JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Globus Dei. Der Ball und die Kunst

8. Juni bis 10. September 2006

"Wir leben alle auf dieser Erde, aber eben auf verschiedenen Spielhälften," hat Klaus Augenthaler einmal prägnant festgestellt. Das Fußballspiel ist schon lange einer der großen Kommunikatoren, der rund um den Globus eine Form von Verständigung stiftet zwischen den Kulturen, sozialen Gruppen und Individuen.
So überrascht es nicht, dass das Fußballspiel in dieser besonderen Dimension auch der Kunst zum Thema geworden ist.

Das Josef Albers Museum freut sich deshalb, anlässlich der Weltmeisterschaft diese Verbindung von Kunst und Fußball in seiner Breite darstellen zu können. Wir sind ausdrücklich ein Kunstmuseum, das sich an ästhetischen Kriterien als Maßstab seiner Aktivitäten orientiert. Zugleich ist das Albers Museum aber auch das Museum einer fußballbegeisterten Stadt im Ruhrgebiet im Schatten der Schalker Arena. Beide Perspektiven kommen in der Ausstellung "Globus Dei" zusammen. Es geht um die Verarbeitung des Fußballs in seiner ästhetischen, sozialen und historischen Dimension, die hier tatsächlich zum künstlerischen Bild wird.

Auch Künstler lieben den Fußball oder leiden an ihm. Sie verfallen seiner Faszination und werden inspiriert zu Werken, von deren Reiz sie manchmal selbst überrascht sind. Darin erscheinen das Spiel und seine Akteure in einer oft übersehenen kulturellen Bedeutung. Die Physiognomien und Gesten der Spieler, die Farben ihrer Trikots, der Schmuck der Fans, der Glanz der Stadien, der Charme der Bolzplätze am Sonntagnachmittag, schließlich die unausdenkbare Logik des Spiels, die eine existentielle Dimension eröffnen kann: sie bilden das ästhetische Reservoir dieser Ausstellung, werden verwandelt zu Gemälden, Skulpturen und Fotografien und Filmen. Diese berichten davon, wie das Spiel mit dem Ball bei einer bestimmten Einstellung des Blicks zur Kunst werden kann. Gerade der Kunst seit etwa 1960, die den Alltag und seine Formen, die Welt der Waren und der Werbung in ihrem sinnlichen Reiz entdeckt hat, ist diese Perspektive selbstverständlich geworden.

Zweiundzwanzig Künstler mit Werken aus den letzten drei Jahrzehnten haben sich zu dieser Begegnung rund um den Fußball versammelt. Zu ihnen gehören unter anderem Hans-Peter Feldmann mit seiner Fußballbildersammlung aus den sechziger Jahren, die uns den historischen Aspekt des Spiels vor Augen führt: Diese Karten erscheinen in ihrer Anordnung wie die Konstruktion eines Ethnologen, dessen Blick sich einer fast vergangenen Zeit zuwendet, in der die vom Fußball bereitgehaltene einfache Schönheit noch selbstverständlich war. Yves Eigenrauch hat seine Erfahrungen als Euro Fighter bei Schalke 04 in ungewöhnliche Portraits seiner Spielkameraden verwandelt, und in Andreas Gurskys sachlichen Fotografien erscheinen das Spiel und seine Akteure wie auf einer fernen Bühne. Christian Baus Film "Schuss ins Blau" schickt den Schauspieler Peter Lohmeyer auf die Suche nach der Verbindung zwischen dem Blau Yves Kleins im Gelsenkirchener Theater und dem von Schalke 04: eine weitere Verbindung zwischen Kunst und Fußball in unserer Region. Auch Henning Kappenbergs postkartengroße Zeichnungen der Stadien des Ruhrgebiets verbinden sie mit den Spielstätten der ganzen Welt, während Jörg Jankas und Joerg Zboralskis Installation das Vereinsheim als Keimzelle und Heimat des Fußballs verdeutlicht.

Die Ausstellung wurde gefördert durch:
Europa Fachhochschule Fresenius
Volksbank Kirchhellen eG Bottrop
ELE
Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen

Bilder der Ausstellung
Bilder der AusstellungBilder der Ausstellung
Bilder der Ausstellung
Blick in die Ausstellungsräume des Josef Albers Museum, © Kaprol