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Schüler testen Interessen für das Berufsleben

Projekt an neun Schulen in der Klasse acht. Schulen und Verwaltung suchen dringend Praktikumsplätze. Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“ wird in Bottrop ausgebaut.

© Stadt BottropErster Kontakt mit dem Berufsleben: Schüler der Willy Brandt Gesamtschule und Projektbegleiter Frank Bendel in einer Lehrwerkstatt der Gafög..

750 Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe an neun Bottroper Schulen nehmen derzeit an einer beruflichen Potentialanalyse teil und sollen Anfang nächsten Jahres einen ersten Einblick in die Berufswelt erlangen. In drei unterschiedlichen Berufsfeldern sollen sie dann für einen Tag in einen Betrieb hineinschnuppern, um eine bessere Entscheidungsgrundlage für das längere Betriebspraktikum in der 9. Klasse zu haben. Dazu suchen die Schulen und die Stadt dringend Praktikumsplätze in den Betrieben.

Eingebunden ist die erste Kontaktaufnahme zu den Betrieben in einen gestaffelten Prozess, der unter dem Titel „Kein Abschluss ohne Anschluss" bereits seit zwei Jahren in Bottrop läuft. Die Betreuung der Jugendlichen auf der Suche nach einer späteren beruflichen Perspektive und die Netzwerkarbeit zu allen Relevanten Akteuren sind dabei ein entscheidender Baustein und für Stadtverwaltung und Schulen ein enormer Aufwand. „Diese Aufgabe kann die Stadt Bottrop allein und ohne Mithilfe nicht stemmen", sagt der Erste Beigeordnete und Schuldezernent der Stadt Bottrop Paul Ketzer.

Um im kommenden Jahr tatsächlich allen 750 Schülern die Möglichkeit zu geben, für einen Tag in einen Betrieb hineinsehen zu können und dies auch noch in drei verschiedenen Bereichen, sind rein rechnerisch 2.250 Plätze in den Unternehmen nötig. Schulen und Verwaltung appellieren daher an die Verantwortlichen, in dem Projekt auch eine Chance für das eigene Unternehmen zu sehen, denn die Nachwuchsfrage wird sich dort aufgrund des demografischen Wandels in den nächsten Jahren unweigerlich stellen.

Um den organisatorischen Aufwand für die Betriebe so gering wie möglich zu halten, hat die Stadt Bottrop gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen ein Online-Portal unter der Adresse www.kaoa-praxis.de eingerichtet, in dem interessierte Unternehmen ihr Angebote einstellen können und die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern eine Auswahl treffen und ein Angebot buchen können. Die Tage der Berufsfelderkundung finden im kommenden Jahr in Bottrop vom 25. bis zum 28. Januar und vom 14. Bis zum 18. März statt.

Derzeit läuft als Vorstufe ein Projekt zur sogenannten Potentialanalyse in der Klasse 8, das beispielsweise vom 2. bis zum 9. November in der Willy-Brandt-Gesamtschule durchgeführt wird. Gemeinsam mit Bildungsträgern wie beispielsweise der Gafög bekommen die Schüler Praxistage in Lehrwerkstätten. Neben praktischen Tätigkeiten, werden hier auch soziale Kompetenzen und Lösungsstrategien getestet. „Wir begleiten die Schüler und beobachten Sie", sagt Gregor Evers, Leiter der örtlichen Gafög. „Dabei legen wir nicht so sehr den Schwerpunkt auf Arbeitsergebnisse, sondern auf Aspekte wie Verhaltensweisen, Kooperation und Selbständigkeit."

Kooperationspartner für die Durchführung der Potenzialanalysen sind in diesem Jahr neben der Gafög, die für die Haupt- und Gesamtschulen zuständig ist, auch die SBH West GmbH für die Realschulen und das Vestische Gymnasium sowie das Berufsfortbildungswerk „Vöingshof, das sich auf Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderungsbedarf spezialisiert hat. Die Angebote sind inhaltlich auf die unterschiedlichen Schultypen angepasst.

„Kein Abschluss ohne Anschluss" („KAoA") ist ein einheitliches, effizient gestaltetes und verbindliches System für den Übergang von der Schule in den Beruf ein. Ziel des Landesvorhabens ist, die Jugendlichen möglichst früh bei ihrer Berufs- und Studienorientierung, bei der Berufswahl und beim Eintritt in Ausbildung oder Studium zu unterstützen. Unabhängig vom Schultyp soll ihnen nach dem Abschluss schnell und ohne Warteschleifen eine individuelle und realistische Anschlussperspektive geboten werden. „Wesentlicher Kern des Ansatzes ist der Präventionsgedanke anstelle der Nachsorge", sagt Wolfgang Wuwer, Leiter der Koordinierungsstelle Übergang Schule/Beruf bei der Stadt Bottrop.

Die Stadt Bottrop beteiligt sich in diesem Schuljahr zum zweiten Mal an diesem Landesprogramm. Neben der Adolf-Kolping-Schule, der Hauptschule Kirchhellen, der August-Everding-Realschule, der Gustav-Heinemann-Realschule, der Marie-Curie-Realschule, der Janusz-Korczak-Gesamtschule und dem Vestisches Gymnasium, die bereits im letzten Jahr dabei waren, beteiligen sich nun erstmals auch die Hauptschule Welheim und die Willy-Brandt-Gesamtschule. Finanziert wird das Projekt durch das Land Nordrhein-Westfalen und den Europäischen Sozialfonds

„Das System eines koordinierten Übergangs von der Schule in den Beruf bietet die große Chance, dass Schülerinnen und Schüler ihre Talente und Kompetenzen entdecken und sie gezielt weiterentwickeln. Dabei soll jedem einzelnen - dem leistungs-starken Jugendlichen am Gymnasium genauso wie dem mit besonderem Bedarf an der Förderschule - aussichtsreiche Perspektiven auf dem Weg in Ausbildung und Beruf eröffnet werden", sagt Wuwer.


Berufsfelderkundung in Bottrop

Das Angebot soll Unternehmen und Schüler zusammenbringen.

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