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Josef Motyl - Lenbachstr. 23

Lenbachstr. 23
Patenschaft für den Stolperstein: SPD-Ortsverein Batenbrock

Da der Antimarxismus einen Grundpfeiler der NS-Ideologie ausmachte und die kommunistische Arbeiterbewegung in den Augen der Nationalsozialisten das ver-hasste System des russischen Bolschewismus repräsentierte, traf die Gewalt gegen politisch Andersdenkende nach dem 30. Januar 1933 zunächst vor allem Mitglieder der KPD. Zu den ersten Opfern der NS-Diktatur gehörte in Bottrop Josef Motyl, der am 5. Juli 1902 geboren wurde und eine Ausbildung zum Bergmann hinter sich brachte. Wegen seiner illegalen Arbeit für die KPD (vermutlich verteilte Josef Motyl kommunistische Schriften im Stadtgebiet) nahm ihn der NS-Staat bereits am 10. Februar 1933 in „Schutzhaft".

Im Dezember 1939 musste er bei der Wehrmacht den Dienst an der Waffe eintreten und wurde – wie andere Bottroper Kommunisten - im „Strafbataillon 999" eingesetzt. Die offiziell als „Bewährungsbataillon 999" geführte Einheit wurde als Sonderformati-on der Wehrmacht per Erlass Adolf Hitlers am 2. Oktober 1942 gegründet und nahm „bedingt Wehrwürdige", „Kriegstäter" und wegen politischer oder krimineller Delikte Verurteilte auf. Die „Zwangsrekrutierten" wurden auf Truppenübungsplätzen in Heu-berg und Baumholder ausgebildet, anfangs als „Afrika-Brigade 999" in den Krieg ge-schickt und nachfolgend an allen Fronten eingesetzt. Nach der Auflösung des Batail-lons im September 1944 wurden die Soldaten in andere Militärverbände delegiert, zum Teil aber auch Haftanstalten und Konzentrationslagern übergeben. Wann und wo Josef Motyl im Zweiten Weltkrieg verstarb, ist nicht bekannt. Er wurde für tot er-klärt.

Quellen: Michael Hensle: Bewährungsbataillon 999, in: Benz, Wolfgang/Graml, Hermann/Weiß, Her-mann (Hg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 1997, S. 397–398.
Jörg Lesczenski: „Ab heute scheide ich von euch für immer". Widerstand und Resistenz in Bottrop 1933-1945, Bottrop 2005.

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