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Jugendparlament engagiert sich beim Projekt „Stolpersteine“

YOU.PA-Mitglieder erforschen Schicksale von Opfern aus der NS-Zeit

© Stadt Bottrop

Das Bottroper Jugendparlament „YOU.PA“ beteiligt sich am Projekt „Stolpersteine“. Mit Unterstützung des Stadtarchivs erforschen die Jugendlichen Schicksale von Opfern aus der NS-Zeit.

Das Ergebnis auf der Jugendparlamentssitzung Anfang September war deutlich: Einstimmig hatten die anwesenden YOU.PA-Mitglieder entschieden, dass sich das Jugendgremium in das Projekt „Stolpersteine“ einbringen soll. „Das ist eine gute Möglichkeit, um ein Statement gegen Hass zu setzen“, sagt der stellvertretende Jugendparlamentssprecher Maximilian Urbaneck.

Die „Stolpersteine“ sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das seit 1992 besteht und an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern soll. Vereine, Schulklassen, Firmen oder auch Privatpersonen können dabei Patenschaften für die Gedenksteine übernehmen. Die Bottroper Jugendparlamentsmitglieder haben sich jedoch für mehr als nur eine reine Patenschaft entschieden. Sie wollen selbst recherchieren und selbst nachforschen.

© Stadt Bottrop

Und dabei hat sich die kleine Arbeitsgruppe um den stellvertretenden YOU.PA-Sprecher hohe Ziele gesetzt: Denn sie möchte an Sinti und Roma, Widerstandskämpfer, Homosexuelle oder Behinderte erinnern und versuchen, das Schicksal eines Opfers herauszuarbeiten, um dann einen entsprechenden Gedenkstein verlegen zu können. „Das ist schon etwas schwieriger“, berichtet Maximilian Urbaneck, „da muss man genauer in die Akten schauen.“ Unterstützung erhält die Gruppe dabei von Stadtarchivarin Heike Biskup. Sie hat den Jugendlichen im Rahmen eines kleinen „Workshops“ Tipps und Hinweise für die anstehenden Recherchearbeiten gegeben. Denn mit Hilfe dieser soll der Lebenslauf des Opfers rekonstruiert und damit an seine Lebensgeschichte erinnert werden.

YOU.PA-Mitglieder säubern Gedenksteine

Außerdem will die Arbeitsgruppe einen Blick auf das Verhalten von Jugendlichen in der Zeit des Nationalsozialismus werfen. Wie ist die Jugend damals mit der Verfolgung der Juden umgegangen? Hat sie viel Widerstand geleistet? „Wir denken, dass diese Fragestellung thematisch ganz gut zum Jugendparlament passt“, erklärt Maximilian Urbaneck. Die Rechercheergebnisse sollen im kommenden Jahr vorgestellt werden, angedacht ist dann auch die Verlegung eines „Stolpersteins“.

© Stadt Bottrop

Ebenfalls beteiligt, haben sich einige Mitglieder des Jugendparlaments an der vom Stadtarchiv organisierten „Stolperstein-Putzaktion“ am 7. November. Mit Messingpolitur, Schwamm und Lappen machten sich Max Fockenberg, Lina Görtz und Maximilian Urbaneck auf den Weg und halfen dabei, die Messingplatten auf den Gedenksteinen, auf denen jeweils Name, Geburtsjahr und persönliches Schicksal eines Opfers vermerkt sind, pünktlich zum Gedenktag an die Pogromnacht am 9. November 1938 wieder zum Glänzen zu bringen.