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Michael Mast - Möddericher Straße 32

Patenschaft für den Stolperstein: DKP-Ratsfraktion

© Stadt BottropMichael Mast

Michael Mast wurde am 23. Juli 1891 in Wilhelmsdorf, Kreis. Ortelsburg geboren. Er wohnte zuletzt in Bottrop, Möddericher Straße 32. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete Michael Mast vor dem Ersten Weltkrieg in einer Ziegelei, wurde als Kriegsteilnehmer mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse sowie dem Ehrenkreuz für Frontkämpfer ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er kurze Zeit als Hilfsgendarm, dann bis 1930 als Grubenarbeiter. Nachdem er eine Zeit lang arbeitslos gewesen war, arbeitete er als Hilfsarbeiter, später als Bergmann.

„Der KPD schloss sich der vierfache Familienvater 1931 an, wurde Kassierer der kommunistischen Erwerbslosenbewegung und wurde wie Franz Kwasigroch im Frühjahr 1933 inhaftiert und bis zum April 1934 eingesperrt. Beide gehörten auch nach ihrer Haftzeit auf den örtlichen Zechen zu den aktivsten Köpfen der kommunistischen Opposition." Am 2. Februar 1943 verhaftete die Gestapo in Bottrop u. a. Michael Mast und Franz Kwasigroch. In dem Urteil vom 12.8.1944 heißt es: „Die Angeklagten (...) haben den Wiederaufbau der kommunistischen Organisation in Bottrop vorbereitet und dadurch den Feind begünstigt. (...) Kwasigroch und Mast haben sich als aktive Kommunisten im Existenzkampf unseres Volkes auf die Seite des Bolschewismus, unseres ärgsten Feindes, gestellt. (...) Das Schutzbedürfnis unseres Volkes gebietet die Ausmerzung dieser Angeklagten. Dementsprechend ist gegen Kwasigroch und Mast auf die Todesstrafe und dauernden Ehrverlust erkannt worden." Trotz eindringlichen Appellen der Familienangehörigen wurde das Urteil vollstreckt. Michael Mast und auch Franz Kwasigroch wurden am 22. September 1944 in der Untersuchungshaftanstalt Dortmund hingerichtet.

Michael Mast schrieb an diesem Tag seiner Frau Martha noch einen letzten Brief: „Meine liebste Frau und meine lieben Kinderchen! Es ist der letzte Brief und mein letzter Gruß. Ab heute scheide ich von Euch für immer. Bitte mir nicht für übel nehmen, dass ich Euch auf solche Weise verlassen werde. (...) Versucht mich zu vergessen, so wird Euch das Leben nicht so schwer sein. Renatchen, meine liebste Tochter, Dein Wunsch, Vati nochmal zu sehen, ist Dir nicht vergönnt. So lebe wohl, im Geiste bin ich bei Dir. Bitte meine Sachen von hier abholen. Nun lebt wohl und seit tausendmal gegrüßt von Eurem unglücklichen Mann und Vater."

In der Nachkriegszeit entschloss sich die Stadt Bottrop, der Hingerichteten zu gedenken, die nach Bottrop überführt und hier beigesetzt wurden. Vor der Bestattung waren ihr Särge im hiesigen Rathaus aufgebahrt, um der Bevölkerung eine öffentliche Anteilnahme zu ermöglichen - eine Gelegenheit, die zahlreiche Bottroper auch wahrnahmen.

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