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© Stadt Bottrop

"Fliegender Holländer" hat auch überregional Aufmerksamkeit erregt

Die Bottroper Aufführungen der Wagner Oper "Der Fliegende Holländer" haben überregional Aufmerksamkeit erregt und für eine bundesweite Berichterstattung gesorgt. Sogar aus Bayreuth waren Besucher angereist.

Die Bottroper Aufführungen der Wagner Oper "Der Fliegende Holländer" haben auch überregional Aufmerksamkeit erregt - was nicht nur an der bundesweiten Berichterstattung, sondern auch an den Autokennzeichen vieler Festivalgäste abzulesen war. "Sogar Gäste aus Bayreuth haben sich bei mir gemeldet und uns zu dieser Opern-Produktion gratuliert", freute sich Kulturamtsleiter und Chef-Organisator Dieter Wollek am 13. Juni 2016 bei einem Abschluss-Pressegespräch.

© Stadt BottropRegisseur Thomas Grandoch

Große Zufriedenheit über das Erreichte, Erleichterung und Dank für den Einsatz aller Beteiligten beherrschte die Medienrunde. Oberbürgermeister Bernd Tischler bedankten sich neben der staunenden Anerkennung für die ehrenamtlich Beteiligten auch bei den Sponsoren, ohne die diese Herkules-Aufgabe nicht zu stemmen gewesen wäre. Kulturdezernent Willi Loeven verwies darauf, dass von den sieben geplanten Aufführungen letztlich nur eine wegen der durchgängigen Gewitterlagen hätte abgesagt werden müssen. "Das hätte deutlich schlimmer ausfallen können", ordnete Loeven ein. Auch Regisseur Thomas Grandoch betonte: Da haben wir noch Glück im Unglück gehabt!" Für Thomas Grandoch war wichtig, "dass wir die hohe Messlatte der 'Aida'-Produktion mindestens gehalten haben". Was dabei sowohl vom Publikum, als auch von den Kritikern so gesehen werde.

Die Dankesworte von Oberbürgermeister Bernd Tischler seien nachfolgend im Wortlaut wiedergegeben:

eine Gemeinschaftsleistung und ein großes Abenteuer

"Es ist geschafft, viele Akteure sind aber auch geschafft vom Opernfestival auf der Haniel-Halde. Festzuhalten bleibt nach sechs Aufführungen und einer Veranstaltungsabsage: Der „Fliegende Holländer“ war eine Gemeinschaftsleistung und ein großes Abenteuer! Und: Der Aufwand war immens, der Spaß aber nicht minder.

Letzterer war es auch, der dazu führte, dass etwa der Projektchor (der sich im Jahr 2010 extra für die Aufführung der „Aida“ gegründet hatte) immer wieder nachfragte, ob nicht ein weiteres Opern-Projekt in Angriff genommen und im Amphitheater auf der Halde Haniel umgesetzt werden könnte.

Doch zu bedenken ist der Aufwand in finanzieller und organisatorischer Hinsicht. Da sind die etwa eine halbe Million Euro Kosten inklusive Sponsorenleistungen für die Inszenierung des Richard Wagner Werkes „Der fliegende Holländer“, der Sachaufwand wie die Haldentheater-Renovierung und Umfeldgestaltung durch die RAG, die 52 Übersee-Container von einer Dortmunder Firma für das Bühnenbild, die vier großen Generatoren für die Stromversorgung, die Bühne samt Übertragungstechnik, die komplette Wasserversorgung, der Bus-Shuttle-Dienst, die Verpflegungszelte, die Infrastruktur-Container.

© Stadt BottropBastiaan Everink als "Fliegender Holländer".

Über 360 Mitwirkende waren im Einsatz, die zwischen dem 31. Mai und dem 9. Juni bei sechs Aufführungen über 6.000 Menschen Wagners mystische Oper präsentierten. Zu den Mitwirkenden gehörten die Musiker der Neuen Philharmonie Westfalen ebenso wie die sieben Solisten, der Projektchor, die Ballettschülerinnen unter Leitung von Kira Zurhausen und Ulla Schulte-Zurhausen, die über ein Dutzend Statisten vom Heinrich-Heine-Gymnasium. Nicht zu vergessen die vielen guten Geister vor und hinter der Bühne: die Kostümschneiderinnen, die Requisiteure, die Maskenbildnerinnen aus Kosmetikklassen des Berufskollegs, die Techniker, Betreuer und Organisatoren. Teilweise hatte ihre Arbeit bereits eineinhalb Jahre zuvor begonnen und war nach der letzten Aufführung am 9. Juni noch nicht beendet.

