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Gartenstadt Welheim

Ehemalige Zechensiedlung ist Wohnparadies

Die historischen Arbeitersiedlungen nach dem Vorbild der englischen "Gartenstadtarchitektur" sind ein frühes Zeugnis städtebaulicher und architektonischer Qualität. Eine der größten und eindrucksvollsten Siedlungen dieser Art im nördlichen Ruhrgebiet befindet sich mit 1.204 Wohnungen in Bottrop-Welheim , die als Projekt innerhalb der IBA (Internationale Bauausstellung) Emscher-Park mit 72,6 Mio. Euro erneuert wurden.

Die zweigeschossigen Wohngebäude besitzen ein zwar einheitliches, aber im Detail individuelles und abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Die Häuser gruppieren sich in einer aufgelockerten Blockstruktur um großzügige und intensiv genutzte Gartenhöfe. Viele Grünflächen und alter Baumbestand sind charakteristisch für Plätze, Straßen und Alleen. Neben den architektonischen Vorzügen bietet Welheim den Bewohnern preiswerte Wohnungen mit hohem Gebrauchswert.

Denkmalgerechte Erneuerung und Wohnumfeldverbesserung Im Rahmen der Modernisierung erhielten die Wohnungen neue Grundrisse mit Bädern. Zusätzlich wurden die Beheizung mittels Kohleöfen auf Gasheizungen umgestellt. Bei der Restaurierung von Dächern, Fassaden, Fenstern und Hauseingängen wurde der Denkmalwert der Gebäude voll erhalten. Außerdem wurden Baustoffe und Konstruktionen verwendet, die umweltverträglich, energiesparend und schadstoffarm sind. In der Siedlung hat die Stadt Bottrop eine neue Kindertagesstätte für vier Gruppen eingerichtet, davon zwei Tagesgruppen.

Eine Erbe der englischen Gartenstadtbewegung

Die 1913 bis 1923 errichtete Siedlung Welheim ist bauliches Erbe der sogenannten Gartenstadtbewegung, die sich um 1900 von England aus auch in Deutschland etablierte. Das bedeutete beispielsweise viel Grün in der Siedlung, malerischer Städtebau mit geschwungenen Wegen und Alleen, ein einheitliches Erscheinungsbild, aber individuelle Haustypen, "Wohnen im Haus mit Garten", insgesamt ein menschlicher Maßstab. Ausschlaggebend für diesen Siedlungsbau war - wie in so vielen Fällen im Ruhrgebiet die Inbetriebnahme einer neuen Zeche, in diesem Fall der "Vereinigten Welheim", und der damit ansteigende Arbeitskräftebedarf.

Zwischen der Zentralkokerei, Ruhröl und Ruhrglas gelegen, wurde die Welheimer Siedlung während der Werksbombardierung im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört. 125 von insgesamt 580 Gebäuden mussten nach Kriegsende wieder neu errichtet werden. Trotz mangelhafter Gestaltung beim Wiederaufbau blieb jedoch ein Großteil der alten Bausubstanz in seiner zusammenhängenden Form bis heute erhalten.

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