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Wenn der "lustige Zahnarzt" Uwe Holtkamp kommt...

Die Arbeit des kinder- und jugendzahnärztlichen Dienstes in Kindergärten und Schulen

© Stadt BottropZahnarzt Uwe Holtkamp mit seinem Team: Birgit Lesch (links) und Siglinde Golland. Auf dem Foto fehlt Manuela Preuß- Kampmann.

Wer älteren Semesters ist, erinnert sich an die lange Reihe aufgeregter Kinder vor einem instrumentenbewehrten Mediziner, wenn der Zahnarzt zur Reihenuntersuchung kam. Heute ist auch Aufregung dabei, wenn Uwe Holtkamp in Kindergärten und Schulen kommt, doch wird er in den Kitas als "lustiger Zahnarzt" bejubelt.

Viel hat sich getan, seit Uwe Holtkamp Anfang der 1990er-Jahre den kinder- und jugendzahnärztlichen Dienst des städtischen Gesundheitsamtes ganz neu aufgestellt hat. Und das nicht nur im Auftreten von Holtkamp und seinen beiden Mitarbeiterinnen Birgit Lesch und Manuela Preuß-Kampmann sowie Prophylaxefachkraft Siglinde Golland. Es zeigen sich inzwischen auch deutliche Erfolge der Arbeit: Die Quote der Kinder, die noch nie Karies hatten, nimmt in den beobachteten Altersgruppen vom dritten bis zum zwölften Lebensjahr seit Jahren kontinuierlich zu, gleichzeitig haben die noch von Karies betroffenen Kinder im Durchschnitt immer weniger Zahnschäden. Zum Vergleich: Heute haben 67,3 Prozent der Zwölfjährigen noch keinen kariösen bleibenden Zahn gehabt, 51,9 Prozent der sechs- bis siebenjährigen Erstklässler noch nie einen kariösen Milchzahn. Vor 19 Jahren waren das nur 43,1 Prozent (12-Jährige) bzw. 37,2 Prozent (6/7-Jährige).

Als Hauptaufgaben sieht der Zahnmedizinische Dienst dabei die jährliche zahnmedizinische Vorbeugung in Gruppen von Kindern und Jugendlichen, die jährlichen zahnärztlichen Untersuchungen in Schulen und Kindergärten sowie die Vermittlung von Informationen zum Thema Vorbeugung an Eltern und Erzieher(innen).

Vorbeugemaßnahmen

Zu Vorbeugemaßnahmen geht das jugendzahnärztliche Team in fast alle Kindergärten (44 von 52, was 85 Prozent entspricht), alle 24 Grundschulstandorte und zwei Förderschulen. Im Schuljahr 2015/2016 wurden zusammen 5.809 Kinder betreut. Ziel ist eine altersentsprechende Vermittlung von Wissen zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen und eine positive emotionale Erfahrung beim Thema Zahngesundheit. Auf diese Weise sollen Motivationen zur Umsetzung der Vorbeugung im Alltag entstehen und der Entstehung von „Zahnarztangst“ entgegengewirkt werden. Die Impulse dauern pro KiTa-Gruppe rund 35 Minuten, in den Schulen jeweils eine Schulstunde.

Bei den Vorschulkindern geht das Team spielerisch vor, hier steht die positive Emotion im Vordergrund. Je älter die Kinder werden, desto mehr kann Wissen vermittelt werden. So werden in den Kindertagesstätten die Puppen „Dr. Zwickelmann“ und „Joschi“ eingesetzt: Beide haben aus unterschiedlichen Gründen keine Ahnung von der Zahnpflege, so dass die Kinder ihnen das „Zähneputzen“ beibringen sollen. Am Ende kennen die Kinder die Abläufe des Zähneputzens und die für Vorschulkinder altersgerechte Zahnputztechnik „KAI“ (Kaufläche-Außenfläche-Innenfläche).

