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Mythen und Tatsachen in der Geschichtsstunde erforscht

Josef Bucksteeg veröffentlicht gesammelte Geschichten aus dem Stadtarchiv in "Als noch die Postkutsche durch Bottrop fuhr"

© Stadt BottropJosef Bucksteeg hat das Heft Nummer 18 der Geschichtsstunde des Stadtarchivs mit Archivleiterin Heike Biskup veröffentlicht.

Josef Bucksteeg gilt als einer der kenntnisreichsten Hobbyhistoriker der Stadt. Jetzt ist ein weiterer Band in der Reihe Geschichtsstunde des Stadtarchivs erschienen. Unter dem Titel „Als noch die Postkutsche durch Bottrop fuhr“ hat er ein Sammelsurium mit Mythen, Sagen und tatsächliche Begebenheiten zusammengefasst.

Seit fast 20 Jahren recherchiert Bucksteeg in Archiven nach Bottroper Geschichte und Geschichten. Die von ihm veröffentlichten Bände beleuchten meist besondere Themenfelder. So hat der sich mit den Revolutionsjahren 1919 und 1920 ebenso befasst wie den Umgang der Christen mit der Herrschaft des Nationalsozialismus.  Die Sozialgeschichte war ihm ein Anliegen ebenso wie die unterschiedlichen Perspektiven auf die Industrie- und Wirtschaftsgeschichte. Bei seinen Recherchen im Stadtarchiv stößt Bucksteeg immer wieder auf Geschichten und Anekdoten, die zwar berichtenswert sind, zum jeweiligen, selbstgesetzten Recherchethema aber nicht so recht passen. Die so gesammelten Artikel sind jetzt in dem 18. Heft der Geschichtsstunde des Stadtarchivs abgedruckt.

Bei der Vorstellung des rund 140 Seiten starken Hefts betont Josef Bucksteeg den unterhaltenden Charakter seiner Sammlung. So beschreibt er den 1869 geborenen Büchsenmacher Specken Wilm, der stets versucht habe mit nur einem Schuss gleich zwei Hasen zu erlegen, um so die Kosten für Patronen zu sparen. Dies sei ganz bestimmt kein Jägerlatein, habe der Meisterschütze, der eigentlich Wilhelm Bockholt hieß, beteuert.

Viel Platz räumt der Autor dem Bergbau ein. So kommt ein Bergmann zu Wort, der seine Erinnerungen als zwölfjähriger Junge schildert, als er mit seinem Vater ins Bergwerk einfuhr und danach den Entschluss gefasst hatte, ebenfalls Kumpel zu werden. Für Bucksteeg zeigt die Geschichte, dass die Arbeit zwar schwer war, aber der Leistungsstress nicht so groß war. „Es war möglich, die Arbeitswelt einfach mal kennenzulernen.“

Beeindruckt haben Josef Bucksteeg einige Einwohner der damaligen Armensiedlung Fuhlenbrock. Sie wehrten sich 1841 gegen den preußischen Fiskus, der ihnen untersagt hatte, trockenes Holz und abgebrochenen Äste im Fernewald zu sammeln. Trotz ihrer ärmlichen Verhältnisse haben sie sich gegen die Obrigkeit zur Wehr gesetzt und schließlich vor Gericht obsiegt.

Den Titel „Als die Postkutsche durch Bottrop fuhr“ verdankt das Heft seiner ersten Geschichte. Bucksteeg erzählt darin das aufkommende Postwesen und wie es dem Landrat Devens und dem Amtmann Tourneau gelang,  Bottrop an das Postkutschen-Netz anzuschließen. Die Trasse führte über den Alten Postweg.

Für die Stadtarchivarien Heike Biskup ist das lesenswerte Heft, wie die gesamte Reihe „Geschichtsstunde“, Heimatgeschichte. Ohne wissenschaftlichen Anspruch wird die Vergangenheit durchforscht und in Artikeln zugänglich gemacht. Das Stadtarchiv ist mittlerweile ein fester Treffpunkt für die „Schüler“ der Geschichtsstunde geworden, die sich bildlich in die Archivalien vergraben und so in stundenlanger Arbeit Mosaikstückchen für die nächste Veröffentlichung sammeln.

Das aktuelle Heft Nummer 18 ist in einer Auflage von 200 Exemplaren erschienen und im Stadtarchiv für acht Euro erhältlich.

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