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Zechenhäuser als Denkmäler der Bergbaugeschichte

Autor Wilfried Krix zeichnet den Entwicklungsprozess Bottrops am Bau der Arbeitersiedlungen nach

© Stadt BottropWilfried Krix und Stadtarchivarin Heike Biskup präsentieren den 20. Band der Reihe Geschichtsstunde.

Zechenhäuser prägen das Stadtbild in Bottrop. Wilfried Krix beschreibt in dem 20. Band der Reihe Geschichtsstunde „Die alten Bottroper (Berg)-Arbeitersiedlungen“. Fünf Siedlungen hat der Bottrop Hobby-Historiker genauer beschrieben. Zwei Jahr benötigte er, um Akten zu sichten und Entstehungsgeschichte nachzuzeichnen.

Erschwert wurde seine Arbeit dadurch, dass mit dem Abriss zahlreicher Zechenhäuser auch die Bauakten vernichtet wurden. In mühevoller Kleinarbeit hat er aus einzelnen, noch vorhandenen Hausakten Erkenntnisse für sein Buch gewonnen.

Die Siedlungen wurden vor dem Ersten Weltkrieg gebaut. Die Zechenbetreiber brauchten Unterkünfte für ihre Arbeiter. Die notwendigen Ziegelsteine, wurden von den Zechen gleich selbst produziert. Ein Ansiedlungsgesetz bestimmte ab 1876, dass sich die großen Industrieunternehmen an der Finanzierung von Straßen, Schulen und Kirchen beteiligen müssen. Viele Unternehmen verstanden es aber, sich der Finanzierung der Infrastruktur zu entziehen. Wenn die Häuser beispielsweise nur in kleinen Gruppen in bereits bestehende Straßenzüge gebaut wurden, entfiel die Beteiligung der Unternehmer. Andere Industriekapitäne verhandelten mit der Stadtverwaltung über die Höhe der Abgaben und entschieden dann, wo sie investierten. So ließen sich die Städte untereinander bei den Ansiedlungen ausspielen.

Komplett neue Stadtteile sind entstanden. Die Kolonien spiegelten die Philosophie der Unternehmen wieder. In der Knapp-Siedlung an der Gladbecker Straße stehen die Häuser beispielsweise eher dicht gedrängt, während in der Gartenstadt Welheim die offene Bauweise englischer Gartensiedlungen übernommen wurde. Die großzügigen Grundstücke dienten den Familien der Selbstversorgung.

In den Kolonien entwickelte sich ein eigenes Gemeinschaftsleben, das durchaus zu Spannungen mit den Alt-Bottropern führte. Anders als die ersten Arbeiter, die aus der weiteren Region nach Bottrop kamen, brachten später die Arbeiter aus Polen ihre eigene Sprache und Kultur mit, so Krix.

Wilfried Krix hat Verständnis, dass viele Zechenhäuser mittlerweile neuen Wohnformen gewichen sind. „Man will schließlich nicht in einem Museumsdorf leben.“ Doch ist er beeindruckt, wie viele Häuser „nach über 100 Jahren noch top in Schuss sind“. Ihm liegt viel daran, dass der Siedlungscharakter erhalten bleibt. Es freut ihn, dass Stadtgeschichte mit Hilfe des Denkmalschutzes sichtbar bliebt.

Wilfried Krix ist einer der fleißigsten Autoren der Geschichtswerkstatt im Stadtarchiv.  Der Titel „Die alten Bottroper (Berg)-Arbeitersiedlungen“ ist mittlerweile sein siebentes Buch, das er beigetragen hat.  Er will weitermachen. „Es gibt noch zig Themen“, sagt er und sammelt Ideen für seinen möglichen achten Band, in dem es um die Entwicklung des Handels in Bottrop gehen soll.

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