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© Stadt Bottrop

Becher-Ausstellung zum Ende der Kohleförderung

Museum Quadrat zeigt bis zum 16. September Fotografien von Bernd und Hilla Becher

Mit der Schließung der Bottroper Zeche Prosper Haniel in diesem Jahr kommt die 250-jährige Geschichte des Kohlebergbaus in Deutschland an ihr Ende. Zu diesem bedeutsamen Anlass zeigt das Josef Albers Museum Quadrat eine Ausstellung der Fotografen Bernd und Hilla Becher, die sich ihren Bildern von Zechenanlagen in Deutschland, Europa und den USA widmet.

Vor der Ausstellungseröffnung kamen Max Becher, Sohn des Fotografenehepaars, und Chris Durham, ehemaliger Assistent der Künstler, nach Bottrop und führten in die Ausstellung ein. „Es ist die wohl letzte Ausstellung der Becher. Künftige Ausstellungen werden über sie sein“, sagte Max Becher. Er bezieht sich damit auf die Becher-Ausstellung im Quadrat anlässlich der Kulturhauptstadt 2010. Damals hatte seine vor drei Jahren verstorbene Mutter Hilla die Ausstellung konzipiert, die jetzt in leicht veränderter Form erneut zu sehen ist.

© Stadt BottropMuseumsleiter Dr. Heinz Liesbrock (v.l.) im Gespräch mit Max Becher und Chris Durham.

Bernd und Hilla Becher (1931 – 2007 / 1934 – 2015) begannen bereits Anfang der 60er Jahre, Bergwerks- und Hüttenanlagen, deren Großgeräte und Funktionsbauten, zu fotografieren. Viele dieser Anlagen fielen schon bald dem Abriss anheim. Legendär ist etwa das Engagement der Bechers für die Zeche Zollern in Dortmund. In einer gemeinsamen Kampagne mit Denkmalschützern konnte die Zeche Anfang der 70er Jahre vor dem Untergang bewahrt werden. Das Datum markierte den Beginn eines neuen Bewusstseins für den historischen und künstlerischen Wert von Industriearchitektur.

Chris Durham erläuterte die verschiedenen Typologien der Arbeiten, die die Ausstellung gliedern. Die Fördertürme sind nach ihren Baustilen geordnet  und jeweils Frontal und perspektivisch abgelichtet. „Durch die sich wiederholenden Blickwinkel und den immer gleichen Lichtverhältnissen bekommt man den Eindruck, die Aufnahmen seien während eines Spaziergangs entstanden. Tatsächlich sind die Fotografien das Ergebnis von 30 bis 40 Jahren Arbeit“, erklärte der frühere Assistent Durham. Der Eindruck der Einheitlichkeit zeichnet den Stil von Bernd und Hilla Becher aus.

Gleichwohl ist die Arbeit der Bechers nicht von einer dokumentarischen Perspektive allein bestimmt. Ihre Bilder eröffnen zugleich einen ästhetischen Horizont, der das Sichtbare verwandelt. Das Zweckmäßige der Dinge scheint ihnen eine eigene Authentizität zu verleihen, Schönheit wird zu einer Funktion des Nützlichen. Es geht in diesen Bildern auch um eine formale Pointierung: um Licht, Ausschnitt und den Standpunkt der Kamera. So gewinnt das Gespräch der Dinge miteinander ein Eigenleben, das sie fast surreal erscheinen lassen kann. In den Worten der Künstler: „Es sind im wesentlichen Bauten, bei denen Anonymität als Stilprinzip erkennbar wird. Ihre Eigentümlichkeiten sind nicht trotz, sondern wegen des Mangels an Gestaltung entstanden.“ (1970)

Gerade angesichts der besonderen Verbundenheit von Bernd und Hilla Becher mit dem Ruhrgebiet und seiner Schwerindustrie, wo sie seit Beginn ihrer Arbeit tätig waren, ist diese Ausstellung ein würdiger Beitrag zum Thema Kunst & Kohle. Museumsleiter Dr. Heinz Liesbrock ist stolz, die Arbeiten zeigen zu können. Er erinnerte an eine Aussage Hilla Bechers während der ersten Ausstellungseröffnung vor acht Jahren, dass dies keine Heimatkunde oder Ruhrgebietsausstellung sein dürfe. Mit Zechenmotiven  aus verschiedenen europäischen Ländern und den USA geht die Ausstellung weit über den Lokalbezug hinaus und stellt den ästhetischen Anspruch in den Vordergrund. Mit dem Hinweis auf die gut präsentierte  Ausstellung sagte Dr. Liesbrock: „Es kommt ein künstlerischer Geist rüber.“

Die Ausstellung wird gefördert durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und den Sparkassenverband Westfalen-Lippe.

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