© Stadt BottropMehr als 360 Mitwirkende im Einsatz.

großartige Leistung des Teams

Dazwischen lagen besondere musikalische Leistungen, einprägsame Regieeinfälle und Mitwirkende in ungewöhnlichen Kostümen sowie Beifallsstürme in der immer ausverkauften BergArena bei einer Produktion, die zwischenzeitlich mit widrigsten Wetterbedingungen kämpfen musste: Im Vorfeld der Generalprobe am 30. Mai fluteten sturzbachartige Niederschläge die Arena mit Schlamm aus dem Bergematerial am Arenawall. Es gab aber kein Resignieren, sondern innerhalb weniger Stunden waren ca. 40 Helfer mit Schaufeln und weiterem Gerät dabei, den Schaden  zu beheben. Der Wall wurde wieder aufgebaut, die Stufen gereinigt und eine Fachfirma sorgte dafür, dass der Kunstrasen in der Arena zumindest ansatzweise wieder bespielbar war. Ein Kraftakt für alle, aber erfolgreich, denn die Premiere war gerettet!

Leider mussten eine Orchesterprobe und die Generalprobe sowie ein durchgehender Soundcheck gestrichen werden, so dass die Premiere der Sprung ins nicht mehr vorhandene Wasser war. Auch eine weitere Veranstaltung am 2. Juni musste wegen eines Gewitters am Nachmittag abgesagt werden, da die Bedingungen für eine vernünftige Aufführung am Abend nicht mehr gegeben waren. Ein weiteres Unwetter mit Blitz, Hagel und Starkregen am 7. Juni gefährdete die Aufführung am Mittwoch, dem 8. Juni. Wieder wurde mit Muskelkraft vieler die Halde soweit hergerichtet, dass gespielt werden konnte. Letztlich konnten so sechs Vorstellungen von geplanten sieben gemacht werden. Eine großartige Leistung des Teams!

dem Kulturleben der Stadt Bottrop eine auch überregional beachtete und ganz eigene Note hinzugefügt

Es gilt, ganz vielen Menschen Dank zu sagen, die dieses einzigartige Ereignis auf der Halde möglich gemacht haben. Einzelne herauszuheben verbietet sich eigentlich, da alle gemeinsam die Aufgabe gestemmt haben. Doch ich möchte eine doppelte Ausnahme machen in Richtung zwei Akteuren, die heute hier mit am Tisch sitzen: Da ist unser unermüdlicher Kulturamtsleiter Dieter Wollek, ein Überzeugungstäter positivster Art mit starken Nerven. Er war der Motor des Ganzen und hat die Truppe bei der Stange gehalten. Bravo, Dieter Wollek!

Und da ist der Regisseur und einfallsreiche Bühnenbildner Thomas Grandoch. Herr Grandoch ist ein Bottroper Eigengewächs, der nur – sozusagen – an Berlin „ausgeliehen“ ist. Bottrop war auf jeden Fall Thomas Grandochs Theaterlabor. Denn er gab 2003 mit Unterstützung des Kulturamtes sein Abiturstück  mit der Aufführung „Geschlossene Gesellschaft“  in einer Halle des Bergwerkes Prosper II ab. Note 1! Es folgte 2004 Jean-Paul Sartres „Die Zofen“ auf der Halde am Alpincenter. Das war die erste richtig große Open-air-Veranstaltung in Zusammenarbeit von Kulturamt und Grandoch. Dann 2010 die „AIDA“ als Höhepunkt im Bottroper Kulturhauptstadtjahr in der Bergarena, gefolgt 2011 von der Oper Maxwell Davies‘ „The Lighthouse“ im Malakoffturm.

Herr Grandoch, meine Frau und ich haben Ihre „Holländer“-Interpretation in der Premiere genossen. Die Inszenierung wird uns noch lange in bester Erinnerung bleiben. Sie haben mit dem Festival dem Kulturleben der Stadt Bottrop eine auch überregional beachtete und ganz eigene Note hinzugefügt! Dafür auch an Sie meinen herzlichsten Dank verbunden mit der Bitte, Ihrer Heimatstadt auch künstlerisch verbunden zu bleiben!

Die letzten Töne des „Fliegenden Holländers“ sind am 9. Juni in der BergArena verklungen, doch spektakuläre Bilder und vor allem guten Erinnerungen bleiben."

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