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Eigenheim-Besitzer sparen Energie und kassieren Fördergelder

Die Sanierungsbegleitung im Zuge von InnovationCity ist eine große Hilfe und zahlt sich aus. Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis.

© Stadt BottropArchitektin Katja Schlemper (Mitte) im Gespräch mit Katharina Morio von der Stadtverwaltung und dem Hauseigentümer Michael Nisch.

Michael Nisch ist stolz. Sein neues Eigenheim mausert sich zu einem wahren Schmuckstück. Aber bis jetzt war dies ein hartes Stück Arbeit: Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin erwarb er einen Altbau auf der Steigerstraße in Batenbrock. Und wie der Name der Straße verrät, handelt es sich um ein altes Steigerhaus aus dem Jahr 1914. Mit viel Schweißarbeit „schälten“ die beiden das Haus sozusagen von Innen und machten immer wieder tolle Entdeckungen: „Unter vier Schichten Linoleum kam endlich der langersehnte Holzboden zum Vorschein und dann hieß es, runter mit dem obligatorischen Ochsenblut“, erinnert sich der Hauseigentümer. Freundin Christina Kuckuck machte sich derweil an den mit dicker Farbe überzogenen Türzargen zu schaffen. Und in der großen Diele fanden sich unter dem Laminat des Vorbesitzers historische Bodenfliesen in klassischem Rot und Grau.

Aber eine geschmack- und liebevoll gestaltete Wohnung ist nur die eine Seite der Medaille. „Der Plan war natürlich auch eine vollkommene energetische Sanierung des Hauses“, so der 49-Jährige. Keine finanzielle Kleinigkeit. Aber mit Hilfe von Zuschüssen aus dem Förderprogramm „Energetische Modernisierung und Instandsetzung“, das die Stadt Bottrop für Immobilienbesitzer im Pilotgebiet InnovationCity anbietet, konnte Erhebliches umgesetzt werden.

Da ohnehin ein Ausbau des Dachgeschosses vorgesehen war, stellten die Eigentümer einen Bauantrag. Mit dessen Genehmigung konnte eine Aufsparrendämmung mit neuer Dachdämmung und der Einbau von Dachflächenfenstern bezuschusst werden. Zusätzlich gab es Fördermittel für neue Fenster und Haustüren nach historischem Vorbild und den Austausch des alten Kohleofens durch eine moderne Gas-Brennwertheizung. Insgesamt sparten die Bottroper über 14 Prozent der dafür anfallenden Baukosten.

Die Höhe der Zuschüsse orientiert sich grundsätzlich an der zu erwartenden CO2-Einsparung und kann bis zu 25 Prozent der Baukosten betragen. Anhaltspunkte für die jeweils höchstmöglichen Förderbeträge geben sogenannte Steckbriefe über den entsprechenden Gebäudetyp in Kombination mit dem Baujahr. Informationen zu jedem Gebäude im Pilotgebiet erhält der Eigentümer auf der Internetseite "www.bottrop.de" über das Online-Tool "EGiBOT".

Eine Beratung im Zentrum für Information und Beratung (ZIB) am Südringcenter hilft als erster Schritt weiter, bevor ein Team der städtischen Sanierungsbegleitung die fachliche Begleitung der baulichen Maßnahmen bei einem Vororttermin übernimmt. Architektinnen bieten eine fachlich fundierte Beratung und gehen auf die Immobilie als Ganzes ein. Hierbei werden auf bauliche Besonderheiten hingewiesen, Fragen zu möglichen Konstruktionen beantwortet sowie bauphysikalische Aspekte erläutert. Darüber hinaus umfasst das kostenlose Beratungsangebot auch die Themen Barrierefreiheit und Wohnraumanpassung. Diese Maßnahmen können in geringem Umfang ebenfalls über das Förderprogramm bezuschusst werden. Natürlich hilft das Team auch bei der Antragstellung und berät bei Fragen zu bereits vorliegenden Angeboten von Handwerkern. Drei vergleichbare Kostenvoranschläge müssen nämlich eingereicht werden.

Michael Nisch erinnert sich gern an die Zusammenarbeit mit der Sanierungsbegleiterin Katja Schlemper: „Wir waren ein gutes Team“.

Das Projekt zur energetischen Sanierung startete vor drei Jahren. Seitdem wurden insgesamt 400 Maßnahmen umgesetzt. Die Fördersumme liegt bisher bei ca. 1,1 Millionen Euro, das private Investitionsvolumen bei ca. 7,7 Millionen Euro.

Nähere Informationen gibt es im Zentrum für Information und Beratung (ZIB) und bei der städtischen Sanierungsbegleitung.

Adressen, Ansprechpartner und weitere Informationen zur Beratung.

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