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Mit mehr Ökostrom durch den Straßenverkehr

Elektromobilitätskonzept gibt konkrete Empfehlungen für abgasfreie Mobilität

© Stadt BottropMatthias Puffe (BBH, v.l.), REWE-Geschäftsführerin Kathrin Göddecke, Beigeordneter Klaus Müller und DRK-Geschäftsführer Benedikt Böhm-Eichholz lassen sich vom städtische Mobilitätsmanager Gerwin Conrad die Ladeinfrastruktur in Bottrop erläutern.

Elektromobilität wird in Bottrop weiter ausgebaut. In vier Jahren soll sich die Anzahl der E-Autos auf bis zu 2.700 E-Autos mehr als vervierfachen. Lärm und Schadstoffausstoß werden dadurch deutlich vermindert. Damit die Mobilitätswende gelingt, müssen Planer, Verwaltung und die Wirtschaft die passenden Voraussetzungen schaffen.

Der technische Beigeordnete Klaus Müller hat jetzt ein Elektromobilitätskonzept vorgestellt, das von zwei Fachagenturen aus Berlin erstellt wurde. Neben der Elektrifizierung kommunaler und gewerblicher Fuhrparks gibt das Konzept Handlungsempfehlungen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. 

Gegenwärtig gibt es in Bottrop an 36 Standorten insgesamt 70 Ladepunkte. Aufgrund der stark steigenden Marktdurchdringung von E-Pkw empfehlen die Gutachter bis zum Jahr 2025 rund 200 öffentlichen Ladepunkte im Stadtgebiet. Vor allem im Randbereich der Innenstadt und in den Stadtteilen bestehe wachsender Bedarf. „Die Säulen werden von privaten Anbietern gebaut. Wir haben einen klaren Plan, wo der Ausbau sinnvoll ist“, sagt Müller. 

Maxim Blankschein vom Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) und einer der Mitautoren des Konzepts erklärt, dass lediglich die Standorte für öffentliche Ladesäulen empfohlen werden. „60 bis 80 Prozent der Ladevorgänge finden im privaten Raum statt.“

Ein weiterer Fokus des Konzepts richtet sich auf die gewerbliche Fahrzeugflotten. Dafür wurden die Unternehmen Niggemeier und Leurs (Aufzug- und Fördertechnik), Deutsches Rotes Kreuz Bottrop, REWE Gödecke und die DWT Handelsgesellschaft für Druckluftwerkzeugtechnik untersucht. Diese Referenzunternehmen stehen beispielhaft für unterschiedliche Nutzungsszenarien.  Einige Unternehmen haben bereits eigene Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen), Batteriespeicher, Elektrofahrzeuge, Ladepunkte und Ladelastmanagementsysteme. „Es hat einen großen Willen zur Zusammenarbeit gegeben“, sagt Matthias Puffe von der Beratungsagentur Becker Büttner Held (BBH), neben IKEM der zweite Konzeptautor. Dass sich die Beratung zu Energiemanagement und Förderangeboten lohnt, liest Puffe daran ab, dass die beteiligten Unternehmen noch während der Konzepterstellung ihre E-Pkw-Flotten erweitert haben.

Ein sehr hohes Potential für die Elektrifizierung sehen die beiden Beratungsagenturen für den kommunalen Fuhrpark. 96 Prozent der städtischen Fahrzeuge legen eine mittlere Strecke von unter 100 Kilometer pro Tag zurück. Damit liegen die Fahrleistungen im praktischen Anwendungsbereich von Elektrofahrzeugmodellen. Neben den Bau von PV-Anlagen auf kommunalen Dächern empfehlen die Experten ein zentrales Flottenmanagement des kommunalen Fuhrparks. Klaus Müller will diese Empfehlungen weiterverfolgen. Er sieht einen positiven Effekt darin, wenn Mitarbeiter statt mit ihren privaten Verbrennern für dienstliche Fahrten, städtische E-Pkw nutzen. Die notwenige Infrastruktur soll im geplante Anbau am Rathaus berücksichtigt werden. 

Rund ein Jahr dauerte es, das 165-seitige Konzept zu erarbeiten. In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse nun der Politik vorgestellt. Matthias Puffe von BBH sieht damit die Grundlage für mehr E-Mobilität gelegt: „Wir geben die Empfehlungen. Die Entscheidungen werden jetzt in der Stadt getroffen.“

Gerwin Conrad

Mobilitätsmanager

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