheitsaspekte, zum Beispiel zum illegalen und legalen Sprühen und der Gesundheitsschutz. "Alle Teilnehmer tragen Atemschutzmasken, sobald sie mit dem Sprühen starten", sagt Hellmann. Nach der Theorie folgt die Praxis: An den letzten beiden Workshop-Tagen bringen die Jugendlichen ihre selbst entworfenen Kunstwerke vom Papier auf die Wand.

© Stadt BottropGraffiti-Couch Frederik zeigt einem Teilnehmer, worauf es bei den Linien ankommt.

Die einwöchigen Graffiti-Kurse finden regelmäßig seit 2011 in den Sommerferien im Rahmen des Kulturrucksacks, einem vom Land NRW geförderten Projekt für Jugendkultur, statt. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Kulturamt vom Fachbereich Jugend und Schule für Kinde rund Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren angeboten. In den Workshops können bis zu 12 Kinder teilnehmen. Die Kurse werden von Sozialpädagogen und Coaches aus dem künstlerischen Bereich des Graffitis angeleitet und begleitet.

© Stadt BottropNach einer Stunde hat ein Teilnehmer die Umrisse seiner Figur fertig gesprüht.

Durchweg positive Rückmeldungen von Teilnehmern und Eltern

"Die Rückmeldungen sind erstaunlich positiv", sagt Baltes. Die Kurse seien bereits Monate vor den Sommerferien ausgebucht. Baltes: "Wir führen sogar Warte- und Nachrücklisten, falls jemand absagt." Die Motivation bei dem Workshop mitzumachen sei so unterschiedlich, wie seine Teilnehmer. "Viele der Kids malen gerne. Im Jugendalter wird Graffiti cooler als Wasserfarbe." Einige Jugendliche bringen Vorwissen und die richtige Ausrüstung mit. Andere Kinder wiederrum würden von Freunden davon erfahren und wollen es schließlich selbst ausprobieren.

Unterstützung der Städtebauförderung

© Stadt BottropRuhrpott-Skyline an der Lärmschutzwand.

Ein weiteres Projekt widmete sich der Gestaltung der mit Hilfe der Städtebauförderung errichteten Lärmschutzwände. Mit einer kleinen Gruppe von Jugendlichen wurde in der zweiten Woche die Wand an der Skateanlage gestaltet. Das Thema hierfür war natürlich „Skaten in Bottrop.“ Daraus entstanden die Schriftzüge vor dem Hintergrund einer Skyline, in der die Silhouetten ausgewählter Wahrzeichen der Stadt, wie der Malakow-Turm, das Tetraeder und die Halde Haniel, als Hintergrund für die Bilder der Jugendlichen gestaltet wurden. Ein Blick darauf beim nächsten Spaziergang lohnt sich sicherlich.

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