Inhalt anspringen

„Kunst verletzt Erwartungen“

Retrospektive zum 100. Geburtstag von Heinz Eickholt

© Stadt BottropAlfred Eickholt erklärt die veschiedenen Stilrichtungen seines Vaters Heinz Eickholt.

Der Bottroper Künstler Heinz Eickholt wäre in diesem Jahr 100 Jahres alt geworden. Aus diesem Anlass ist in der Städtischen Galerie im Kulturzentrum August Everding  eine Retrospektive  des 2010 gestorbenen  Künstlers zu sehen. Zusammengestellt  wurde die Ausstellung von seinen Söhnen Alfred und Jürgen Eickholt.

© Stadt BottropDas Selbstportrait von Heinz Eickholt ist in der Ausstellung zu sehen.

 

„Das Schaffen meines Vaters ist geprägt von der Vielseitigkeit künstlerischer Stilrichtungen“, sagt Alfred Eickholt, der Anfang 20-jährig Bottrop verließ um Kunst und Musik zu studieren. Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Ausschnitt der Arbeit Heinz Eickholts. Sie beginnt mit Aquarell- und Landschaftsmalereien und endet mit konstruktivistischen Quadraten und Dreiecken - eine Serie, die Eickholt als „Color-Forma-Art“ bezeichnete. Dazwischen sind Ölbilder, Skulpturen, Linolschnitte, Fensterbilder mit gegenständlichen, naturalistischen und abstrakten Abbildungen zu sehen.

Einen Großteil der Ausstellung nehmen sakrale Arbeiten mit christlichen Motiven ein. Sie zeigen fokussiert die handwerkliche Bandbreite, die Eickholt beherrschte. In Messingtafel gestanzte Reliefs hängen neben  Bildern, bei denen er die Farbe mit Gummirollen aufgetragen hat. Die Entstehungsdaten zeigen, dass sich das künstlerische Wirken Eickholt nicht durch stilistische Phasen gliedern lässt, sondern dass er die verschiedenen Techniken gleichzeitig und immer wieder angewendet hat. Die überraschenden bisweilen gar sprunghaft wirkenden Darstellungsformen entsprechen dem Credo Eickholts „Kunst verletzt Erwartungen“.

Heinz Eickholt war stolz darauf, sich als freischaffender Künstler etablieren zu können. Neben den sakralen Motiven für Kirchen, war er in der Portraitmalerei erfolgreich. Er portraitierte Unternehmenschefs und Familien. Dieser Bereich wird in der Ausstellung durch ein Selbstportrait repräsentiert.

Einige Jahre war Eickholt Kunsterzieher am Jungengymnasium (dem heutigen Kulturzentrum) und später am Heinrich-Heine Gymnasium. Für den schulischen Kunstunterricht entwickelte er ein  Farb-Lehr-System, das auf  den farbexperimentellen und farbtheoretischen Arbeiten von Josef Albers basiert.

Die Ausstellung lässt erahnen, dass Eickholt ein ausgesprochen produktiver Künstler war. Alfred Eickholt schätzt den Umfang auf fast 2.000 Arbeiten. Rund 200 davon sind noch im Familienbesitz. Die beiden Brüder wollen ein Werkverzeichnis erstellen und künftig möglichst viele Arbeit im Internet präsentieren.

Heinz Eickholt wurde am 11. Oktober 1917 in Bottrop geboren. Nach einer Lehre in der Dekorationsmalerei (1930 bis 1933) studierte er Malerei und Grafik an der Folkwangschule Essen (1934 bis 1938). Nach dem Zweiten Weltkrieg, der Eickholt  nach Bad Harzburg und Maastricht brachte, lebte er als freiberuflicher Künstler zunächst in Warendorf. Im Jahr 1956 kehrte er nach Bottrop zurück. Als Kunsterzieher war Eickholt bis 1983 am Heinrich-Heine Gymnasium tätig.  Heinz Eickholt starb am 13. Februar 2010.

Die Ausstellung wird am Freitag, 13. Oktober, um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 30. Dezember zu sehen.

© Stadt BottropDie Brüder Jürgen (links) und Alfred Eickholt haben die Ausstellung anlässlich des 100. Geburtstages ihres Vaters zusammengestellt.
${html.arvedui.search.moreLikeThis.label}
${html.arvedui.search.form.label}