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Kommunen haben Mehrheit an ELE übernommen

Die Verträge zwischen E.ON und den Städten Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen sind jetzt unter Dach und Fach. Sie sichern eine enge Zusammenarbeit und ermöglichen einen geordneten Übergang zum mehrheitlich kommunalen Versorger.

© ELEVordere Reihe v.l.n.r: Bernd Tischler (Oberbürgermeister Bottrop), Frank Baranowski (Oberbürgermeister Gelsenkirchen) und Ulrich Roland (Bürgermeister Gladbeck). Hintere Reihe v.l.n.r: Bernd Böddeling (Aufsichtsratsvorsitzender ELE), Dr. Thomas König (Vorstand E.ON) und Katherina Reiche (Geschäftsführung innogy Westenergie GmbH).

Die drei kommunalen Gesellschafter Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck übernehmen zusammen zusätzliche 0,2% der Anteile an der Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) vom E.ON-Konzern. Die Kommunen haben jetzt 50,1% der Anteile und damit die Mehrheit an der ELE. Für einen gut organisierten Übergang vom Konzernunternehmen zum mehrheitlich kommunalen Versorger wurde dabei ein mehrjähriger Übergangszeitraum verabredet.

Im Beisein von Dr. Thomas König, E.ON-Vorstandsmitglied für Energienetze, unterzeichneten am Mittwoch, 26. August 2020, die ersten Bürger der drei ELE-Städte, Bernd Tischler (Bottrop), Frank Baranowski (Gelsenkirchen) und Ulrich Roland (Gladbeck), die entsprechenden Verträge vor dem Notar.

Die E.ON-Seite wurde vertreten von Katherina Reiche, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der innogy Westenergie GmbH bei der die ELE-Beteiligung innerhalb des E.ON-Konzerns zugeordnet ist und von Bernd Böddeling, der schon seit mehr als zehn Jahren den Vorsitz im Aufsichtsrat der ELE innehat. 

Auch wenn es „nur“ um 0,2% der Unternehmensanteile geht, bedeuten die Vereinbarungen doch eine grundsätzliche Veränderung für die ELE, die künftig den Wandel vom Konzernunternehmen zu einem mehrheitlich kommunalen Versorger vollziehen wird. Um diesen Wechsel möglichst gut zu organisieren, wurde ein mehrjähriger Übergangszeitraum verabredet: Für die kommenden sechs Jahre wird E.ON zunächst noch die Stimmrechte ausüben, die durch den Verkauf der Anteile auf die kommunalen Gesellschafter übergehen. Die ELE verbleibt damit für weitere sechs Jahre im E.ON-Konzernverbund mit all seinen Möglichkeiten. Gleichzeitig haben die kommunalen Gesellschafter ausreichend Zeit, eigene Vorstellungen zu entwickeln und geben der ELE Gelegenheit ihr operatives Geschäft und ihre komplexe IT-Landschaft neu auszurichten.

Dass es nämlich nicht im „Hau-Ruck-Verfahren“ gehen soll – daran hatten alle Beteiligten gemeinsam ein großes Interesse – vor allem, damit es für die Kunden wie gewohnt weitergeht. Die ELE hat auch bisher ihre Rolle als starker Partner der Städte Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen immer wieder deutlich betont und wird das unter dem Einfluss ihrer kommunalen Mehrheitsgesellschafter auch in Zukunft tun.

„Die sichere Energieversorgung ist für unsere Stadt von ernormer Bedeutung“, betont Bernd Tischler, der Oberbürgermeister von Bottrop. „Es ist nicht zu unterschätzen, dass wir über ein leistungsfähiges Energieversorgungsunternehmen verfügen und der kommunale Einfluss auf dieses Unternehmen künftig noch größer wird.“

„Der jetzt geschlossene Vertrag ist schon ein Meilenstein für unsere drei Städte“, kommentierte Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Für Bottrop, Gladbeck und  Gelsenkirchen bedeutet das wieder ein kommunales Energieversorgungsunternehmen und damit langfristig einen entscheidenden kommunalen Einfluss auf die Geschäftspolitik.“

Zunächst bleibt der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Böddeling im Amt, in drei Jahren wird es einen Wechsel geben und ein Vertreter der kommunalen Gesellschafter wird an die Spitze des Gremiums rücken.

Zufriedene Gesichter deshalb bei allen Beteiligten. „Ein guter Tag für die Zukunft der ELE“, fasst der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Böddeling die allgemeine Stimmungslage zusammen. „Die Verhandlungen waren nicht leicht und haben einige Zeit gebraucht. Aber ich denke, wir haben ein Ergebnis erzielt, mit dem alle Partner zufrieden sein können. Damit bleibt die ELE gut aufgestellt und steht den Bürgerinnen und Bürgern der Emscher-Lippe-Region auch in den nächsten Jahren als kompetenter Partner in allen Fragen rund um Energie zur Verfügung.“

Zur Mehrheitsübernahme durch die kommunalen Gesellschafter gekommen ist es aufgrund einer sog. „change-of-control“ Klausel im bestehenden Konsortialvertrag: Durch die Veräußerung der innogy von RWE an E.ON konnten die kommunalen Gesellschafter die Mehrheit an der ELE verlangen.

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