Inhalt anspringen
© Stadt Bottrop

Politik und Verwaltung forcieren den Neubau der Feuerwachen

Die Bottroper Feuerwehr stellt sich neu auf, was die Standorte ihrer Rettungswachen anbelangt. Während in Kirchhellen der Entscheidungsprozess für eine neue Wache bereits fortgeschritten ist, stehen die Beratungen für eine neue Hauptwache jedoch erst am Anfang.

© Stadt BottropTechnischer Beigeordneter Klaus Müller stellt Details der Planungen vor.

Bottrop benötigt dringend Ersatz für seine beiden Feuerwachen in Alt-Bottrop und in Kirchhellen. Beide Wachen sind in die Jahre gekommen und genügen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Oberbürgermeister Bernd Tischler und Technischer Beigeordneter Klaus Müller stellten am Dienstag, 9. Juni 2020, im Rathaus die Pläne und den Stand des Verfahrens vor.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, auf diese Situation zu reagieren. Zum einen die Sanierung und Erweiterung der bestehenden Feuer- und Rettungswachen im laufenden Betrieb, oder zum anderen ein kompletter Neubau an einem neuen Standort. Die Frage war in den vergangenen Jahren mehrfach Thema in den politischen Gremien. Das Investitionsvolumen für die Stadt ist enorm, müssen doch allein für die Hauptwache mehr als 60 bis 65 Mio. Euro veranschlagt werden – den Grunderwerb bei einem Neubau nicht mitgerechnet. Ein Neubau in Kirchhellen wird mit 11,5 Mio. Euro Baukosten plus 720.00 Euro für den Grundstückskauf kalkuliert.

„Nach intensiver Prüfung der beiden Optionen – Sanierung oder Neubau, kommt die Verwaltung zu dem Schluss, dass eine Sanierung sowohl in Kirchhellen als auch in Alt-Bottrop in wirtschaftlicher, zeitlicher und technischer Hinsicht die weitaus schlechtere Option ist“, sagt Oberbürgermeister Bernd Tischler. „Die jeweiligen Untersuchungsergebnisse sind den zuständigen politischen Gremien bereits ausführlich dargestellt worden.“

Hauptfeuerwache

Der bisherige Standort der Hauptfeuerwache und mögliche Alternativstandorte

Die politischen Beratungen stehen in Bezug auf die Feuer- und Rettungswache I in Alt-Bottrop noch am Anfang. Bisheriger Stand ist, dass die Stadtverwaltung von der Politik beauftragt wurde, eine Standortanalyse für einen möglichen Neubau durchzuführen. Dabei wurden insgesamt sechs denkbare Standorte in den Blick genommen. Diese Standortanalyse wird nun zunächst im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz am 16. Juni 2020 beraten und schließlich am 25. Juni vom den Rat der Stadt entschieden.

Die Beschlussvorlage der Verwaltung sieht vor, die Verwaltung zu beauftragen, die Möglichkeit eines Neubaus auf dem favorisierten Grundstück an der Josef-Albers-Straße weiterzuverfolgen und alles dazu Erforderliche umgehend in die Wege zu leiten. Dies schließt auch Gespräche und Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer und die planerischen Voraussetzungen mit ein, um baurechtlich an dem Standort tatsächlich eine Feuerwache errichten zu können.

Das Problem für Politik und Verwaltung bei der Entscheidung ist, dass kein Standort – auch nicht der bestehende – unproblematisch im Hinblick auf das Wohnumfeld oder den Eingriff in eine Freifläche ist. Der avisierte Standort an der Josef-Albers-Straße bedarf aber einer besonderen Prüfung im Hinblick auf die Funktion der Fläche für das Stadtklima.

Die Fläche ist Teil eines größeren Gebiets mit landwirtschaftlicher Nutzung, die sich kühlend auf das Stadtklima auswirkt. Da aber nur eine kleinere Teilfläche am Rande dieses Ausgleichsraums für die neue Feuerwache genutzt werden soll, schätzt die Verwaltung die klimatischen Auswirkungen durch eine Bebauung als nur geringfügig ein. Die Funktion der Großfläche westlich und nördlich der neuen Feuerwache werden nicht verloren gehen.

Der Vorsitzende des Umwelt- und Planungsausschuss Bürgermeister Klaus Strehl (SPD) sowie der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschuss Hermann Hirschfelder (CDU) schätzen ein, dass es durchaus eine politische Mehrheit für den Standort an der Josef-Albers-Straße geben könnte, wenn entsprechende Umweltfragen und Eingriffe in die klimatische Funktion der Fläche kompensiert werden. Es gäbe aber Diskussions- und Beratungsbedarf für die schwierige Standortentscheidung.

Siehe hierzu auch:

Feuerwache Kirchhellen

Der bisherige Standort und der geplante Standort der Feuerwache Kirchhellen

Der Prozess zum Bau einer neuen Feuerwache im Stadtbezirk Kirchhellen sind hingegen weit fortgeschritten. Es gibt bereits einen Grundsatzbeschluss für einen Neubau - und für diesen soll nun Planungs- und Baurecht geschaffen werden.

Der Planungsausschuss wird am 16. Juni über eine Verwaltungsvorlage entscheiden, die vorsieht, eine Fläche an der Rentforter Straße / In der Koppel für den Gemeinbedarf im Flächennutzungsplan auszuweisen. Bisher ist sie für Wohnbebauung vorgesehen. Auf dem Grundstück, das die Stadt Bottrop bereits erworben hat, soll dann die Feuerwache 2 für Kirchhellen entstehen.

Geprüft hatte die Verwaltung eine Sanierung des bisherigen Standorts an der Schulstraße. Zum einen waren aber auch hier wie an der Hauptwache Kosten und Aufwand zu groß und zudem stand nicht genügend Fläche zur Verfügung, um eine Feuerwache nach heutigen Standards zu realisieren. Neben diesem Bestandsstandort wurden noch weitere neun Standorte für eine neue Wache geprüft. Die jetzige Fläche wurde ausgewählt, weil sie sowohl einsatztaktisch für die Feuerwehr, als auch planungsrechtlich, wasserwirtschaftlich und aus Umweltgesichtspunkten die geeignetste war.

Cookies erleichtern die Bereitstellung von Diensten auf dieser Webseite. Mit der Nutzung der Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass die Stadt Bottrop Cookies verwendet. Weitere Informationen finden Sie unter dem nebenstehenden Link zum Datenschutz.

Datenschutz