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Rathaussanierung wird teurer als kalkuliert

Bei der Rathaussanierung gibt es eine Kostensteigerung von 19 Prozent. Vor allem
Dinge, die in dem 100 Jahre alten Bau nicht vorhersehbar waren, und Maßnahmenerweiterungen schlagen zu Buche. Der aktueller Haushalt der Stadt ist aber nicht gefährdet.

Die Stadtverwaltung hat dem Hauptausschuss in seiner Sitzung am 14. November 2017 einen Bericht zur Kostenentwicklung bei der Rathaussanierung vorgelegt. Die an die aktuellen Entwicklungen angepasste Kostenprognose zeigt demnach eine 19-prozentige Kostensteigerung gegenüber der Kostenberechnung vor Beginn der Maßnahme. Damit liege die mögliche Kostensteigerung im Rahmen dessen, was bei derart aufwändigen Altbausanierungen oft zu beobachten sei, erläuterte der Technische Beigeordnete Klaus Müller: "Insbesondere bei einem rund 100 Jahre alten Objekt sind Kostensteigerungen von rund 30 Prozent keine Ausnahme."

Die zunächst mit insgesamt 9,52 Mio. Euro kalkulierte Gesamtmaßnahme könnte gemäß aktueller Prognose bis zu 11,46 Mio. Euro kosten. In dieser Kostenprognose ist nun ein Risikozuschlag von zehn Prozent für alle bisher nicht vergebenen Gewerke enthalten. Dieser Risikozuschlag wurde aus den bisherigen Auftragsvergaben abgeleitet. "Mit der Berücksichtigung eines angemessenen Risikozuschlags betreiben wir bewusst keine 'Schönrechnerei', sondern spielen mit offenen Karten", so Müller weiter.

Mehrkosten bei den Ausweichquartieren

In den prognostizierten Gesamtkosten sind sowohl Kosten für die eigentliche Sanierung des historischen Rathauses als auch Kosten für sogenannten Übergangsmaßnahmen enthalten. Mit Letzterem sind Umzugskosten, Mietkosten sowie Kosten zur Herrichtung der übergangsweise genutzten Mietobjekte gemeint.

Änderungen ergaben sich vor folgenden Hintergründen: Neben den Gebäuden am Gleiwitzer Platz und dem ehemaligen katholischen Stadthaus sollte auch das Hotel an der Paßstraße wesentliche Teile der Verwaltung aufnehmen. Aufgrund der dortigen Insolvenz konnte diese Planung jedoch nicht realisiert werden. Die Verwaltung war daher gezwungen, größere Umbauten in den beiden anderen Objekten vorzunehmen und zusätzlich das ehemalige Pastorat der Pfarrgemeinde Liebfrauen anzumieten und entsprechend umzubauen. "Diese unvorhersehbare Entwicklung war der Hauptgrund für die Kostensteigerungen im Segment der Übergangsmaßnahmen", so Müller. Der Aufwand für den dauerhaften Umzug weiterer Dienststellen stehe nur mittelbar im Zusammenhang mit der Rathaussanierung, wurde aber in diesem Zuge mit abgewickelt und deshalb bei den Kosten mit veranschlagt.

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Altbausubstanz treibt Aufwendungen

Im Segment der eigentlichen Sanierungskosten fallen vor allem Mehraufwendungen ins Gewicht, die aufgrund der Altbausubstanz vorab nicht exakt zu beziffern waren.

  • Dazu zählen etwa die unerwartet notwendige statische Sicherung des historischen Luftschutzkellers sowie höherer Aufwand zur Schadstoffsanierung, der erst nach dem Leerzug des Rathauses zu erkennen war.
  • Darüber hinaus zeigte sich, dass das beauftragte Planungsbüro im Rahmen der Kostenberechnung - entgegen der Vorgabe der Stadt - nur die Sanierung der Rathausfassade, nicht jedoch die entsprechenden Maßnahmen am Rathausturm berücksichtigt hatte.
  • Des weiteren konnten im Rahmen der noch laufenden Vergabeverfahren vielfach nicht die zunächst kalkulierten Preise erzielt werden. In vielen Gewerken wurde maximal ein Angebot abgeben, was eine Auswahl ausschloss. Angesichts der Hochkonjunktur im Baugewerbe können die Anbieter mangels Konkurrenz die Preise derzeit mehr oder weniger diktieren", bedauert Klaus Müller.
  • Zudem wurde jetzt die erst mittelfristig notwendige Modernisierung der Ver- und Entsorgungsleitungen des Rathauses aus funktionalen Gründen vorgezogen. Dabei wurden bereits die notwendigen Vorkehrungen für die geplante bauliche Neuordnung des Saalbaugeländes berücksichtigt. Auch alle diese Maßnahmen stehen nur mittelbar im Zusammenhang mit der Rathaussanierung, sind aber in den Gesamtkosten mit enthalten.

Möglichkeiten zur Kosteneinsparung wurden geprüft

Die Verwaltung hat im Gegenzug unterschiedliche Möglichkeiten zur Kosteneinsparung geprüft. Dabei zeigte sich, dass viele Optionen verworfen werden mussten, weil damit eine erhebliche Reduzierung der Landesförderung verbunden wäre. Als größere Sparmaßnahme schlägt die Verwaltung vor, die Sanierung der Bleiglasfenster zunächst zurückzustellen und über ein zusätzliches Förderprogramm abzuwickeln. Dabei lasse sich ein sechsstelliger Betrag einsparen. Eine Erhöhung der Förderung für die eigentliche Rathaussanierung habe das Land ablehnen müssen.

Für den aktuellen Haushalt sind die Mehrkosten kein Problem: Da die Einzelmaßnahmen zur Rathausanierung eine Investition darstellen, werden diese nicht unmittelbar haushaltswirksam. Die Kosten für Zinsen und Abschreibungen verteilen sich auf mehrere Jahrzehnte und werden erst nach Abschluss der Maßnahme wirksam.

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