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Ausstellungen beleuchten 100 Jahre Frauenwahlrecht

Die Ausstellungen „Mütter des Grundgesetzes“ und „Sichtbar – Bottroper Frauen“ im Rahmen von "100 Jahren Frauenwahlrecht" und des 100. Stadtjubiläums sind im Kulturzentrum August Everding bis zum 1. März 2019 zu sehen.

© Stadt BottropAusstellungstafel "Sichtbar - Bottroper Frauen".

Aus Anlass des doppelten Jubiläums "100 Jahre Frauenwahlrecht" und "100 Jahre Stadtrechte" hat Oberbürgermeister Bernd Tischler im Beisein von Politik, Verwaltung und Gesellschaft zwei Ausstellungen am Freitagabend im Kulturzentrum August Everding eröffnet. Sie beleuchten den Wandel des Rollenbildes der Frau in Deutschland und in Bottrop.

Noch immer gäbe es Defizite: "Trotz aller inzwischen nicht mehr wegzudenkenden gesetzlichen Regelungen ist die Gleichberechtigung noch nicht in allen Facetten Realität." In seiner Rede appelierte er deshalb: "Es liegt an uns gemeinsam, die Chancengleichheit von Frauen und Männern in allen Bereichen umzusetzen und weiter voranzutreiben."

Der Tag der Festveranstaltung war ein historischer: Denn am 19. Januar 1919 durften Frauen erstmals in Deutschland wählen.

Frauen durften nicht selbstbestimmt entscheiden

In den vergangenen 100 Jahren haben engagierte Frauen in Deutschland viel erreicht: Früher reduzierte sich das Rollenbild der Frau auf Hausfrauentätigkeiten und Mutterschaft. Frauen hatten keine Berufsfreiheit, Eigentumsrechte und keinen Zugang zu öffentlichen Ämtern. Sie durften nicht selbstbestimmt entscheiden. Dieses Recht hatte jahrzehntelang der Ehemann.

„Mütter des Grundgesetzes“

Das hat sich geändert, allerdings bedurfte es den Einsatz mutiger Frauen. Das Engagement und die Geschichte vier solcher Frauen wird beleuchtet in der Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“. Ein Foto aus dem Archiv der Gleichstellungsstelle, das den damaligen Oberbürgermeister Ernst Löchelt mit Dr. Eisabeth Selbert - einer der vier Frauen - zeigt, gab den Ausschlag dafür.

„Sichtbar - Bottroper Frauen“

Was geschah zu dieser Zeit, davor und danach in Bottrop? "Diese Fragen interessierten uns immer mehr. Damit war die Idee entstanden, einen lokalen Bezug zu Bottroper Frauen herzustellen, die sich früher politisch und gleichstellungsrelevant engagiert haben", sagt Noetzel. Auf 16 Ausstellungstafeln hat die Gleichstellungsstelle eine lokale Ausstellung mit dem Titel „Sichtbar - Bottroper Frauen“ konzipiert - mit Daten, Fakten, Fotografien und Zeitungsartikeln. Zur ersten Generation der Ratsfrauen in Bottrop in den Jahren 1919 bis 1933 wurden „11 Steckbriefe“ erstellt, die auf einer Aktionslandkarte für ganz NRW zusammengetragen und auf der Homepage www.frauenbueros-nrw.de eingestellt wurden.

Eine konsistente und konsequente Gleichstellungspolitik bleibt eine Daueraufgabe von Politik und allen Verantwortlichen.

Es gibt noch immer Defizite

Trotz großer Fortschritte muss immer wieder erinnert werden, das es weiterhin Defizite bei der Gleichstellung von Frauen und Männer gibt. Heidi Noetzel erläutert:

"Im Bereich der Erwerbstätigkeit sind die heutigen Frauen bestens ausgebildet, aber sie haben es immer noch schwerer, sich im Arbeitsleben durchzusetzen. Frauen verdienen weniger als Männer. Gleiche Arbeit für gleichen Lohn ist ein Dauerthema. Im Bereich der Politik sind Frauen stark unterrepräsentiert. Im Rat der Stadt Bottrop haben wir aktuell einen Frauenanteil von 35,2 Prozent. Ein Blick auf den Frauenanteil im Deutschen Bundesrat zeigt, dass er wieder gesunken ist, auf derzeit 31 Prozent.

Auch bei Karrierechancen und höheren Führungspositionen haben Frauen das Nachsehen. Wenn wir einen Blick in den eigenen Verwaltungsbereich werfen, finden wir sechs Frauen, die ein Fachamt in Bottrop leiten. Demgegenüber stehen 22 Männer", sagt Noetzel. Frauen seien viel stärker von Altersarmut bedroht, beispielsweise Rentnerinnen oder alleinerziehende Mütter. "Die Themen Teilzeit, Minijob, schlechtere Verdienstmöglichkeiten in von Frauen dominierten Berufen sowie Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben werden uns daher weiter beschäftigen."

Auch die Themen Gewalt und sexuelle Belästigung an Frauen seien allgegenwärtig. "2016 wurden 109.000 Frauen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft und jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch häsuchliche Gewalt. Eine konsistente und konsequente Gleichstellungspolitik mit geeigneten Maßnahmen und Unterstützungen ist daher gefordert und bleibt eine Daueraufgabe von Politik und allen Verantwortlichen“.

Rede des Oberbürgermeisters

Informationen zu den Ausstellungen

Die Ausstellungen „Mütter des Grundgesetzes“ und „Sichtbar – Bottroper Frauen“ sind ab dem 19. Januar bis zum 1. März 2019 zu sehen im Kulturzentrum August Everding, in der 1. und 2. Etage im VHS-Bereich. Montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 12.30 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter sind die Gleichstellungsstelle der Stadt Bottrop in Kooperation mit dem Stadtarchiv und der VHS.

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