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Leitfaden Photovoltaik

Rechtliches (Aktuelles aus der EEG-Novelle 2021)

Beim Aufbau und Betrieb von PV-Anlagen ergeben sich für individuell ausgestaltete Geschäftsmodelle verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen, die einzuhalten sind. Einige zu beachtende Rahmenbedingungen sind im Folgenden aufgeführt. Diese sind u. a. abhängig vom ausgewählten Standort für die Errichtung der PV-Anlage, von Eigentums- und Betreiberverhältnisse und von der anzuschließenden Leistung. Nachfolgend werden nur einige wichtige Änderungen der EEG-Novelle 2021 aufgeführt. Für eine vollumfängliche Rechtsberatung sind Juristen heranzuziehen. Die rechtlichen Gesetze und Verordnungen sollten rechtzeitig in die Planung miteinbezogen werden, da sie einen maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Projektes haben.

  • Ab 30 kWp oder 30 MWh jährlichen solaren Eigenverbrauch muss EEG-Umlage (40 %) auf eigenverbrauchten Strom gezahlt werden 
  • Ab 100 kWp Vergütung über Direktvermarktung notwendig, Eigenverbrauch weiterhin möglich
  • Zwischen 300 kWp und 750 kWp hat der Betreiber die Wahl zwischen Ausschreibeverfahren und Eigenverbrauch mit Marktprämie auf maximal 50 % der gesamten erzeugten Energie
  • Pflicht zur Teilnahme an Ausschreibungen ab 750 kWp-Anlagen
  • Zwischen 7 kWp und 25 kWp muss ein Smart-Meter-Gateway installiert werden, damit der Messstellenbetreiber die IST- Einspeisung ablesen kann
  • Ab 25 kWp neben iMS-Technik[1] zur Regelung der Einspeiseleistung (Rundsteuerempfänger)

 

Photovoltaik Vorplanung

Nach der rechtlichen Einschätzung eines Geschäftsmodells für ein Projekt sollten die örtlichen Gegebenheiten zur Errichtung einer PV-Anlage analysiert werden. Im Folgenden werden einige wichtige Punkte aufgeführt, die bei einer Vorplanung nicht fehlen sollten.

  • Beachtung Denkmalschutz
  • Überprüfung der Dachstatik
  • Welche Dachneigung (Schrägdach oder Flachdach)?
  • Welche Dachausrichtung?
  • Gibt es Verschattungen?
  • Wie groß ist die zur Verfügung stehende Dachfläche?
  • Wie hoch ist der Stromverbrauch des Standortes?
  • Netzgekoppelte Photovoltaikanlage oder Inselanlage?

Photovoltaik Auslegung & Installatio

Im nächsten Schritt kann die zu errichtende PV-Anlage mit Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten ausgelegt werden. Hierbei sollten die Art und Größe der PV-Anlage sowie zusätzliche Hardware dimensioniert und ausgelegt werden. Einige wichtige Aspekte und Möglichkeiten werden im Folgenden aufgeführt.

  • Auswahl der Modulart (z.B. polykristallin, monokristallin, Glas-Glas-Module)
  • Abschätzung der möglichen Leistung der PV-Anlage mittels Flächenminderungsfaktor, vorhandenen Fläche und ausgewählten PV-Modulen
  • Integration eines Speichers?
  • Auslegung Wechselrichter für optimalen Stromertrag à Modulwechselrichter, Stringwechselrichter, Multistringwechselrichter mit mehreren MPP-Trackern
  • Auswahl Montagesystem und Aufständerung
  • Optimierung Eigenverbrauch durch Energiemanagementsystem
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und Erstellung Inbetriebnahmeprotokoll
  • Mess- und Steuerungsinfrastruktur: Möglicher Einsatz von Bezugszähler, Einspeisezähler, Zweirichtungszähler, Erzeugungszähler, iMS, Rundsteuerempfänger

 

Mehrere Angebote zum Vergleich einholen

Für eine finale Entscheidung der Projektvergabe sollten mehrere Angebote zum Vergleich eingeholt werden.

  • Angebote sollten folgende Inhalte umfassen:
    • Module, Wechselrichter, Auslegung, Leistung, Montage- und Befestigungssystem, Kabel, Kosten, Zahlungsbedingungen, Service, Termine
    • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
  • Netzverträglichkeitsprüfung und Anmeldung bei der Bundesnetzagentur

Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage abhängig von folgenden Parametern

Vor Vergabe des Projektes sollte eine eigene Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Projektes vorgenommen und mit den eingeholten Angeboten abgeglichen werden.

  • Investitionskosten
    • Preis pro installierter kWp -> Solarmodule, Wechselrichter, Speichersystem, Montagesystem, Verkabelung
  • Betriebs- und Wartungskosten
  • Finanzierungskosten
  • Eigen- und Fremdkapitalzins, Kalkulationszins und Inflation
  • Nutzungsdauer
  • Globalstrahlung (100 bis 130 W/m² à 900 bis 1.200 kWh/m²a in Deutschland)
  • Ausrichtung der PV-Anlage (z.B. Süd- oder Ost-West-Ausrichtung)
  • Eigenverbrauchs- und Einspeisemenge
  • Einspeisevergütung, Direktvermarktung oder Teilnahme an Ausschreibungsverfahren
  • Förderungen (KfW-Programm 270 Erneuerbare Energien – Standard à Kredit ab 1,03 effektivem Jahreszins)
  • Steuerliche Fragen (Mehrwertsteuer, Einkommenssteuer)

 

Inbetriebnahme und Wartung

Nach Abschluss des Projektes muss die PV-Anlage in Betrieb genommen und gewartet werden.

  • Inbetriebnahmeprotokoll
  • Reinigung der Module
  • Austausch Wechselrichter nach zehn Jahren
  • Reparaturen

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