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Dorothee Feller ist neue Regierungspräsidentin

Oberbürgermeister Bernd Tischler gratuliert der Nachfolgerin von Reinhard Klenke zum neuen Amt

© Stadt BottropDorothee Feller wird von Innenminister Herbert Reul mit den Amt der Regierungspräsidentin betraut.

Mit einem großen Festakt in der Bürgerhalle der Bezirksregierung Münster am Domplatz wurde der Wechsel an der Spitze des Regierungsbezirks Münster, zu dem Bottrop gehört, vollzogen. NRW-Innenminister Herbert Reul hat den Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke in den Ruhestand verabschiedet und seine Nachfolgerin, Dorothee Feller, in ihr Amt eingeführt. Feller war zuvor Regierungsvizepräsidentin.

Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Kirche, Hochschule, Justiz, Polizei und Militär sowie weitere Vertreter des öffentlichen Lebens aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region sowie den Niederlanden verfolgten den Festakt, unter ihnen Minister, Europa-, Bundestags- und Landtags-Abgeordnete, Gerichts- und Hochschulpräsidenten sowie die NRW-Regierungspräsidenten und zahlreiche Landräte und Bürgermeister.

"Reinhard Klenke hat sich mit seinem Engagement weit über die Grenzen Münsters hinaus einen guten Namen gemacht ", sagte Reul. Er betonte das außerordentlichen Verantwortungsbewusstsein Klemkes, der zugunsten einer reibungslosen Amtsübergabe seinen Ruhestand verschoben habe.

Über die neue Regierungspräsidentin sagte der NRW-Innenminister: "Mit Dorothee Feller bekommt Münster eine kompetente und erfahrene neue Regierungspräsidentin, der ich für die neue Aufgabe viel Erfolg wünsche. Wie ihr Vorgänger wird auch sie im Dialog mit den Betroffenen nach Lösungen suchen. " Feller hatte bereits im Sommer 2011 für einige Monate die Behördenleitung inne, bevor Klenke schließlich das Amt antrat.

Prof. Dr. Reinhard Klenke bedankte sich in seiner Abschiedsrede bei allen, die ihn in seinem Dienst für die Region unterstützt haben. Für die Zukunft wünschte er, dass die Integration der Flüchtlinge gut gelingen möge. "Der Zuzug der Flüchtlinge mit Bleiberecht ist eine Bereicherung für die Region und kann helfen, langfristig den Fachkräftemangel abzufedern. Deshalb müssen die Chancen rasch genutzt werden, die uns aus motivierten Zuwanderern erwächst. Sie zeigen oft einen enormen Leistungswillen, haben aber selten schon den Ausbildungsstand, der sie zu einem nahtlosen Übergang in eine Beschäftigung befähigt“, Klemke, der sich zuversichtlich äußerte, da in vielen Kommunen, Regionen und Kreisen bereits Strukturen für die Integration geschaffen worden seien. „Diese müssen weiterentwickelt und systemisch noch stärker miteinander verbunden werden", sagte der scheidende Behördenchef.

Klemke beschreibt den  Regierungsbezirk Münster als das finanziell relativ solide aufgestellte, eher ländlich geprägte Münsterland, das sich in idealer Weise mit dem strukturell schwächeren großstädtischen Ballungsraums der Emscher-Lippe-Region ergänze. "Beide Teilregionen können voneinander profitieren, wenn sie das Gemeinsame zu betonen und zugleich die jeweiligen Stärken herausstellen. Im bundesweiten Wettbewerb müssen sich aber auch die ländlichen Regionen intensiv darum kümmern, durch Vernetzung, Kooperationen und Digitalisierung ihre gute Position zu halten und auszubauen."

Sorgen äußerte Klenke darüber, dass es an einer Zusammenarbeit von Westfalen, vergleichbar dem Ruhrgebiet und dem Rheinland noch fehle, dass Zukunftsvorhaben oft mehr als ein Jahrzehnt in der Schwebe blieben und dass Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet nach wie vor hoch ist. Im Ruhrgebiet seien weitere Hilfen in der Quartierserneuerung erforderlich, damit es als Wohnort attraktiv bleibe. Er forderte, dass Synergieeffekte zwischen Emscher-Lippe-Region und Münsterland besser genutzt werden: "Verwaltungsgrenzen sieht man nicht, sie sind aber oft schwerer zu übersteigen als Mauern".

Prof. Klenke hatte am 4. Oktober 2011 den Dienst als Regierungspräsident für den Regierungsbezirk Münster angetreten und auf Bitten der Landesregierung seinen Ruhestand um rund ein Jahr bis Ende August 2017 hinausgeschoben. Nach sechsjähriger Amtszeit freut er sich jetzt natürlich auch auf mehr Zeit für seine Familie und auf interessante Reisen. Er wird aber auch noch regelmäßig Vorlesungen im Verwaltungsrecht an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf halten.

"Ich freue mich auf die neue Funktion", sagte Dorothee Feller. Sie habe sich von Beginn an in der Bezirksregierung sehr wohl gefühlt und sei von dem Behördentypus "Bündelungsbehörde" zutiefst überzeugt - vorausgesetzt die Bündelung wird richtig gelebt. Feller sei froh, dass der Bezirk aus den beiden Regionen Emscher-Lippe und dem Münsterland bestehe. Beide Regionen hätten viel Erfolgreiches, Schönes und Gutes zu bieten. Als gebürtige Dorstenerin, deren Großteil der Familie noch in der Emscher-Lippe Region lebt, kenne sie die Herausforderungen dieser Region, wie die kommunale Finanzsituation und die Zechenschließungen. Zu den Herausforderungen der beiden Teilregionen zählt sie die Digitalisierung und den Fachkräftemangel. "Keine Kommune, keine Institution muss die Lösungskonzepte alleine schreiben. In der gemeinsamen Herangehensweise liegt die Stärke", so Feller. Die Bezirksregierung biete sich dabei als Vernetzungsplattform an.

Besonders am Herzen liegt Feller eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit den niederländischen Provinzen und den Watershapen. Die grenzüberschreitenden Gespräche setze sie gerne fort und freue sich, wenn daraus auch gemeinsame Projekte entstehen. Für Feller soll die Bezirksregierung eine Behörde sein, die in den Regionen verankert ist, die ihre Aufsichtsfunktion wahrnimmt, der jedoch gleichwohl der respektvolle, partnerschaftliche und achtsame Umgang mit allen Akteuren selbstverständlich ist. Sie werde loyal zur Landesregierung stehen und ihr die Eindrücke und Erwartungen aus den Regionen vermitteln und sie gerne beraten. Darüber hinaus soll die Behörde eine moderne Arbeitgeberin sein, die für Menschen aller Altersgruppen einen attraktiven, qualifizierten und familienfreundlichen Arbeitsplatz bietet.

Zu den ersten Gratulanten in ihrem neuen Amt gehörte Oberbürgermeister Bernd Tischler.

© Stadt BottropInnenminister Herbert Reul (rechts) verabschiedet Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke.
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