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Wie ist der Rohstoff Kohle im Erdzeitalter des Carbon entstanden? Wie haben wir diesen Rohstoff genutzt? Und was hat diese Nutzung in der Stadt Bottrop bewirkt?

Nirgends in Bottrop, das häufig auf den Steinkohlenbergbau reduziert wird, wird so deutlich wie im Museum Quadrat, dass Kohle und Bergbau zwar für die Stadtwerdung entscheidend waren – die Identität der Stadt aber weitaus vielschichtiger ist. Die Sandablagerungen eines urzeitlichen Meeres waren Grundlage für den Formsandabbau und die Ziegelbrennerei, die beide ein wichtiger Wirtschaftsfaktor unserer Stadt waren. Und auch die mittelalterliche Geschichte als bäuerliche Gemeinschaft, die Einflüsse von weltlichen und kirchlichen Herrschaften, haben unserer Stadt ihren Stempel aufgedrückt, der bis heute seine Spuren hinterlassen hat und Teil unserer Identität ist.

Doch am Anfang war die Kohle – vor 300 Millionen Jahren herrschten hier tropische Temperaturen. In einem Küstensumpf breiteten sich Urwälder aus, die wuchsen und abstarben. Unter dem Druck der nachwachsenden Biomasse – sowie Ton und Sand – wurde das organische Material in Jahrmillionen zu Kohleschichten verdichtet, die tief unter der Oberfläche lagen.

Seit 1856 wurden die Kohleflöze in großem Stil abgebaut. Auf dem Stadtgebiet entstanden zehn Zechenstandorte mit 18 Schächten. Steinkohle wurde verbrannt, verflüssigt oder in Kokereien zu Koks veredelt, dem entscheidenden Brennstoff für die Hütten der Stahlindustrie.

Bottrop verdankt den Zechen das Wachstum vom Dorf zur Großstadt: Auch Bottrops heutige Landschaft ist Ergebnis der Kohleindustrie – die Täler und Berge, die Seen und Bachläufe. Nach 170 Jahren und Millionen Tonnen geförderter Kohle wurde der heimische Steinkohlebergbau 2018 eingestellt. Kohle aus Australien oder Südamerika ist billiger als die aufwändig produzierte regionale Kohle, deren wenig mächtige Flöze in großer Tiefe liegen.

Bergwerke

1856 gründeten Industrielle die »Arenberg'sche Actiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb«, der Ausgangspunkt für den Bergbau und den Aufstieg der Stadt Bottrop. Im Grubenfeld Maximilian wird der erste Schacht abgeteuft. Die erfolgreiche Zeche wird später in der Hoffnung auf Wohlstand »Prosper« genannt. 1861 beginnen 149 Arbeiter mit dem Abbau von Fettkohlen für die Stahlerzeugung. Prosper wird nach dem Zweiten Weltkrieg zur produktivsten Zeche des Ruhrgebiets. Später wurden die Bergwerke der Stadt unter dem Namen »Prosper-Haniel« zusammengefasst. Präsent werden sie auch nach der Kohleförderung bleiben – gewaltige Halden sind Landmarken im Bild der Stadt.

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