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© Stadt Bottrop

Josef Albers - To open eyes

Vor 130 Jahren, 1888, wurde Josef Albers in Bottrop geboren. Der Künstler gilt als wichtiger Vertreter des Bauhaus.

Der Maler Josef Albers hatte sich gewünscht, dass in seiner Geburtsstadt Bottrop und an der Yale University, USA, seine Werke dauerhaft gezeigt werden. Ihm zu Ehren wurde in Bottrop ein Museum eingerichtet: das Josef Albers Museum Quadrat. Es beherbergt seit 1983 die größte öffentliche Sammlung von Werken des Malers, Farbphilosophen und Bauhausmeisters. Er gilt als einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, der mit seinem Werk und den Untersuchungen zur Farbe prägend auf nachfolgende Künstlergenerationen wirkte, besonders in den USA.

1888 wurde Josef Albers als Sohn einer Handwerkerfamilie in Bottrop geboren. Er arbeitet in seiner Heimatstadt zunächst als Volksschullehrer. In dieser Zeit begegnet er auch zum ersten Mal der zeitgenössischen Kunst auf höchstem Niveau im Folkwang Museum, das damals in Hagen seinen Sitz hat. Er beschließt daraufhin, sich zum Kunstpädagogen ausbilden zu lassen, geht 1913 an die Kunstakademie in Berlin, danach an die Kunstgewerbeschule in Essen. Später besucht er die Akademie der Bildenden Künste in München. Von hier aus wechselt er 1920 an das Bauhaus in Weimar, der damals avanciertesten Ausbildungsstätte, deren programmatische Ausrichtung ihn überzeugt: Bauen und Kunst sollen ökonomisch und ästhetisch zu einer Synthese geführt werden. Mit dem Wechsel ans Bauhaus vollzieht Albers die völlige Abkehr von der gegenständlichen Kunst. Im Vordergrund stehen für ihn nun das Material und die Formsuche.

          

© Stadt BottropJosef Albers

Bauhausmeister in Weimar

Nach seinem Studium wird Albers zum Bauhausmeister ernannt, er unterrichtet in Weimar, Dessau und Berlin. 1933 löst sich das Bauhaus unter dem Druck der Nationalsozialisten auf. Hinter Albers liegen zehn Jahre intensiver Arbeit. Die inhaltliche Präzisierung seines Unterrichts und die Entwicklung eigener Werkgruppen in den Bereichen angewandter Gestaltung, Druckgrafik, Glas und Fotografie gehen dabei Hand in Hand. Noch 1933 erhält er einen Ruf an das neu gegründete Black Mountain College in North Carolina und wird wenige Jahre später amerikanischer Staatsbürger, ebenso wie seine Frau, die Textilkünstlerin Anni Albers, die ebenfalls am Bauhaus studiert hat.

Die Übersiedlung nach Amerika wirkt - auch durch zahlreiche Reisen nach Mexiko - wie eine Befreiung des Künstlers Josef Albers, deren wichtigstes Ergebnis die Rückkehr zur Malerei ist. Das Erlebnis präkolumbischer Architekturen und der überwältigende Eindruck der Farbe erweitern sein ästhetisches Erleben und Sehen grundlegend. Josef und Anni beginnen präkolumbische Skulpturen, kleine Opfergaben und alte, kostbare Webereien zu sammeln.

1947 beginnt Albers die Serie der Adobes, abstrahierte Hausdarstellungen, deren kalkulierte Form- und Farbbeziehungen das eigentliche Bildthema sind. Ab 1950 arbeitet er an der Serie Homage to the Square. Vermeintlich übereinander gelegte quadratische Formen sind in einem Bild vereint und suggerieren verschiedenartige Raumeindrücke und Farbwahrnehmungen. Er beginnt immer innen, die Farben sind ungemischt. Bei ruhiger Betrachtung offenbart sich eine Vielfalt an pulsierender Bewegung, Transparenz und diffuser Räumlichkeit.

Meine Lehre ist eine Anregung zum Sehen, zur Sensibilisierung, zur Schärfung des Sehens.

Zugleich wird Albers zu einem der wichtigsten Kunstlehrer seiner Zeit. Im steten Wechsel mit seiner eigenen künstlerischen Entwicklung sieht er in der Schulung des Sehens ein wesentliches Ziel seiner Lehre. Er sagte: "Meine Lehre ist kein System, ist keine Theorie, sondern eine Anregung zum Sehen, zur Sensibilisierung, zur Schärfung des Sehens.“

Albers hat Gastprofessuren an verschiedenen Hochschulen inne und wird schließlich Direktor des Departement of Design an der Yale University. 1963 erscheint die Studie Interaction of Color, in der er Farbe als psychologisches Phänomen erklärt, als relativstes Medium in der Kunst, für ihn: „Ein nie endendes Excitement.“

Gerade amerikanische Künstler und Künstlerinnen haben sich mit seinem Werk auseinandergesetzt und wichtige Impulse für ihre eigene Arbeit empfangen.

1970 verleiht die Stadt Bottrop Josef Albers die Ehrenbürgerschaft, er erhält zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

1976 stirbt Josef Albers in seinem Wohnort New Haven, USA.

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