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Caritasverband in Bottrop feiert 100. Jubiläum

Der Caritasverband Bottrop feiert Jubiläum: Am 4. Juni, auf den Tag genau, wurde der Verband vor 100 Jahren gegründet. In einer Talkrunde diskturierte Oberbürgermeister Bernd Tischler mit weiteren Teilnehmern über die Rolle des Haupt- und Ehrenamtes, die Zusammenarbeit und die Zukunft der Verbandstätigkeit in Bottrop.

"Wir nehmen die Menschen an, wie sie sind." So lautete das Caritas-Jubiläumsmotto. Am 4. Juni, vor genau 100 Jahren, wurde der Verband in Bottrop gegründet. Am Dienstag feierten Vertreter und Mitarbeiter der Caritas im Beisein von Verwaltung, Politik und Gesellschaft das große Jubiläum. In einer Talkrunde diskutierten Oberbürgermeister Bernd Tischler mit Caritadirektor Dr. Andreas Trynogga, Stadtdechant Jürgen Cleve, Erwerbslosenberater Robert Lipinski und Moderatorin Jeanette Kuhn über die Bedeutung des Haupt- und Ehrenamtes, die herausforderungen und Neugestaltung der Verbandstätigkeit und die Zusammenarbeit von Stadt und Kirche.

© Stadt BottropAn der Talkrunde nahmen teil (v. l.): Erwerbslosenberater Robert Lipinski, Oberbürgermeister Bernd Tischler, Moderatorin Jeanette Kuhn, Caritasdirektor Dr. Andreas Trynogga und Stadtdechant Jürgen Cleve.

Gemeinsame Ziele

Über gemeinsame Ziele sagte Tischler: "Wir wollen die Zusammenarbeit in allen Bereichen der Stadt – nicht nur der sozialen Arbeit – mit dem Caritasverband Bottrop weiter auszubauen. Wir müssen uns sinnvoll und wirksam ergänzen und zukunftsfähig aufbauen. Denn neue Herausforderungen und Notlagen stehen der Stadt bevor. Nicht alles läuft immer gut, aber wir sind auf dem richtigen Weg. Gemeinsam ist die ein oder andere Hürde leichter zu nehmen. Das Ergebnis muss letztlich stimmen. Und wir haben mit dem Caritasverband einen starken Partner an unserer Seite, mit dem wir auch für die Zukunft gewappnet sind."

Anlässlich des großen Jubiläums trafen sich Oberbürgermeister Bernd Tischler und Caritasdirektor Dr. Andreas Trynogga. Das Interview ist in der Festschrift der Caritas nachzulesen. Hier ein Auszug:

Auszug aus der Festschrift

Gut gehalten haben sie sich beide. Die Stadt Bottrop. Der
Caritasverband. 2019 feiern beide den gleichen Geburtstag: Seit
100 Jahren gibt es Stadt und Wohlfahrtsverband. Welch
charmanter Zufall. Welch wunderbarer Grund, die höchsten
Vertreter an einen Tisch zu bringen. Daran sitzen
Oberbürgermeister Bernd Tischler (Jahrgang 1959) und
Caritasdirektor Dr. Andreas Trynogga (Jahrgang 1960).

Oberbürgermeister Bernd Tischler: Willkommen in einer der
schönsten Städte der Metropole Ruhr….

… der kleinsten Großstadt des Ruhrgebiets, wie in der
Eigenwerbung zu lesen ist. Was ist die größte Errungenschaft
dieser kleinsten Großstadt?

Tischler: Es sind ganz viele. Was mir wichtig ist: Wir sind eine
ganz offene und bunte Stadtgesellschaft. Gerade in der heutigen
Zeit ist es wichtig, das zu betonen. Weil ich deutschlandweit
verschiedene populistische Strömungen wahrnehme, die ich in
Bottrop nicht feststelle. Und wir fühlen uns schon sehr wohl in der
Rolle der Vorbildstadt, was Wandel angeht. Von der Kohlestadt hin
zur Stadt der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energie. Das
Projekt „Innovation-City“ hat der Stadt einen unerhörten Auftrieb
gegeben, weil wir nachweisen können, dass es ökonomischen
Erfolg gibt bei diesem großen Thema des Wandels. Zwei
Stichworte: Niedrigste Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet, geringste
Verschuldung im Ruhrgebiet. Und dieser Wandel ist auch
international eine nachgefragte Erfolgsgeschichte.

Sie sind Stadtplaner, das freut Sie besonders, steht zu vermuten?

Tischler: Ich liebe es, wenn Pläne aufgehen und funktionieren.
Als wir den Wettbewerb 2009 gewonnen haben und politisches
Neuland betraten, da war das ein Wagnis. Aber es hat die Stadt
zum Fliegen gebracht.

Wie sieht es beim Caritasverband aus? Was ist die größte
Errungenschaft in 100 Jahren?

Dr. Andreas Trynogga: Es ist schwierig, sich auf eine
Errungenschaft zu konzentrieren. Was uns gut gelungen ist: Wir
sind Dienstleister, Solidaritätsstifter und eine Option für die
Armen. Diese Balance hinzukriegen, dass nicht eins in den
Vordergrund tritt, eine Harmonie zu schaffen, das haben wir in den
letzten Jahrzehnten gut umgesetzt.

War es also nötig, für die Armen in Bottrop einzustehen?

Dr. Trynogga: Die Harmonie ist der Kernpunkt. Jedem gerecht zu
werden. Das ist unser Anspruch. Ziel vor 100 Jahren war es, mit
gebündelten Kräften auf die sozialen Nöte der Zeit zu reagieren.
Auch heute steht der Caritasverband Bottrop den Menschen
unserer Stadt mit professioneller Beratung und konkreten Hilfen
zur Seite.

Warum braucht die Stadt Bottrop den Caritasverband?

Tischler: Herr Dr. Trynogga hat es gut auf den Punkt gebracht:
Sensibel sein für Arme und Schwächere, das ist es, was eine
Stadtgesellschaft braucht, neben dem ehrenamtlichen und
beruflichen Engagement des größten Sozialverbands im
Stadtgebiet. Für meine Stadt sind es Ankerpunkt und Hilfe, dass
die Caritas in ihren Themen so gut unterwegs ist und den
Menschen, die Hilfe benötigen, zur Seite steht.

Der Caritasverband braucht die Stadt?

Dr. Trynogga: Wir brauchen die Stadt unbedingt, sind ja beide
dem Gemeinwohl verpflichtet. Wir sind eng verbunden:
Heimaufsicht, Bauaufsicht, Umbauprojekt St. Teresa, da war der
Oberbürgermeister auch in der Architektenjury. Wir brauchen
Genehmigungen, das klappt stets sehr kooperativ. Knowhow ist
da, wir treffen uns in vielen Ausschüssen – und ein ganz großer
Vorteil ist, dass Bottrop die Stadt der kurzen Wege ist. Es wird
immer versucht, Lösungen hinzubekommen, die beiden Seiten

(mehr in der Festschrift)

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