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Familie Humberg - Am Eickholtshof 4

Levi Humberg

Am Eickholtshof 4
Patenschaft für den Stolperstein: Cornelia Ruhkemper

Von seinem Geburtsort Klein-Reken im Kreis Borken zog es Levi Humberg (geb. am 14. Juli 1887), der zunächst wie sein Vater zum Metzger ausgebildet wurde, an-schließend aber als Eisenbahngehilfe bei der Reichsbahn arbeitete, vermutlich aus beruflichen Gründen 1911 nach Bottrop. Zwischenzeitlich in Gladbeck wohnend, wurde er im Ersten Weltkrieg als Frontsoldat eingesetzt, wechselte in der Nach-kriegszeit mit seiner Familie in Bottrop zweimal seinen Wohnsitz, um ab 1927/28 schließlich sein weiteres Leben im eigenen Haus Am Eickholtshof 4 zu verbringen.

Die weitere Geschichte der Familie stand nach dem Untergang der Weimarer Repu-blik schnell im Schatten der neuen politischen Verhältnisse. Levi Humberg, der zum Eisenbahninspektor aufstieg und zuletzt in Diensten der Reichsbahndirektion in Es-sen stand, wurde von den Nationalsozialisten zwangspensioniert und in der Reichs-pogromnacht am 9. November 1938 mit seiner Frau Beate und drei Kindern inhaf-tiert. Seinen Söhnen Hans, Kurt und Rolf gelang es, nach Palästina zu emigrieren. Seine Tochter Ruth floh über Dänemark nach Schweden.

Es folgten im April 1940 die Zwangsenteignung des Hauses (das die Stadt Bottrop ersteigerte), Aufenthalte bei Freunden und seiner Schwester Rosa in Eschweiler so-wie schließlich im Herbst 1941 der Umzug nach Wuppertal, dem Wohnort seiner zweiten Ehefrau Else (Beate war 1939 verstorben).

Erich Humberg

© Stadt BottropErich Humberg

Am Eickholtshof 4
Patenschaft für den Stolperstein: Josef Ludes

Der in Vreden im Kreis Ahaus gebürtige Erich Humberg (geboren am 11. Juni 1918), Sohn von Levi und Beate Humberg, verbrachte seine Kinder- und Jugendzeit im El-ternhaus Am Eickholtshof 4 und zog im Mai 1935 nach Köln in das Israelitische Lehr-lingsheim, wo er sich zum Schreiner ausbilden ließ. Da er sich später in Palästina niederlassen wollte, besuchte er einen Hachscharahplatz (offenbar in Polenzwerder bei Eberswalde), um sich auf seinen weiteren Lebensweg vorzubereiten. Im Juni kehrte er zu seinen Eltern zurück und heiratete anschließend Lotte Levy (geb. am 21. Dezember 1921 in Gerolstein).

Nachdem beide in Bottrop zunächst bei Josef Krauthammer wohnten, wurden Erich und Lotte Humberg sowie mehrere ihrer Angehörigen am 22. Oktober 1941 von Köln aus nach Litzmannstadt/Lodz verschleppt und sind aller Wahrscheinlichkeit nach den Lebensbedingungen im Ghetto zum Opfer gefallen. Erich Humberg wurde für tot er-klärt.

Quelle: Manfred Lück: Juden in Bottrop, 2 Bde. Bottrop 1993, 2001

Marga Humberg

© Stadt BottropMarga Humberg

Am Eickholtshof 4
Patenschaft für den Stolperstein: Renate Palberg

Auch Levi Humbergs Tochter Marga - am 28. Februar 1922 in Bottrop geboren – wurde zu einem Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Die Verfolgungs-behörden nahmen sie ebenfalls in der Reichspogromnacht in Haft. Nach der unmit-telbaren Erfahrung mit der NS-Gewalt bereitete sich Marga Humberg seit dem 14. November 1940 auf ihre Emigration in den Umschulungslagern Friedrichsdorf (Mark Brandenburg) und Skaby vor.

Die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland blieb ihr jedoch verwehrt. Gemeinsam mit ihren Eltern wurde Marga Humberg in Wuppertal am 11. November 1941 in das Ghetto von Minsk verschleppt, wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Leben lassen musste.

Quelle: Manfred Lück: Juden in Bottrop, 2 Bde. Bottrop 1993, 2001.

Werner Humberg

Am Eickholtshof 4
Patenschaft für den Stolperstein: Michael Gerdes

Werner Humberg, in Bottrop am 25. Oktober 1928 geboren, gehörte zu den zahlei-chen jüdischen Kindern, die in der „Reichskristallnacht" die Zerstörungswut und Ge-walttätigkeit der NS-Diktatur am eigenen Leib erfuhren. Zusammen mit seinen Eltern Levi und Beate wurde er aufgegriffen und unter Arrest gestellt.

Seit dem 15. September 1939 lebte Werner Humberg nicht mehr in der elterlichen Wohnung Am Eickholtshof 4, sondern in einem Kinderheim in Köln (Aachener Str. 443). Anschließend wohnte er mit seinem Vater Levi, seiner Stiefmutter Else und seiner Schwester Marga in Wuppertal. Wie seine engsten Angehörigen wurde er am 11. November nach Minsk deportiert, wo er anscheinend verstarb. In offizieller Lesart gilt Werner Humberg als verschollen.

Quelle: Manfred Lück: Juden in Bottrop, 2 Bde. Bottrop 1993, 2001.

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