JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Letzte Bilder. Ad Reinhardt

26. September 2010 bis 9. Januar 2011

Der Amerikaner Ad Reinhardt (1913 - 1967) war eine der geheimnisvollsten Figuren in der Malerei des 20. Jahrhunderts. Mit seinen so genannten 'schwarzen' Bildern, die er selbst als "die allerletzten Bilder, die letzten, die man irgend machen kann", beschrieb, besetzt er einen Extrempunkt, der die Kunst seitdem herausfordert. Die Faszination seiner Bilder liegt in der Spannung zwischen Sichtbarkeit und Verhüllung. Farbe und Form – als Konstituenten jeder Malerei – werden bis an die Grenze der Auflösung getrieben, ohne aber das Bild der Negation auszuliefern.

Reinhardt wird mit dieser Ausstellung im Josef Albers Museum nun nach 25 Jahren wieder in Europa vorgestellt. Sein Werk, das in Europa nur mit wenigen Beispielen öffentlich präsent ist, wird damit auch für eine jüngere Generation von Kunstfreunden erstmals erfahrbar.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Zeit von ca. 1950 bis zum Tod des Künstlers, seine reife Periode, in der er eine Bildkomposition erreicht, die sich zunehmend auf das Zusammenspiel chromatisch eng beieinander liegender Farben konzentriert. Leihgeber der Ausstellung sind u. a. das Museum of Modern Art, New York, das Whitney Museum of American Art, die Yale University Art Gallery, das Centre Pompidou, Paris, und die Tate Modern, London.

Die Ausstellung nimmt eine Begegnung zwischen Reinhardt und Josef Albers im Jahr 1952/53 zum Ausgangspunkt. Dabei entwickelte sich zwischen beiden Künstlern ein Gespräch über die Bedeutung der Farbe im malerischen Prozess, insbesondere wenn es darum geht, mit chromatisch eng beieinander liegenden Farben eine visuelle Dynamik zu erreichen. Für Reinhardt war dieser Kontakt mit dem älteren Josef Albers offensichtlich ein wichtiger Impuls auf seinem Weg hin zu den schwarzen Bildern. So werden in dieser Ausstellung die Bilder von Reinhardt durch einige Werke von Albers, die ihnen zur Seite gestellt sind, in ihrer Besonderheit erkennbar.

Zur Ausstellung ist im Richter Verlag, Düsseldorf, ein Katalog (176 Seiten, Hardcover) mit einem Essay von Heinz Liesbrock, Abbildungen aller ausgestellten Werke und Texten des Künstlers erschienen.

Die Ausstellung wurde gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Kunststiftung NRW und die Kulturstiftung der Sparkasse Bottrop.

Tageslichtsaal
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Blick in die Ausstellungsräume des Josef Albers Museum
© Werner J. Hannappel