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50 Jahre Bottrop-Tourcoing mit Festakt gefeiert

"Gerade in Zeiten des Europaverdrusses, der steigenden Jugendarbeitslosigkeit, der Flüchtlingskrise und des Terrorismus, sind die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg und der Erfahrungsaustausch unerlässlich."

© Stadt BottropHöhepunkt des Festaktes (v. l.): Bürgermeister Didier Droart und Oberbürgermeister Bernd Tischler halten die unterzeichneten Jubiläumsurkunden in ihren Händen.

Seit dem 11. Juni 1967 verbindet die Städte Bottrop und Tourcoing eine feste Städtepartnerschaft. So unterzeichneten die ehemaligen Oberbürgermeister Ernst Wilczok und René Lecocq den Partnerschaftseid mit dem Auftrag, "[...] eine dauernde Verbindung zwischen beiden Städten aufrechtzuerhalten und den Austausch unter ihren Bewohnern auf allen Gebieten zu begünstigen, um durch Förderung des gegenseitigen Verständnisses ein echtes Gefühl europäischer Brüderlichkeit zu entwickeln, unsere Bemühungen zu vereinen, und in vollem Umfang unserer Möglichkeiten einem für Frieden und Wohlstand notwendigen Unternehmen zum Erfolg zu verhelfen: der Einheit Europas."

[...] um durch Förderung des gegenseitigen Verständnisses ein echtes Gefühl europäischer Brüderlichkeit zu entwickeln [...]

Partnerschaft begann mit einem zufälligen Treffen

Mit einem Festakt im Restaurant Große-Wilde haben am Freitag (29.9.) Vertreter der Städte Bottrop und Tourcoing das 50. Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft gefeiert. Oberbürgermeister Bernd Tischler sprach dem vor wenigen Wochen neu gewählten Bürgermeister Didier Droart seine Glückwünsche aus. Erwartungsvoll blicke er in ihre städtepartnerschaftliche Beziehung und hoffe auf "eine enge, gemeinsame Zusammenarbeit".

Ein besonderes Anliegen war es Oberbürgermeister Tischler, den Blick in die Vergangenheit zu richten. Er erzählte von dem zufälligen Treffen zweier Geschäftsleute aus Bottrop und Tourcoing, die sich im Jahr 1956 an einer Autobahnraststätte trafen und zwischen denen sich eine private Freundschaft entwickelte. "Dieses zufällige Treffen legte den Grundstein für unsere jahrelange Freundschaft." Vier Jahre später beschloss der Rat der Stadt Bottrop einen engen Kontakt zur französischen Stadt und 1961 besuchte die erste französische Delegation den Bottroper Karneval.

Städtepartnerschaften geben die Möglichkeit, sich über Probleme auszutauschen und Lösungswege zu finden.

Städtepartnerschaften auch heute noch wichtig

Tischler sei überzeugt davon, dass Städtepartnerschaften auch heutzutage noch eine entscheidende Rolle im städtischen Leben spielen. "Gerade in Zeiten des Europaverdrusses, der steigenden Jugendarbeitslosigkeit, der Flüchtlingskrise und des Terrorismus, sind die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg und der Erfahrungsaustausch unerlässlich. Wir haben in unseren Ländern mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Auch unsere Städte haben gemeinsame, strukturelle Schwierigkeiten. Städtepartnerschaften geben die Möglichkeit, sich über Probleme auszutauschen und Lösungswege zu finden. Sie sollten als Netzwerk und als Plattform des Bürgerdialogs gesehen werden. Sie geben uns die Chance, die europäischen Werte voran-zutreiben. Nur durch Gespräche und persönlichen Kontakt, können wir uns besser kennen lernen und Vorurteile abbauen."

Im Anschluss unterschrieben Oberbürgermeister Tischler und Bürgermeister Droart die Jubiläumsurkunde, in der sie ihre weitere Zusammenarbeit und den Willen bekräftigen "auch in schweren und unruhigen Zeiten, weiterhin als europäische Wertgemeinschaft einzustehen".

Ausstellung bezeugt lebendigen Austausch

Zuvor besuchte die französische Delegation rund um Tourcoings Bürgermeister das Kulturzentrum August Everding. Stadtarchivarin Heike Biskup führte die fünfköpfige Gruppe durch die im Juni eröffnete Ausstellung über die deutsch-französche Städtepartnerschaft. Ungewöhnliche Exponate, Zeitungsartikel und persönliche Geschichten bezeugen einen lebendigen, stetigen Austausch zwischen den Städten und Bottroper Bürger erzählen von ihren Erfahrungen mit der Partnergemeinde.

Am Samstag stehen eine Stadtrundfahrt mit einem Besuch des Tetraeders und ein gemeinsames Mittagessen im Bernepark auf dem Programm, bevor die Gäste aus Frankreich am Sonntag verabschiedet werden.

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