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Verschiedene Konsequenzen werden gezogen

Nachdenken beim städtischen Tiefbaubereich über das Umgehen mit zunehmenden "Starkregenereignissen"

© Stadt BottropKanalmeister Martin Güldenberg beim Einstieg in den Stauraumkanal an der Osterfelder Straße.

Eine Gewitterfront jagt die nächste, sintflutartige Regenfälle gehen hernieder, binnen Minuten sammeln sich wahre Sturzbäche. Die Konsequenz auch zunehmend in Bottrop ist: Vollgelaufene Keller, Seenplatten auf Feldern und Straßen. Der Leiter des städtischen Fachbereiches Tiefbau und Stadterneuerung, Heribert Wilken, hat bei einem Pressegespräch heute (28. Juli) nochmals um Verständnis dafür geworben, dass ein noch so komfortabel ausgelegtes Kanalsystem solchen speziellen "Starkregenereignissen" nicht gewachsen ist. "Nehmen wir beispielsweise die Vorkommnisse vom 30. Mai", erläutert Wilken. "Da ist an einem Tag über ein Fünftel der bei uns üblichen Jahresmenge an Niederschlägen gefallen." So groß könne ein System kaum ausfallen, um solche Wassermengen in kürzesten Zeiträumen aufzunehmen. Riesenprofile bei den Kanälen seinen aber auch deshalb keine Lösung, weil im Normalbetrieb dann nicht genug Wasser durchlaufen würde, um den wichtigen Abtransport von Fäkalien zu gewährleisten.

Heribert Wilken nannte fünf Problemecken derzeit, die sich in diesem Jahr bei "Starkregenereignissen" insbesondere herausgeschält hätten: In Grafenwald die Bereiche Vossundern, Fernewaldstraße und Gerberstraße sowie die Holtfortstraße und ein Teilstück des Alten Postweges.

Im Bereich Vossundern treffen nach Einschätzung des Fachbereichsleiters mehrere Problemlagen aufeinander, weshalb der Lösungsansatz für die bessere Wasserabführung auch ein dreischichtiger sei: Der Durchlass unter der Straße wird auf Sicht vergrößert, es werden Gespräche mit dem Regionalverband Ruhr und einem Landwirt geführt, um für eine bessere Entwässerung des dortigen Waldstücks und anliegender Felder zu sorgen.

An der Fernewaldstraße läuft der Schöttelbach offen durch ein Betonprofil. Kurzfristig wurden hier städtischerseits Säuberungs- und Rückschnittarbeiten veranlasst sowie eine kleine Brücke als Abfluss-Hindernis abgebaut. Grundsätzlich sollen hier Wasserrückhalteflächen das Problem lösen.

© Stadt BottropDie Kanalmeister Matthias Igelbüscher (2.v.r.) und Martin Güldenberg (2. v.l.)diskutieren mit Fachbereichsleiter Heribert Wilken (r.) und Abteilungsleiter Andreas Glahn über Messergebnisse.

An der Gerberstraße ist eine andere Ausgangssitaution zu verzeichnen. Dort geht es nicht um Wasserrückfluss aus dem Kanal. Vielmehr verläuft die Straße so abschüssig, dass sich das Wasser auf der Straßenoberfläche zum dortigen Wendehammer bewegt, wo sich die Fluten sammeln und über hoch liegende Kellerfenster in die Häuser eindringen. Ansatz ist hier der Bau eines ganz neuen Regenwasserkanals.

Der verrohrte Kirchschemmsbach stellt bei großen Niederschlagsmengen das Problem an der Holtfortstraße dar, was durch die Anlage von Regenrückhalteflächen nicht nur reduziert werden soll. Bei deren Planung sollen die Bürger nach Aussage von Heribert Wilken ebenso über Bürgerversammlungen mit einbezogen werden wie bei den weiteren Überlegungen für den Vossundern.

Nochmals anders sei, so Wilken, die Situation am Alten Postweg, wo in einem Teilbereich die Entwässerung aus landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr funktioniere.

Wilken wie sein zuständiger Abteilungsleiter Andreas Glahn betonen aber auch deutlich, dass bei der Thematik nicht nur die Stadtverwaltung am Zuge sei, sondern sich die Lage generell nur entspanne, wenn auch die Hauseigentümer ihren Teil zur Problembewältigung beisteuern würden. So wird städtischerseits nochmals auf die Verpflichtung zum Einbau einer Rückstausicherung für den jeweiligen Hausanschluss hingewiesen. Mitarbeiter in Glahns Abteilung seien auch gerne zur Beratung in spezielleren Fragen wie Kellerfensterabsicherungen oder Grundstückseinfassungen wie in Gegenden entlang des Rheins behilflich.

Hingewiesen wurde auch auf die generellen Unternehmungen zur Trennung von Regenwasser und Schmutzwasser, was auch mit Hilfe der städtischen Abwassersatzung durch eine entsprechende Gebührengestaltung unterstützt werde. Alle Maßnahmen zur Regenwasserversickerung würden sich durch weniger Ausgaben auf Sicht zudem finanziell lohnen, wobei diese Maßnahmen außerdem mit Blick auf verschiedene Programme gefördert werden könnten. "Wasser, was gar nicht erst im Kanal landet, kann natürlich da auch nicht zum Problem werden", ist das Motto.

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