Bei den jüngeren Grundschülern vermittelt eine Plakatgeschichte von „Willi Backenzahn“ die Entstehung von Karies, anschließend wird das Zähneputzen trainiert. Mit zunehmenden Alter lernen die Grundschüler, was Zahn-Versiegelungen sind, worauf bei Zahnbürsten zu achten ist, wie Fluorid wirkt, wie Erwachsene ihre Zähne putzen sollten, was Zahnseide ist und welche Rolle der Speichel bei der Kariesvorbeugung spielt. Dafür werden mit zunehmendem Alter immer anspruchsvollere Arbeitsblätter eingesetzt.

In einzelnen KiTas führt Siglinde Golland zusätzliche Präventionsmaßnahmen durch (im Schuljahr 2015/2016 mit 513 Kindern). Dabei wird eine KiTa-Gruppe von ihr an zwei Vormittagen betreut. Der Krokodilpuppe „Tobi“ wird von den Kindern auf einem eigens mitgebrachten Spiel-Zahnarztstuhl ein kariöser Backenzahn mit Knete gefüllt, so dass die Kinder zahnärztliche Instrumente selbst benutzen und „begreifen“ können. Vorschulkindern vermittelt sie anhand von Tafeln und Arbeitsblättern die Rolle des Zuckers und der Bakterien bei der Kariesentstehung. In praktischen Zahnputzübungen im Waschraum wird die KAI-Zahnputztechnik trainiert.

In acht Grundschulstandorten trägt Siglinde Golland nach schriftlicher Einwilligung der Eltern zweimal pro Schuljahr Fluoridlack auf die Zähne auf. Sie erreichte damit im Schuljahr 2014/2015 894 Kinder). In internationalen Studien erzielte die Methode eine Karieshemmung von 38 Prozent.

Jährliche zahnärztliche Untersuchungen und Beratung

In allen 52 Kindergärten, allen Klassen der 24 Grundschulstandorte, allen fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen und allen Klassen der Förderschulen finden einmal jährlich zahnärztliche Untersuchungen statt. Die Eltern werden anschließend schriftlich über das Ergebnis informiert und beraten. Dabei wurden im Schuljahr 2015/2016 insgesamt 8.540 Kinder erreicht, das sind 79 Prozent der gemeldeten KiTa-Kinder und 98 Prozent der gemeldeten Schüler dieser Klassen.

38 von 52 Bottroper KiTas (73 Prozent) sind außerdem dem Präventionsprogramm „KiTa mit Biss“ des „Arbeitskreises Zahngesundheit“ beigetreten. Dieses Programm wurde 2013 in Bottrop eingeführt und wird ab dem nächsten Schuljahr allen lokalen Arbeitskreisen Zahngesundheit in Westfalen-Lippe von der Landesorganisation in Münster angeboten. Die teilnehmenden Erzieher(innen) werden von Uwe Holtkamp in Seminaren geschult. Zur Informationsvermittlung an die Eltern werden nahezu in allen „KiTas mit Biss“ so genannte „Infotische“ oder Vortragsveranstaltungen durchgeführt. Beim "Infotisch" spricht Siglinde Golland die Eltern während der Bring- oder Abholzeit an und vermittelt ihnen anhand mitgebrachter Materialien Präventionstipps. Auf Elternnachmittagen oder -abenden hält Uwe Holtkamp Vorträge. Zusammen wurden so im Schuljahr 2015/2016 in 30 Veranstaltungen 644 Eltern erreicht. Zusätzlich werden den Eltern durch die Erzieher(innen) in jährlichen Entwicklungsgesprächen Faltblätter übergeben, die die Informationen für das jeweilige Alter ihrer Kinder kompakt zusammenfassen. Diese sechs nach dem Lebensalter verschiedenen Flyer mit dem Titel „Zahngesund im Kindesmund“ wurden von Uwe Holtkamp in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bottrop entworfen und sind mittlerweile in ganz Westfalen-Lippe im Einsatz.

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