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Familie Dortort - Kirchhellener Straße 46

Julius Dortort

© Stadt BottropJulius Dortort und Tochter Martha

Julius Dortort wurde am 21. Juli 1891 in Zydaczow in Galizien geboren. Er war von Beruf Handlungsangestellter und Kaufmann. 1919 zog er nach Bottrop und betrieb ab etwa 1925 gemeinsam mit seinem Bruder Markus Dortort ein Konfektionsgeschäft, das später um den Handel mit Möbeln erweitert wurde.

In der seit 1932 selbständigen jüdischen Synagogengemeinde Bottrop war er aktiv tätig, ab 1933 als Mitglied des Vorstandes. Nachdem sein Bruder 1933 Bottrop in Richtung Niederlande verlassen hatte, führte Julius Dortort das Geschäft an der Horster Straße 6 als reine Möbelhandlung weiter.

Mit seiner Ehefrau Klara (Chaja) geb. Rosemann hatte er drei Kinder, Martha, Emil und Joseph. Joseph Dortort hat als Einziger die Nazizeit überlebt. Ab 1929 wohnte die Familie in der Kirchhellener Straße 46. Seine Ehefrau verstarb am 28. Mai 1938. In der Pogromnacht des 9. November 1938 wurde das Geschäft zerstört, die Kinder wurden misshandelt und inhaftiert.

Julius Dortort war an diesem Abend nicht zuhause. Das Geschäft musste er nach den Ereignissen aufgeben. Am 24. Januar 1942 wurden Julius Dortort und seine Tochter Martha aus der Wohnung in der Kirchhellener Straße 46 geholt und mit sieben weiteren jüdischen Einwohnern aus Bottrop deportiert. Wahrscheinlich sind sie nach Dortmund gebracht worden, wo ein Transport zusammengestellt wurde, der von dort aus am 25. Januar 1942 nach Riga ging.

Julius Dortort ist am 18. Januar 1945 im Konzentrationslager Dachau ermordet worden.

Patenschaft für den Stolperstein: Josef-Albers-Gymnasium, Klasse 8 a

Martha Dortort

Martha Dortort wurde am 30. Oktober 1922 in Bottrop geboren. Nach dem Tod ihrer Mutter führte sie den Haushalt des Vaters weiter und lebte mit ihm und ihren jüngeren Brüdern Emil und Joseph in der Kirchhellener Straße 46.

Als ihre Brüder nach dem Pogrom vom 9. November 1938, in der die Geschwister inhaftiert worden waren, Bottrop verließen, wollte sie ihren Vater nicht alleine lassen und blieb daher bei ihm. Sie wurde gemeinsam mit ihm am 24. Januar 1942 aus Bottrop deportiert. Martha Dortort ist im Konzentrationslager Stutthof ermordet worden.

Patenschaft für den Stolperstein: SPD Ratsfraktion Bottrop

Emil Dortort

© Stadt BottropMartha, Joseph und Emil Dortort (v.l.n.r.)

Am 7. März 1924 wurde Emil Dortort in Bottrop geboren. Er lebte bei seiner Familie in der Kirchhellener Straße 46.

Nach der Pogromnacht des 9. November 1938, in der er mit seinen Geschwistern im Bottroper Polizeigefängnis inhaftiert war, verließ er mit seinem jüngeren Bruder Joseph die Stadt und wohnte zunächst bei einer Tante in Belgien. Nachdem sie in einem Kinderheim in Brüssel gelebt hatten, wurden die Brüder nach dem deutschen Überfall auf Belgien mit einem Kindertransport nach Seyre in Südfrankreich gebracht. Einige Jahre lebten sie gemeinsam mit 100 jüdischen Kindern aus Deutschland und Österreich in dem Schloss La Hille am Fuß der französischen Pyrenäen.

Anfang 1943 wurde Emil Dortort - wie andere im Lande lebende ausländische Juden über 16 Jahre - aufgefordert, sich einer Pionier-Arbeitstruppe anzuschließen und ist zunächst nach Drancy bei Paris verbracht worden. Von dort ging der Transport weiter Richtung Osten. Dann verliert sich seine Spur. Emil Dortort wurde im Konzentrationslager
Majdanek/ Lublin ermordet.

Patenschaft für den Stolperstein: ödp Bottrop

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