[04.03.2016 | 178]
[Stadt Bottrop] Kinder, Kultur

Lebenswelten aktiv gestalten

Pilotprojekt an der Hauptschule Welheim gestartet
Im Rahmen des Programms „Kein Kind zurücklassen“ sind in NRW vielfältige Aktivitäten initiiert worden. Diese möchten jedes Kind und jeden Jugendlichen so fördern, dass ein gelungener Eintritt in das Berufsleben und damit ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen wird. Dazu ist jetzt das Projekt „Lebenswelten aktiv gestalten“ in die Erprobungsphase gegangen, das sich ausschließlich an Schülerinnen und Schüler der Emscher-Lippe-Region richtet. Denn der endgültige Rückzug des Kohlebergbaus und der damit verbundene Strukturwandel werden die Arbeitsplatzsituation und die Ausbildungskapazitäten in naher Zukunft besonders in dieser Region weiter verändern.

"Für eine gelingende Berufsorientierung sind gute persönliche, sprachliche und schulische Kompetenzen Voraussetzung, um zum Ende der Schulzeit zu einer selbstständigen Berufs- oder Studienwahlentscheidung kommen zu können", betont Wolfgang Wuwer, der Leiter der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule/Beruf bei der Stadtverwaltung.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales in NRW und die RAG-Stiftung haben sich deshalb entschieden, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und der Stiftung gezielt Schülerinnen und Schüler vor der eigentlichen Berufsorientierung im 8. Schuljahr zu fördern und zu unterstützen. Bei diesem Projekt handelt es sich um ein integriertes Konzept, das sich an alle Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe der Klassen 5 bis 7 richten soll. Es erfolgt keine Auswahl besonders förderbedürftiger Schülerinnen und Schüler.

Das Projekt „Lebenswelten aktiv gestalten“ macht es möglich, die Schüler individuell in sehr kleinen Gruppen mit bis zu fünf Kindern zu fördern. Besondere Bedarfe der Kinder können in der ersten Phase ermittelt und durch zusätzliche Förderangebote bearbeitet werden. Somit wird das Ziel unterstützt, den Gemeinsinn durch die Stärkung individueller, persönlicher und sozialer Kompetenzen zu fördern und die Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen Leben durch die ersten Schritte zur beruflichen Integration zu ermöglichen. In der konzeptionellen Planung und Umsetzung stehen die Bildungsbedarfe, allgemeine und soziale Kompetenzvermittlung zur Persönlichkeitsstärkung sowie Neigungen und Förderbedarfe der Schüler im Mittelpunkt, so dass Schulmüdigkeit, Schulversagen und Schulabbrüchen begegnet werden kann.

Bei der Auftaktveranstaltung des Projektes in Recklinghausen begründete Paul Ketzer, Erster Beigeordneter und Schuldezernent, die Auswahl der Hauptschule Welheim für diese Pilotphase damit, dass „die Schule sich in der Vergangenheit schon immer durch außergewöhnliche und umfangreiche, zusätzliche über den Unterricht hinausgehende Angebote für ihre Schülerschaft ausgezeichnet hat und mit der Evangelischen Kirche einen Kooperationspartner für den Ganztagsbereich hat, der zuverlässig und qualifiziert bei diesem Vorhaben unterstützen kann.“

Erfolgreich ist das Projekt, wenn es gelingt, eine spürbare Verbesserung hinsichtlich der an den einzelnen Schulen vorgefundenen und identifizierten Problemstellungen zu erzielen. Ausgangssituation und der Grad der Zielerreichung wird mittels Befragungen aller Beteiligten überprüft und im Zwischen- und Abschlussbericht des Projektes dokumentiert.

Elke Rosner, Schulleiterin der Hauptschule Welheim, hofft, dass nach einer erfolgreichen Durchführung des Modellprojekts dauerhaft eine finanzielle Förderung für ihre Schule gewährleistet wird. „Denn so optimale Rahmenbedingungen für unsere Kinder hat es trotz aller Anstrengungen bisher nicht gegeben“, meint die Schulleiterin.

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