JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Rolf Nolden. Prioritäten. Skulpturen und Zeichnungen

4. April bis 31. Mai 2003

Der 1954 in Krefeld geborene Rolf Nolden ist Meisterschüler von Ernst Hermanns, der bis 1980 an der Kunstakademie Münster lehrte. Auch Rolf Nolden arbeitet im weiten Feld konstruktiver künstlerischer Ansätze. Dadurch ist eine Verbindung zur Geschichte der Modernen Galerie hergestellt, denn eine der ersten Ausstellungen des Hauses in den siebziger Jahren war Ernst Hermanns gewidmet, der auch mit einer Skulptur im Garten des Museums vertreten ist.

Nolden arbeitet unter anderem im Medium der Zeichnung, die wie seine plastischen Arbeiten aus Stahl, Glas oder anderen Materialien in dieser Ausstellung zu sehen sind. Vor allem aber versteht er sich als Eisenbildhauer. In dieser ehrwürdigen Tradition, die einen wichtigen Platz in der Geschichte der modernen Plastik einnimmt, stellt er Wand- und Bodenobjekte, Skulpturen und Installationen her. Alle seine Arbeiten sind verbunden durch ein gemeinsames Anliegen, nämlich die sinnliche Wahrnehmung unserer Welt mit den Mitteln einfacher und prägnanter geometrischer Grundformen zu erkunden. Es geht Nolden um die Untersuchung von Wahrnehmungsgesetzen, um die Tektonik von Flächen- und Raumerfahrungen. Dabei wird immer wieder auch scheinbar Feststehendes in Frage gestellt. Zugrunde liegen Kalkül und Rationalität, die zu unübersehbarer Vielansichtigkeit führen können, die mit sprachlichen Begriffen kaum zu fassen ist.

Die Ausstellung von Rolf Nolden in Bottrop führt ausgewählte Arbeiten aus den letzten 15 Jahren zusammen, in denen wechselnde Prioritäten imaginärer und realer Erscheinungen thematisiert sind.

Zur Ausstellung ist der gleichnamige Katalog erschienen. Preis: 10 Euro. Ebenfalls ist eine vom Künstler für das Josef Albers Museum hergestellte Druckgrafik erhältlich.

"Keil II", 1996
"Keil II", 1996, 6 umgekehrt proportionale Segmente mit kongruenten Gesamtflächen, Abstände konstant 5 cm, Stahl 3 mm, nahtlos geschweißt, 197 x 625 x 200 cm