Inhalt anspringen

Stadt Bottrop nimmt wieder Sirenen in Betrieb

Als Teil eines Warnsystems sind in Bottrop wieder Sirenen installiert worden. In Kombinationen mit anderen Informationsquellen sind sie Teil eines Systems zur Arlamierung und Information der Bevölkerung.

© Stadt ErlangenNeuer Sirenentyp. Hier installiert auf dem Rathaus der Stadt Erlangen.

Anfang der 1990er Jahre wurden die Sirenen in Deutschland fast flächendeckend abgebaut. Sie galten als Relikt des Kalten Kriegs, da ihre wichtigste Aufgabe darin bestand, vor bevorstehenden Luftangriffen zu warnen. Dass sie auch Bestandteil des Zivilschutzes in Friedenszeiten waren und die Bevölkerung vor Gefahren etwa durch Naturkatastrophen, Großbrände, Gefahrgutunfälle und andere Großschadensereignisse warnen sollten, spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Seit dieser Zeit gab es kein flächendeckendes System zur Alarmierung der Bevölkerung mit Weckfunktion mehr. Ein effektives Wecksystem ist ohne Sirenen aber nicht realisierbar.

Inzwischen installieren viele Kommunen wieder ein Sirenensystem, um die Bürgerinnen und Bürger im Gefahrengebiet mit einer Warnung zu erreichen. Die Stadt Bottrop hat 22 Sirenen im Stadtgebiet aufgestellt, um die Lücke bei der frühzeitigen Alarmierung der Bevölkerung zu schließen. Das Land NRW hat den Aufbau unterstützt und sich an den Kosten von rund 220.000 Euro mit 100.000 Euro beteiligt. Der laute und schrille Ton der Sirenen soll als effektives Mittel dienen, um zumindest die Existenz einer Gefahr für die Menschen in der Umgebung deutlich hörbar anzeigt. Dabei gehen Land und Kommunen davon aus, dass nur derjenige, der von einer Gefahr weiß, sich dann auch über die Medien weitere Informationen zur Lage beschaffen kann.

© Thomas Schulze, WikipediaIn Bottrop nicht mehr im Einsatz: Eine Sirene alten Typs.

Die 22 Sirenen sind im gesamten Stadtgebiet verteilt und unterscheiden sich erheblich von den Modellen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Diese waren mechanisch oder durch Druckluft betriebene Sirene, deren Kern eine schaufelradähnliche rotierende Trommel in einem nach unten geöffneten Gehäuse war. Durch das Drehen der Trommel wurde der Ton erzeugt. Moderne Sirenen sind vollelektronisch und erzeugen den Ton mittels Lautsprecher und Verstärker. Angesteuert werden sie über Software und Funk. Die Sirenen können sowohl einzeln als auch alle gemeinsam alarmiert werden.

Standorte der neuen Sirenen sind neben einigen Privathäusern öffentliche Gebäude, wie die Feuerwehrwache Hans-Sachs-Straße, Ortswehr Feldhausen, Feuerwehr Schulstraße, Josef-Albers-Gymnasium, Janusz-Korczak-Gesamtsschule, Hauptschule Lehmkuhle, die Grundschulen Ebel, Vonderort, Michael Ende, Ludgerus, Fürstenberg, Richard-Wagner, Paul-Gehard, Grafenwald und Gregorschule, sowie die Hochschule Ruhr West.

Dabei sind die Sirenen nur ein Teil eines umfassenden Warnkonzepts. Ergänzt wird der Alarm durch die WarnApp 'Nina', die Meldungen auf dem Smartphone ausgibt. Darüber hinaus wird die Bevölkerung über den Rundfunk, die städtische Webseite und über die sozialen Medien informiert.

Sirenentöne

Folgende Sirenenwarntöne werden in Nordrhein-Westfalen einheitlich verwendet:

${html.arvedui.search.moreLikeThis.label}
${html.arvedui.search.form.label}