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Seltene Funde von schwimmenden Sauriern im Ruhrgebiet entdeckt

© Sven SachsElasmosaurier. Zahn (oben) und das Tier im Größenvergleich

Einige Zähne und Knochen der Kreidezeit von vor 80 Millionen Jahre in den Magazinen des Museums Quadrat in Bottrop und des Ruhr Museums in Essen entpuppten sich als wissenschaftliche Sensation. Die Fossilien wurden jetzt von Sven Sachs (Naturkundemuseum Bielefeld), Jahn Hornung (Hamburg) und Udo Scheer (Ruhr Museum) untersucht und in der renommierten Fachzeitschrift Cretaceous Research vorgestellt.

Ein Zahn, der in der ehemaligen Ziegelei Bremer in Bottrop-Fuhlenbrock entdeckt wurde, konnte einem Elasmosaurier zugeordnet werden. Dies waren wasserbewohnende Reptilien aus der Gruppe der Paddelechsen (Plesiosaurier). Sie besaßen einen extrem verlängerten Hals, der aus bis zu 75 einzelnen Wirbeln bestehen konnte. Der Mensch besitzt zum Vergleich nur sieben Halswirbel.

© Sven SachsMosasaurierzahn. Zahn (oben) und das Tier im Größenvergleich

In Deutschland sind Elasmosaurier-Funde sehr selten und in Nordrhein-Westfalen ist dies der erste sichere Nachweis der Gruppe überhaupt. In derselben Fundstelle in Bottrop sowie aus einem alten Bergwerksschacht der Zeche Walsum in Duisburg-Walsum konnten außerdem Mosasaurier nachgewiesen werden. Diese Reptilien waren mit den heutigen Waranen verwandt, aber zumeist deutlich größer und im Körperbau komplett an eine schwimmende Lebensweise angepasst. Auch von diesen Sauriern kennt man aus Deutschland bisher nur eine überschaubare Zahl von Funden.

Alle Fossilien aus Bottrop und Duisburg stammen aus der Bottrop-Formation, die nach der Stadt Bottrop benannt wurde und ein Alter von etwa 80 Millionen Jahren hat. Obwohl insgesamt nur wenige Reste vorliegen, sind diese dennoch von Bedeutung, zeigen sie uns doch, dass auch im Gebiet des heutigen Ruhrgebietes schwimmende Saurier lebten. Interessant ist außerdem, dass die Funde aus dem küstennahen Bereich des ehemaligen Meeres stammen, aus dem nur wenige solcher Fossilien überhaupt bekannt sind. Außerdem ergänzen sie, zusammen mit einem Mosasaurierzahn aus Aachen, der in der gleichen Arbeit vorgestellt wird, unser Wissen von der Artenvielfalt der Meeressaurier im Gebiet des Deutschlands jener Zeit.

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