JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT BOTTROP

Pia Fries. Malerei 1990 – 2007

26. August bis 28. Oktober 2007

Die Malerei von Pia Fries ist Farbe. Aufgetragen mit selbst gemachten oder gefundenen Instrumenten, treten in ihren Bildern die Farbigkeit und Komposition hinter dem Material Farbe zurück. Die Farbe wird mit einfachen Gesten in dicken Schichten, aber auch feinen Linien, auf die großformatigen Bildflächen gesetzt und bearbeitet. Deshalb wird nicht auf der Staffelei gemalt, die Bildträger liegen vielmehr auf dem Boden. Auf diese Weise kann Pia Fries die Leinwand von allen Seiten angehen, ohne eine Gesamtkomposition zu verfolgen und ihr Bild aus dem Malprozess heraus entwickeln.

Pia Fries geht in ihrer Arbeit ungewöhnlich vor. Nicht so sehr Komposition und Farbigkeit bestimmen die Erscheinung ihrer Bilder, sondern die Präsenz der Farbe als gestaltetes Material. In den letzten Jahren kamen als weiteres Element Siebdruckreproduktionen hinzu, die in Trompe l'oeil-Manier eingreifen, indem sie mit den gemalten Partien in Wettstreit treten. In den so genannten Palimpsesten wurden Abbildungen eigener Bilder zum Ausgangspunkt für neue Arbeiten. Der eigenwillige Weg, den Pia Fries eingeschlagen hat, nahm vieles vorweg, was heute in der Malerei aufgegriffen wird. Auch in ihren neuen Arbeiten betritt sie Neuland und geht kraftvoll über Grenzen und Erwartungen hinaus.

Pia Fries, die 1955 in Beromünster in der Schweiz geboren wurde, kam in den achtziger Jahren nach Düsseldorf, um an der Kunstakademie in der Klasse von Gerhard Richter zu studieren. Seitdem lebt und arbeitet sie in dieser Stadt, doch findet ihre Arbeit längst auch internationale Anerkennung. Im letzten Jahrzehnt wurden ihre Bilder nicht nur in Deutschland und der Schweiz, sondern auch in Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal und den USA gezeigt. Eine Retrospektive dieser Malerin, deren eigenwilliges Werk so weit verbreitet ist, war deshalb seit längerem angezeigt; sie wurde organisiert in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Winterthur.

Zur Ausstellung ist im Richter Verlag ein Katalog mit 100 Farbabbildungen erschienen: Pia Fries. Malerei 1990 - 2007. Mit Texten von Paul Good, Dave Hickey, Heinz Liesbrock, Dieter Schwarz und Iris Wien.
Preis: 28 Euro.

Die Ausstellung wurde gefördert durch:
schweizer kulturstiftung prohelvetia

tisch c, 2006
tisch c, 2006, 145 x 100 cm, Ölfarben und Siebdruck