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Stadtmitte

Für die City setzt man auf Aufenthaltsqualität. Bottrop will nicht die Nachbarstädte kopieren

Konkurrenzfähige Innenstadt

Bottrops Stadt-Mitte kann in vielerlei Hinsicht nicht mit den Innenstädten der Nachbarstädte konkurrieren. Es gibt keine bekannte Einkaufsmeile, kein großes Theater, noch nicht einmal ein Kino. Dafür ist Bottrop-Mitte auf ganz anderen Gebieten stark, etwa, was die Wohnqualität in der Innenstadt angeht.

„Uns fehlt manchmal ein bisschen das Selbstbewusstsein, was unsere Innenstadt und ihre Vorzüge angeht", urteilt Hans Schürmann. Der ehemalige Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Mitte und ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Bottrop sah viele Dinge, auf die man stolz sein kann. Er verstarb im Jahr 2008 nach schwerer Krankheit.

© Stadt Bottrop

Die Cyriakus-Kirche

Allein schon die Entwicklung der Bottroper Mitte in den letzten 100 Jahren verdient Applaus. Für gerade ein paar tausend Einwohner bildete einst die Cyriakus-Kirche den Mittelpunkt. Ein Wegekreuz an der Kirche, deren Ursprünge auf das Jahr 1150 zurückgehen und eine Hand voll Geschäfte: das war Bottrops Innenstadt, bevor die Bevölkerungszahl durch die Zecheneröffnungen auf Bottroper Gebiet explosionsartig anstieg. Plötzlich wurde der Bereich um die Cyriakus-Kirche zum religiösen Zentrum für Menschen aus den verschiedenen Ländern. Die Verwaltung musste täglich Scharen von neuen Bewohnern registrieren und von da an betreuen.

Mit diesem Prozess bekam die Innenstadt ihr heutiges Gesicht. Um die Jahrhundertwende entstanden die ersten großen Wohn- und Geschäftshäuser. Sie sind zum Teil noch heute im Straßenbild wiederzufinden, wie zum Beispiel an der Ecke Osterfelder/Kirchhellener Straße.

© Stadt BottropDie Ursprünge der Cyriakus-Kirche gehen auf das Jahr 1150 zurück. Links die Alte Apotheke.

Das Rathaus

Mit dem Rathausbau 1916 setzte Bottrop ein deutliches Signal in Richtung Stadtwerdung. Neben der ursprünglichen Innenstadt „auf der grünen Wiese" entstand ein ganzes Behördenviertel um den heutigen Rathausplatz. Die Vietors-Mühle, die heute eine beliebte Gastronomie beherbergt, hatte zu diesem Zeitpunkt noch genug Luft, damit sich ihre Windräder drehen konnten. Mit zunehmender Bebauung ging ihr aber schnell die Puste aus.

© Stadt BottropGroßbildansicht Der Rathausplatz bietet zur Adventszeit einen besonders schönen Anblick.

Leben am Stadtgarten

Das Gesicht, das auf diese Weise entstand, ist nicht das einer Weltstadt. Neben Nachbarn wie Oberhausen mit seinem CentrO, Essen oder gar Düsseldorf mutet die „City" einer der kleinsten Großstädte Deutschlands unscheinbar an. „Das heißt aber nicht, dass wir unsere Nachbarstädte kopieren müssen", betont Hans Schürmann. „Wir gehen unseren eigenen Weg." Ein Weg, der nicht zu einer Einkaufs- oder Bürocity führen soll, sondern zu hoher Aufenthaltsqualität für Besucher und Bewohner. 15.000 Menschen leben allein im Kilometerkreis der direkten Innenstadt, insgesamt sind es über 25.000 Bewohner auf weniger als sechs Quadratkilometern.

© Stadt BottropWeite Rasenflächen, klare Linien: Der Stadtgarten wurde im Englischen Stil gebaut.

Wohn-"Nachteile"

Die zentrale Lage hat natürlich auch Nachteile. Die Parkplätze für Anwohner sind immer einen kleinen Fußweg weit weg und häufig überfüllt. Wenn der Karnevalszug direkt vor der Haustür vorbei führt, braucht man schon starke Nerven oder fährt in den Kurzurlaub, denn in Kirchhellen ist es wahrscheinlich ruhiger.

Auch die ein oder andere Umgestaltungs- oder Baumaßnahme der letzten Jahre wurde durchaus auch kritisch beäugt. Sanierungs-Sünden wie beispielsweise in Essen, wo das historische Rathaus abgerissen wurde, gibt es in Bottrop aber nicht; und die neueste Maßnahme, den Rückbau der Osterfelder Straße und die damit verbundene Neugestaltung, beurteilen die Anwohner durchweg positiv. Besonders die neue Vielfalt an Gastronomie wird geschätzt.

Auf diese Entwicklung ist natürlich auch die Politik stolz. „Was die Aufenthaltsqualität in unserer Innenstadt angeht, sind wir den Städten im Umkreis teilweise um Meilen voraus", meint Hans Schürmann. Wiederholt hat er an Samstagen schon Besucher aus Essen-Dellwig oder Oberhausen-Osterfeld in der Innenstadt und auf dem Wochenmarkt gesichtet, die Bottrop wegen der angenehmen Atmosphäre aufsuchen. „Auf unseren Markt mit seiner Vielfalt und seinem Flair sind die richtig neidisch", weiß
Schürmann.

© Stadt BottropAuch an die kleinen Besucher der Innenstadt wurde bei der Neugestaltung gedacht.

Kinderfreundliche und ausbaufähige Innenstadt

Kinderfreundlich ist die City noch dazu. Die Umgestaltung wurde gemeinsam mit der Kinderbeauftragten der Stadt vollzogen. Herausgekommen sind dabei viele neuartige Spielgeräte, die quer durch die fußläufigen Straßen der Bottroper Mitte verteilt sind.

Nach der Renovierung der Osterfelder Straße herrscht natürlich nicht nur eitel Sonnenschein in Bottrops Mitte. Wie in anderen Städten ist auch hier der Ladenleerstand ein Thema. Ein gezieltes Leerstands-Management, bei dem Einzelhandel, Vermieter und Politik zusammenarbeiten, soll hier helfen. Im Umbau des Berliner Platzes liegt eine weitere große Chance für die Bottroper Mitte, noch attraktiver für die Bürger der ganzen Stadt und auch darüber hinaus zu werden - mit dem eigenen Bottroper Weg.

Zahlen, Daten, Fakten

Etwa 25 900 Menschen in den drei statistischen Bezirken Altstadt, Nord-Ost und Süd-West,die zusammen den Stadtteil Mitte ausmachen. Die fünfeinhalb Quadratkilometer Fläche reichen von der Schubertstraße im Norden (als Grenze zum Eigen) zum Südring im Süden (Grenze zur Lehmkuhle) und von Nordring und Ostring im Osten (als Grenze nach Batenbrock) zur Güterbahn im Westen (Grenze zu Fuhlenbrock). Die Ausländerquote des Stadtteils liegt bei neun Prozent. Erstmals urkundlich erwähnt wird Bottrop (Borthorpe), das „Dorf am Berg", um 1092. Die Wurzeln der Cyriakus-Kirche gehen auf das Jahr 1150 zurück.

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