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Stadtquartiere widerstandsfähig gegen Klimawandelfolgen machen

Emschergenossenschaft und Stadt Bottrop engagieren sich gemeinsam in der Zukunftsinitiative Klima.Werk für eine klimaresiliente Region. Ein mobiles, grünes Zimmer ist im Ruhrgebiet auf Tour als Informations-Anlaufstelle.

Andreas Giga und Klaus Müller stellen die Zukunftsinitiative Klima.Werk vor.© Stadt Bottrop

Seit Ende 2021 ist der Emscher-Umbau abgeschlossen, der zentrale Fluss im Ruhrgebiet ist abwasserfrei. Das Schmutzwasser wird unterirdisch durch den Abwasserkanal Emscher zu den Kläranlagen geleitet, oben können die Menschen an den Fluss und seine Zuläufe zurückkehren. Die neue Lebens- und Aufenthaltsqualität feiert die Emschergenossenschaft in diesem Jahr mit zahlreichen Aktionen für die Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehört auch die Klima.Insel, ein mobiles, grünes Zimmer, das symbolisch für die neu entstandenen blaugrünen Infrastrukturen steht, das aber auch auf die Zukunftsaufgabe Klimaanpassung aufmerksam macht.

„Den Folgen des Klimawandels wie Hitze, Dürre und Starkregen müssen wir uns auch in den Städten des Ruhrgebiets stellen, um diese negativen Effekte zu dämpfen, Vorsorge zu treffen und unsere Region weiter lebenswert zu gestalten“, sagte Andreas Giga, Leiter der Serviceorganisation der Zukunftsinitiative Klima.Werk bei der Emschergenossenschaft, bei einem Termin an der Klima.Insel, die in Bottrop für zwei Tage auf der Gastromeile an der Gladbecker Straße gestanden hat.

„In der Zukunftsinitiative Klima.Werk setzen wir uns gemeinsam auch mit Bottrop für den Umbau der Quartiere nach dem Prinzip der Schwammstadt ein. Dabei wird der natürliche Wasserkreislauf gestärkt, indem Regenwasser nicht in die Kanalisation geleitet, sondern zurückgehalten und gespeichert wird. So kann es zur Bewässerung genutzt werden, versickern und damit den Grundwasserkörper stärken oder über Verdunstung die Umgebung kühlen“, erklärte Andreas Giga weiter. Wie wohltuend Grün wirkt, konnten Besucher*innen beim Verweilen an der Klima.Insel erleben. Zum Beispiel beim Platz nehmen in einem der Liegestühle im Schatten der bepflanzten Wände.

„Zu den zentralen Herausforderungen einer nachhaltigen Stadtentwicklung gehören auch in Bottrop die Umsetzung wirksamer Maßnahmen zum Klimaschutz und zum Umgang mit bereits spürbaren und zu erwartenden Klimafolgen“, sagte Klaus Müller, Technischer Beigeordneter der Stadt Bottrop. "Dabei spielt die gezielte Entsiegelung und Begrünung der Innenstadtbereiche eine zentrale Rolle. So sind wir gerade dabei, den Innenhof des Baublocks Trapez - nur wenige Meter von hier entfernt - mit deutlich höherem Grünanteil und zahlreichen neuen Bäumen auszustatten. Das Regenwasser wird dort gesammelt und mit Hilfe technischer Systeme zur Bewässerung der Bäume eingesetzt. Zudem haben wir den Innenhof des Kulturzentrums, der vorher ein Parkplatz war, weitgehend entsiegelt und begrünt. Für den Gleiwitzer Platz und weitere Flächen in der Innenstadt gibt es bereits ähnliche Planungen."

Bürgerinnen und Bürger konnten sich an der Klima.Insel darüber informieren, wie eine wasserbewusste Stadtentwicklung grundsätzlich funktioniert. Dächer begrünen, Fassaden begrünen, Flächen entsiegeln, Versickerungsmulden anlegen oder Dach- und Wegeflächen von der Mischwasserkanalisation abkoppeln: Maßnahmen, die die Städte widerstandsfähiger gegen die Klimakrise machen. Das geht nicht nur auf kommunalen Flächen oder Gebäuden, bei Wohnungsbaugesellschaften oder Gewerbeflächen, sondern auch bei der privaten Immobilie. Wer seinen Schottergarten entsiegelt, wirkt mit daran, den Hitzestau in Wohngebieten aufzulösen. Wer seine Dachregenrinne von der Kanalisation abkoppelt und das Regenwasser fürs Gießen sammelt oder in der Rasenfläche versickern lässt, geht nachhaltig mit dem kostbaren Nass von oben um und spart dabei noch Abwassergebühren.

Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung Bottrop informierten an der Klima.Insel darüber, wie Interessierte ein Gründach selbstständig umsetzen können. Kinder und Jugendliche hatten die Möglichkeit, Klimagläser zu bepflanzen, um auch mehr Grün ins Haus zu bringen. Eine Fotoausstellung zeigte Bottrops grüne Dächer und Fassaden. Am zweiten Tag ging es um Starkregenvorsorge am Haus, Regenwasser und Gartengestaltung. Kinder konnten Saatkugeln basteln.

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